Als Vorüberlegung, wie man seinen Job und sein weiteres Leben gestaltet, halte ich es für sehr wichtig, sich zuerst mal zu überlegen, über was man sich eigentlich definiert und woraus man sein Selbstwertgefühl zieht.
Sind es die Höhe des Verdienstes, das Auto, das Haus/die Wohnung etc. pp., dann ist Karriere wichtig und der Steigbügel für das alles. Dann muss man wohl weiter wie irre immer wieder die nächste Stufe auf der Jobleiter erklimmen.
Oder kann man sich von den unzähligen Erwartungen des sozialen Umfelds ein Stück weit befreien und zu dem Schluss kommen, dass es im Leben nicht darauf ankommt, was andere von einem denken und ob andere einen (vermeintlich) bewundern, weil wieder ne neue Karre vor der Tür steht oder oder oder.
Und wenn man zu dem Schluss kommt, dass einen andere Dinge wie Frau, Familie, Kinder, sinnerfüllter Job, ausreichend Freizeit doch glücklicher machen, dann sollte man zwingend etwas ändern. Wenn man kann, besser gestern als heute.
Denn schon heute kann um die nächste Ecke ein LKW kommen und Dich auf deinem Roller abräumen. Und das war es dann.
In Ergänzung:
Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, was für ein unflexibles Stück mit einem großen Phlegma (nicht zu verwechseln mit Phallus) ich bin. Jahrelang jammerte ich allen vor, wie scheiße mein Job und die Firma ist, aber änderte nichts.
Als ich es dann endlich getan hatte (nicht Selbstmord begangen sondern den Job bzw. Arbeitgeber gewechselt), war fast alles viel besser als zuvor.
Allein ein anderes Umfeld, ein Unternehmen mit einer anderen Kultur, mit einem anderen Umgang miteinander und Anerkennung für das was man tut (auch nicht unbedingt finanziell gemeint), kann fast Wunder in Sachen Motivation und Zufriedenheit bewirken.
Ich war vorher in einem Verein, wo man nur mit der Peitsche agierte. Man wurde geschlagen und man schlug. Jeder Tag war mehr oder weniger die Hölle und jeden Tag wurde man durch die Mangel gedreht und drehte auch wieder andere durch die Mangel. Am Stuhl des anderen zu sägen war Usus und von oben fast schon gewollt. Eine Galeere beschissenster Art und nur ein trantütiger Schwachkopf wie ich schaffte lange den Wechsel nicht.
Es kann also sein, dass man gar nicht immer eine völlig neue Tätigkeit (Beruf) anstreben muss. Manchmal reicht es auch, nur den Arbeitgeber zu wechseln und im Grundsatz den gleichen oder ähnlichen Job zu machen. Das kann schon so viele Verbesserungen (gar nicht finanziell gemeint) mit sich bringen, dass man wieder gerne zur Arbeit geht. Zumindest war es in meinem Fall so.