ich bin früher immer das "rote" stihl gefahren. das "blaue" kenn ich garned. wir hatten damals den gleichen gedanken, wenn die motorsägen (fichtenmopeds) drehen war auch ziemlich hoch und werden stark belastet, dann kann das für einen anderen 2takter nur gut sein. eigentlich hab ich den tip damals von den motorcrossern bekommen, die wollten sparen und gutes öl fahren. Gemischt wurde im Sommer bei 1:50, im Winter 1:33. Ich hab hier Infos zu 2Taktöl gefunden, vielleicht hilft es ein paar Leuten weiter: Mineralöle, teilsynthetische, vollsynthetische Öle: Ganz, ganz früher, wurde stinknormales Viertaktmotorenöl dem Sprit beigemischt. Danach wurden spezielle Zweitaktöle entwickelt. Als die Zweitakter dann immer mehr Leistung produziert haben, also so ca. in den 60/70er Jahren in den ruhmreichen Tagen von Husqvarna, Roger DeCoster usw., hat man im Rennsport festgestellt, daß die gängigen Zweitaktmineralöle nicht mit sehr hohen Verbrennungstemperaturen klarkamen. Dadurch traten Motorschäden auf, da die Kolbenringzone so heiß wurde, daß das Öl dort schon verbrannte und Fresser verursachte. Deshalb wurden im Rennsport jahrelang Rizinusöle gefahren, die aber ein paar Nachteile haben (siehe unten). Daraufhin wurden die synthetischen Zweitaktöle entwickelt. Diese schmieren auch noch, wenn der Motor ständig am oberen Drehzahllimit, unter hoher Last und somit sehr hohen Temperaturen gefahren wird. Diese Öle verbrennen erst bei sehr hohen Brennraumtemperaturen vollständig zu trockener Asche, was wohl jeder selbst schon beobachtet hat: Mehr Drehzahl/höhere Temperatur = Weniger schwarzer Kleister im Auspuff. Leider fährt aber nicht jeder wie der Weltmeister und deshalb werden viele Motoren mit viel niedrigeren Verbrennungstemperaturen gefahren. Das hat zur Folge, daß der Motor das vollynthetische Öl unverbrannt in den Auspuff pumpt. SPECTRO, ein amerik. Ölhersteller empfiehlt deshalb für den richtig schnellen Motocrosser sein vollsynthetisches Öl, während der "Enduro-Racer" und der "Casual Trail Rider" (also grob übersetzt der Hobbyfahrer) das teilsynthetische Produkt von GOLDEN SPECTRO fahren soll. Zur Begründung wird gesagt, daß der Mineralölanteil bei niedrigen Verbrennungstemperaturen, also im untertourigen Bereich, besser verbrennt, während der synthetische Anteil den Motor bei hohen Temperaturen schützt. Der wesentliche Unterschied zwischen Mineral- und Synthetikölen ist also der Flammpunkt. Für die Schmierung von Kurbelwellen- und Pleuellagern ist es völlig egal, ob ein Synthetiköl oder ein Mineralöl den Job erledigt, da die Schmierwirkung fast identisch ist. Die Temperaturen im Zweitaktkurbelgehäuse sind so niedrig, daß jedes normale Schmieröl problemlos mit der Aufgabe fertig würde. Rizinusöle: Rizinusöle (Castor Oils) wurden im Rennsport vor der Einführung der Synthetiköle gefahren, und manche Leute schwören heute noch drauf. Diese Öle zeichnen sich durch extrem gute Schmierung aus (angeblich besser als alle anderen Öle!) und schützen am besten vor Korrosion und Kaltstartfressern, weil sie die einzigen Öle sind, die auch nach langer Standzeit noch an der Zylinderwand pappen. Die Rizinusöle haben aber ein paar gravierende Nachteile, die sie ziemlich unpraktisch machen. Sie mischen sich ziemlich schlecht mit dem Benzin, und was noch schlimmer ist, sie setzen sich relativ schnell wieder ab und sollen danach nicht wieder aufgemischt werden. Rizinusöle sind auch in der verschlossenen Flasche nur begrenzt haltbar (Naturprodukt). Außerdem produzieren sie sehr viel mehr Ölkohle im Motor als Mineral- oder Synthetiköle. Ölnormen: Auf den Ölflaschen finden sich oft irgendwelche kryptischen Kürzel, wie API TC oder JASO FB. Wen es interessiert, hier ein paar Erläuterungen dazu: API (American Petroleum Institute): Es gab drei T-Normen des API (T = Twostroke). TA, TB und TC, wobei TC die höchste Qualität und TA die niedrigste war. Diese Norm wird auf vielen Ölflaschen noch aufgeführt, weil sie dem amerikanischen Kunden ein geläufiger Begriff ist. 1993 hat das API die T-Normen abgeschafft, weil einer der Testmotoren nicht mehr erhältlich war. Aussagekraft hat das Kürzel API-TC kaum, weil das Testverfahren längst veraltet war und jedes Billigöl die TC geschafft hat. Getestet wurden Schmierung, Kohleablagerung, Rauchentwicklung. Inzwischen gibt es die API TSC 1 bis 3, die ziemlich identisch