Ich habe heute bei Smartcarb angerufen und mit Corey gesprochen. Einige Gedanken von mir dann hier mal aufgelistet.
Nach meinen Messungen liegen wir bei 0,44mm Steigung und 10 Klicks pro Umdrehung, bei den Rods für die kleinen Vergaser. 156 Klicks sind insgesamt maximal möglich, jedoch würde ich nie über 146 gehen, um wenigstens noch einen Gang voll greifen zu lassen.
Meine (bearbeitete) e-k28 hat 41mm Schlifflänge (unberührt von der Bearbeitung). Auf Basis unserer kleinen Datenbank von @Blech15 nehme ich an, dass alle e-k diesen Wert haben sollten. Das Spitzenmaß kann/brauche ich nicht messen, da die Rod ab der Hälfte fetter geschliffen ist.
Zu den Rods, allgemein (falls es warum auch immer mal jemand braucht):
Die Rods sind 48,3mm lang. Sie stehen 38mm (magerste Stellung) und 31,2mm (fetteste Stellung) aus dem Schieber raus, das resultiert in einem Leerlauf bei 36,3mm (m) bzw. 29,5mm (f) von der Spitze aus gemessen, ausgehend von den von SC empfohlenen 1,7mm zwischen Schieber und 'Düsenstock' im Leerlauf (Leerlaufschraube!). Vollgas ist dementsprechend bei 8,3mm (m) bzw. 1,5mm (f) von unten. Das gilt für den SC28.
Ist jemand der Meinung, ein bestimmter Lastfall ist mit der eingestellten Anzahl Klicks optimal eingestellt, kann er also mit diesen Werten über die Klicks die Stelle der Rod am Venturi ausrechnen, und dann die Dicke dieser entweder messen oder mittels Trigonometrie ausrechnen. Dann kann er durch das Messen (oder Trigonometrie mit den Daten der Excel) einer anderen Rod die benötigten Klicks für den Lastfall ausrechnen, und hat somit mit einer anderen Rod einen näherungsweise identisch abgestimmten Lastfall. Er kann dann die Gasstellungen darüber und darunter mit der alten Rod vergleichen (wie es scheint, seid ihr ja alle so modern mit AFR unterwegs ). Man schafft sich somit einen Fixpunkt für die Abstimmung.
Laut Corey haben die Rods in der Herstellung 2 Fixpunkte, nahe von Leerlauf und Vollgasposition, zwischen den der (lineare) Schliff der Rod garantiert wird.
Das bedeutet, dass verschiedene Winkel bzw. Nichtlinearitäten vor dem ersten und nach dem zweiten Fixpunkt vorkommen können. Daraus folgt, dass mit der Schlifflänge keine exakte Beschreibung der Rod möglich ist, da sich diese eben auch bei identisch bezeichneten Rods unterscheiden kann.
-> Meine Meinung: Ich habe bei den mir vorliegenden Rods (e-q26, e-q28, e-k26 (die wohl eine e-q26 ist), eine halbe e-k28, e-k30) nichts dergleichen sehen oder messen können, der Schliff ist bei allen linear. Vielleicht wollte er damit meine Aussage über die falsch bezifferte Rod übertünchen. Nach etwas Gerede sagte er mehr oder weniger direkt, dass falsche Beschriftungen u.a. auch aufgrund verschiedener Fertigungsprozesse möglich seien, ihm jedoch noch nie sowas gemeldet wurde. Nach meiner Bemerkung, dass es nicht nur bei meiner Rod so ein Problem gab, bedankte er sich für den Hinweis, dem wollen sie nachgehen. Leider konnte ich nicht sagen, wann die Rods gefertigt wurden.
Bei dem Thema bin ich voll auf @powerracers Seite, mit 85€ pro Rod sind diese teurer als manch ein Vergaser und dieser Preis ist mit den Fertigungskosten der Rod keineswegs auch nur annähernd zu rechtfertigen. Da darf so etwas einfach nicht auftreten, wenn doch, hat jegliche Qualitätssicherung versagt und müsste sofort durch eine den Preis rechtfertigende ersetzt werden.
Eine neue Rodserie soll 'any time now' eintreffen und einen steileren Schliff haben, also magerer bei wenig Last sein, aber genau wie auch die anderen Serien eine gewisse Vergleichbarkeit bei viel Last (durch die Zahlen) geben. Etwas verärgert sagte er, dass sie die e-k Serie steiler hätten machen sollen, um sie weiter von der e-q abzugrenzen und eben auch mein Problem des zu fetten Leerlaufs (während ich bei viel Gas etwa eine 26er brauche) zu lösen.
Zu meinem Problem empfahl er:
Eine e-k30 zu nehmen, und diese ab knapp über der Hälfte (also bis nicht ganz zur Mitte des Schliffs) fetter zu schleifen, sodass ich obenrum nicht zu mager laufe, untenrum aber die Vorteile der e-k30 nutze und u.U. auch mit den Klicks wieder etwas Rrichtung fett gehen kann. Ich liege bei 146 ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Entspechend dem Fahrverhalten kann ich den Schliff/Übergang in der Mitte dann noch glätten bzw. anpassen. Er bestätigte, dass z.B. eine e-k30 unten magerer ist, als eine e-k26 und, dass die Klicks zwar einen geringeren, aber nicht unerheblichen Einfluss auf den oberen Lastbereich haben. Das steht ja in den gängigen Abstimmanleitungen beides anders. Btw, das spricht auch wieder für eine völlig lineare Rodkontur.
oder
die kleine Scheibe zwischen Klicker und Sicherungsring stattdessen zwischen Rod und Klicker zu legen. Ich habe gemessen, dass die Scheibe die Stellung der Rod um ca. 10 Klicks gen mager verschiebt.
oder
warten.
Ersteres werde ich nicht machen, ich habe schon eine 'wertlose' e-k28. Die habe ich mit dem Vergaser gekauft, also den Schliff nicht selbst geändert. Ich denke einfach zu oft über den Verkauf nach, als dass ich die e-k30 noch zusätzlich verändere.
Den zweiten Punkt werde ich so umsetzen und (falls der SC2 bleibt und ich mir keinen Lectron anschaffe ) ggf. den dritten auch.
Oder viertens, ich werde mir eigene fertigen.
Viel Text, das wichtigste ist fett.