Ich habe beschlossen, mir eine schöne Dresswatch zuzulegen, wenn man mal wieder Anzug trägt. Das ist ein bisschen gegen den Trend, aber so ist das mit dem Umbauen von 2Takt-Geräten heutzutage ja auch.
Mein Wunsch war es, eine Uhr zu finden, die so elegant wie möglich ist - also superflach und reduziert - und zugleich maximal viel Handarbeit und seltenes Handwerk verbindet.
Ich bin dann nach reichlich Recherche bei einer Breguet Classique 5157 rausgekommen. Sie ist nur 5.4mm hoch, obgleich ein Automatik-Werk verbaut ist (das kaum über 2mm hoch ist). Zugleich verbindet sie eine Guillochierung mit Clous de Paris Muster von Hand auf Zifferblatt und mit einem anderen Muster auf dem Rotor mit Werkzeugen, die seit vielen Jahrzehnten nicht mehr hergestellt werden, Anglage in Handarbeit und ähnliche Details. An Vespa-Tuning hat mich erinnert, dass das Werk im Prinzip ein Piguet 71 aus Anfang der 1970er ist, aber durch moderne Materialen wie Silikon nun getunted - hier antimagnetisch - ist und in sechs Lagen reguliert und nicht fünf wie normale Chronometer, auch herrlich unnötig bei einem Zweizeiger. Aber so herrlich unnötig ist das ja auch bei meiner Sprint, die nun einen BGM177 mit hartverchromter Laufbahn hat und wo ich den Vergaser mit viel Liebe eingestellt habe. :) Leider lässt sich das Werk mit dem Handy nicht angemessen fotografieren. Dafür braucht es Makro.
Das Design geht in direkter Linie auf Taschenuhren aus den 1780ern zurück. Typisch sind neben dem Zifferblatt, das ebenso wie das Gehäuse aus Gold ist, aber für den Kontrast versilbert wurde, das von Hand seitlich mit Rillen versehene Gehäuse und die angelöteten Hörner, sowie die eben nach Breguet benannten Breguet-Zeiger in thermisch gebläutes Ausführung.
Seit 1780 wird auch die Kundenliste geführt. Ich fand es charmant aus der Zeit gefallen, mich mit ein paar Jahren Abstand hinter Napoleon, Churchill und solchen Gestalten eintragen zu können. Es ist schön, dass es Hobbys gibt, die noch etwas versponnener als Blechroller sind. :)