mit den JASO Normen sind. JASO (Japan Automotive Standards Organization): Drei Normen für Öle mit niedrigem Sulfatasche anteil: FA, FB und FC, wobei FC wieder die höchste Qualität darstellt. Getestet werden u.a. Löslichkeit im Benzin, Schmierung, Kohleablagerung, Rauchentwicklung. Gilt als relativ "harte" und schwierig zu erfüllende Norm, die besonders auf Rauch- und Giftstoffentwicklung achtet. ISO (International Standards Organization): Die Zweitaktölnormen für Öle der ISO heißen EGB, EGC und EGD. Die ISO EGD gilt als modernste und realistischste Norm überhaupt und ist auch die neueste (Ende der 90er Jahre). Die ISO EGD übertrifft die höchste JASO Stufe. Getestet werden u.a. Löslichkeit im Benzin, Schmierung, Kohleablagerung, Rauchentwicklung. Wer es ganz genau wissen will kann sich die Norm in englisch oder französisch für 44,- Schweizer Franken auf www.iso.ch bestellen, vorrausgesetzt man hat eine Kreditkarte. Ob das dann für Laien verständlich ist, weiß ich aber auch nicht. TISI (Taiwanese Industrial Standards Institute): Die TISI Normen entsprechen im wesentlichen denen der JASO. NMMA (National Marine Manufacturers Asocciation): Neuste Norm ist die TCW-3. Die TCW Normen (Two Cycle Watercraft) des amerikanischen Bootsherstellerverbandes zertifizieren Öle für wassergekühlte Motoren, wobei deren Definition für "Wasserkühlung" anders ist als unsere. Mit Wasserkühlung meint die NMMA Motoren, die frisches See- oder Meerwasser ansaugen und danach wieder ausstoßen. Einen Motor mit geschlossenem Kühlkreislauf, wie in unseren Motorrädern, würden die als luftgekühlt bezeichnen. Durch das beschriebene Kühlsystem in den Bootsmotoren laufen diese Motoren mit extrem niedrigen Temperaturen. Deshalb werden dort sulfataschefreie Öle verwendet. Die Sulfatasche (hat irgendetwas mit dem Zinkanteil im Öl zu tun) trägt aber bei hohen Temperaturen wesentlich zur Schmierung bei, deshalb raten verschiedene Quellen von der Verwendung von TCW-3 Ölen im Motorrad ab. Husqvarna Chainsaw Test: Der Kettensägentest von Husqvarna achtet besonders auf Ölkohleablagerungen und Schadstoffausstoß (mehr als alle anderen Normen). Findet man natürlich nicht auf den Etiketten von Motorradölen. Die Anforderungen an das Schmierverhalten sind ähnlich wie bei JASO FC. Man mag sich vielleicht wundern, daß die Öle für so popelige Geräte wie Kettensägen so hohe Anforderungen erfüllen müssen, aber das hat einen ganz simplen Hintergrund. Im Gegensatz zu unseren verhätschelten Motorrädern, kommt in der Forstwirtschaft niemand auf die Idee seiner Kettensäge nach 40 Betriebsstunden einen neuen Kolben zu spendieren. Außerdem dürfen die winzigen Auslasskanälchen nicht nach kurzer Zeit mit Kohle verstopft sein, damit die Säge über ihre gesamte Lebensdauer die volle Leistung behält. Der Motor muß fast ohne Wartung zwei, drei Jahre Dauereinsatz aushalten und kommt dann in die Tonne. Das Testverfahren ist bei allen Normen ähnlich. Man läßt z.B. verschiedene Testmotoren mit dem zu testenden Öl unter ziemlich harten Bedingungen eine gewisse Zeit laufen, z.B. ohne Kühlwasser, soundsoviel Minuten Vollgas und mißt dabei den Drehmomentverlauf. Je heisser der Motor wird, desto höher wird die Reibung Kolben/Zylinder und desto weniger Drehmoment kommt "hinten raus". Nach dem Testlauf werden die Motoren zerlegt und der mechanische Verschleiß gemessen. Für die Messung der Kohleablagerungen müssen die Motoren eine längere Zeit mit wechselnder Drehzahl laufen, danach wird wieder zerlegt und die aufgebaute Kohle gemessen. Alle Ergebnisse werden dann verglichen mit früheren Ergebnissen, die ein Referenzöl in identischen Motoren erzielt hat. Die erwähnte ISO EGD wird inzwischen von einer ganzen Reihe Öle erfüllt, darunter synthetische und mineralische. Das neue vollsynthetische Castrol und das Motul 600 sind z.B. danach getestet. Viele besonders teure Rennöle (z.B. Motul 800) haben gar keine dieser Normen oder nur niedrigere als die ISO, auf ihr Etikett gedruckt. Das dürfte kaum daran liegen, daß diese Öle schlechter schmieren oder sonstwie ungeeignet sind. Wahrscheinlicher ist, daß bei Ölen für den Rennsport die Rauch-, Abgas- und Ölkohleentwicklung keine besonders große Rolle spielt, und diese Öle deshalb die Normen in Bezug auf diese Punkte nicht erfüllen. Die Ölhersteller geben dazu aber verständlicherweise keine klare Auskunft.