Um auch mal zum topic etwas beizutragen, folgende story, die sich so vor zwei Wochen abgespielt hat.
Ich wohne in einem Neubaugebiet eines kleinen Dorfes mit ca. 450 Einwohnern im Nowhere und meine Frau und ich haben dort vor 11 Jahren gebaut.
In dem Neubaugebiet stehen zwischenzeitlich 8 Häuser.
Kürzlich fand ein Treffen mit Gemeindevertretern (Leiter Hauptamt, Leiter Bauhof, Leiter Straßenbauamt) und den Anwohnern statt, da die vorhandene Straße in diesen kleinen Neubaugebiet (es gibt nur diese) weiter gebaut werden soll.
Zusätzlich soll das Neubaugebiet in Sachen der Bepflanzung durch die Gemeinde weiter gestaltet werden.
Die Gemeinde will laut Grünordnungsplanung (und angeblich Bestandteil des Bebauungsplanes) eine durchgehende Hecke um das Neubaugebiet ziehen, die im Abstand von 50cm (!) zu den privaten Gründstückgrenzen verlaufen und 3-4 Meter (!) hoch werden soll. Das alles wurde von den Gemeindevertretern von oben herab und in einem angenommenen Über-/Unterordungsverhältnis vorgetragen, ohne Kompromissbereitschaft und mit dem lapidaren Verweis auf den Bebauungsplan und die Grünordnungsplanung, wo alles stehen würde und die verabschiedet wären.
Meine Frage, was das soll und dass ich längst selbst vor 7 Jahren eine Hecke gepflanzt habe, deren Größe ich selbst reguliere, wurde wie folgt beantwortet:"Die Gemeindehecke dient dazu, dass wenn Bürger am Rande des Neubaugebietes auf dem unbefestigten Grasweg entlang gehen, nicht auf Häuserfassaden blicken müssen, sondern weiterhin Natur in Form des Anblicks einer Hecke genießen können."
Wir sprechen von einem Dorf inmitten von Natur und 360° rund um das Dorf. Verschiedene Häuser im Neubaugebiet sind sog. "Schwedenhäuser" aus Holz in rot, gelb oder grau gestrichen, so auch das unsere.
Meine Antwort, "dass die Gemeinde den Arsch offen hat und dass ich diesen mit beiden Händen noch weiter aufreißen würde", kam insofern gut an, als dass die Verteter peinlich berührt waren, weil ich "Arsch" und "aufreißen" gesagt hatte. Unnötig zu sagen, dass ich schwarze Punkte vor Augen hatte, an ein Samurai-Schwert, an Zed, an Marcellus Wallace, an Lötkolben und Kneifzange dachte.
Alle anderen Anwohner waren ebenfalls von so einer Hecke überhaupt nicht angetan, da diese zusätzlich zu dem oben beschriebenen Schwachsinn (50cm von Grundstückgrenzen entfernt u. 3-4 Meter hoch) über eine Länge von gut 200 Metern verlaufen und ohne Durchgänge für die Anwohner sein soll, da ansonsten darin lebendes Getier (Igel, Vögel, Blindschleichen etc.) durch Durchgänge/Öffnungen keinen zusammenhängenden Lebensraum hätte.
Ich äußerte den Verdacht, dass es gar keinen Grünordnungsplan gebe, der so eine Hecke zum Gegenstand hätte. Weiterhin wolle ich gerne Einblick in diesen Grünordnungsplan nehmen.
Zwei Wochen später bekam ich (und alle anderen Anwohner) ein Schreiben, dass der bestehende Grünordnungsplan eine Änderung erfahren müsse, da dieser bestimmte Gestaltungen nicht zulasse. Aha, so so.
Inzwischen kümmert sich ein Anwalt um die Wahrnehmung der Interessen der Anwohner und hat erhebliche Zweifel an der Verhältnismässigkeit einer solchen Hecke. Wir haben nun der Gemeinde die Anpflanzung von Bäumen statt einer Hecke vorgeschlagen und warten noch auf Antwort.
Das zum Thema "Dummheit", "Bürokratiewut" und "fehlende Bürgernähe ohne Augenmaß in Verbindung mit Schildbürgerstreichen".
Dass immer mehr Menschen Pulp Fiction nachspielen, ist schlimm und schrecklich, weil anders als in Pulp Fiction Unschuldige Leid erfahren. Das ist fürchterlich und zu verurteilen.
Aber dass man solche Amokläufer auch regelrecht "züchtet", weil man Menschen wie Idioten und ohne Einfühlungsvermögen behandelt, ist Kennzeichen unserer Zeit geworden, wo Digitalisierung, E-Autos, Windkraftanlagen und Glasfaserkabel wichtige Rollen spielen, aber Sozialverhalten, wertschätzende Kommunikation und Empathie leider keine Schulfächer sind und auch nicht werden.