Ich bin gerade dabei, einen PX 80 Motor zu machen. Soll meine Alltagskarre werden und da ist die Getrenntschmierung eine angenehme Sache.
Dabei stand auch eine Revision der Ölpumpe an. Da hier immer mal wieder angefragt wird, wie man die Ölpumpe instand setzt oder wie man vorgeht, wenn das Kugelventil undicht ist, gibt’s nachfolgend mal ne kleine Anleitung zur Revision der Ölpumpe.
Benötigtes zusätzliches Werkzeug:
- Druckluft
- Heissluftgebläse
(hierzu sogleich unten)
Zunächst den Ölpumpendeckel abnehmen.
Die Zuleitung muss NICHT abgeschraubt werden, Deckel geht so runter.
Unter dem Deckel ist dann das Pumpenrad. Einfach nach oben rausziehen (Dichtung ist im Bild schon entfernt)
Zum Pumpenrad Folgendes: hier gibt es unterschiedliche Versionen für die 80-200er Motoren.
Die Pumpenräder sind entsprechend gekennzeichnet, je nach Motor befinden sich dort Einkerbungen, bei dem Motor hier habe ich ein 125er Pumpenrad verbaut (= 2 Einkerbungen), weil da ein 150er Zylinder drauf kommt.
Der olle 80iger Motor hat eins, der 150er hat 4 und der 200er 3 Einkerbungen.
Vielleicht hierzu noch folgende Anmerkung: ich hatte bislang mit diversen 177er Zylinder mit dem 125er Pumpenrad nie Probleme. Ein 80iger Rad würde ich allerdings mit den großen Zylindern nicht fahren.
Unter dem Pumpenrad sitzen eine Messingscheibe und eine Feder.
Ok, jetzt geht ans Eingemachte:
Das ist der Pumpenzylinder, rot markiert:
Zum Ausbau seitlich an der Wanne die dort befindliche Schraube entfernen, die mit einem Sicherungsblech gesichert ist.
OK, und jetzt nicht mit der Flex den Pumpenzylinder rausschneiden, sondern die Wanne mit dem Heißluftgebläse warm machen. Das ist wichtig, weil Pumpenzylinder sehr stramm sitzt und wenn man den mit kalt herauszieht, versaut man sich u.U. die Aufnahme (so wie ich ).
Dann den Pumpenzylinder AUSSEN greifen und rausziehen. Wenn die Wanne schön warm ist, geht der gut raus.
Der Pumpenzylinder wird zur Wanne mit zwei O-Ringen abgedichtet. Ich bin zwar Schwabe, aber die Kohle würde ich jetzt schon investieren und die Ringe neu machen.
Maße: O-Ring 9x1,7mm, 2 Stück erforderlich.
Die hier sollten es sein:
https://www.scooter-center.com/de/o-ring-9-0x1-70mm-piaggio-verwendet-fuer-kupplungsarm-vespa-v50-pk-px-t5-125cc-cosa2-vespa-rally180-vespa-rally200-sprint150-ts125-gt125-gtr125-gl150-gs160/gs4-ss180-9020090
Den Krempel dann mal zur Seite legen, jetzt kommt das Rückschlagventil.
Zu finden unter dem Plastikstopfen, der wiederum Feder und Kugel hält.
Um den Stopfen herauszubekommen, habe ich immer mit Druckluft gearbeitet, da fliegt einem dann alles schön entgegen und falls man die Teilchen wiederfinden sollte, kann man die dann auch wieder verwenden.
Oder: Lappen drüber !
So sieht das dann aus.
Das Rückschlagventil verhindert, dass bei stehendem Motor Öl in den Motor läuft.
Wenn die Karre nach Standzeit beim Kaltstart massiv raucht, dann ein defekter Kugelsitz die Ursache sein.
Also mal prüfen, ob der Sitz der Kugel unbeschädigt ist. Habs mal versucht zu fotografieren, allerdings finde ich es schwierig, hier was zu erkennen. Unten in der Bohrung wird die Kugel gegen den Sitz gedrückt.
Ich habs folgendermaßen getestet, weil mein Sitz am oberen Rand augenscheinlich eine Macke hat: alles schön sauber gemacht, Kugel, Feder und Stopfen rein und dann die Bohrung mit 2T Öl gefüllt.
Eine Woche so stehen lassen und wenn die Bohrung, in der der Pumpenzylinder sitzt, keine Ölspuren zeigt, sollte das dicht sein.
Hab dann noch einen Test mit WD40 nachgeschoben, war bei mir dicht. Ob das auch für den Alltagsbetrieb gilt, kann ich noch nicht sagen, denn die Karre wird bei meinem Arbeitstempo frühestens 2022 fertig.
Im Zweifel wird die Vergaserwanne wohl getauscht werden müssen, ein defekter Sitz kann wohl nicht ohne Weiteres instand gesetzt werden.
Ansonsten gilt hier, dass man schon auf Sauberkeit achten sollte. Ev. dann doch mal den sonntäglichen Badetag vorziehen, die Bohrungen sind alle sehr fein. Und wenn man hier Mist baut, merkt man das dann auch erst, wenns bei der ersten Ausfahrt klemmt.