Vom Grundsatz her gebe ich Dir recht. Wenn es genug Deppen gibt, die bereit sind für diesen Zirkus Geld auszugeben (in welcher Form auch immer, ob Bezahlfernsehen, Merchandise u.s.w) ist es auch legitim, wenn die Clowns, die die Show machen, die Unsummen, die dafür bezahlt werden auch annehmen. Ist für mich völlig in Ordnung.
Wenn ich allerdings so ein Dummgesabbel von Vorbildfunktion lese, dann würde ich erwarten, das diejenigen, die Millionen verdienen, in einer so herausforderndernden Situation wie im Moment, mal einen kleinen Teil von ihrem Vermögen in die Hand nehmen um irgendwelchen armen Schweinen ein wenig zu helfen. Und wenn es nur publikumswirksam ein paar Laptops sind, die den Nachwuchskickern aus einfachen Verhältnissen geschenkt werden, um in der Schule nicht abgehängt zu werden. Möglichkeiten gäbe es da wohl genug, da habe ich bislang allerdings noch nicht sehr viel in den Medien mitbekommen.*
Stattdessen nutzen wohl nicht wenige von diesen Leuten ihr Vermögen um mal eben für eine Geburtstagsparty oder einen Friseurbesuch nach Südamerika zu jetten. Oder man lässt sich von einem Startättowierer ein neues Tattoo stechen, was natürlich auch bei Insterburg & Co veröffentlicht werden muß. Oder es wird direkt eine komplette Gastronomie gemietet, wo man es dann unter Seinesgleichen mal so richtig krachen lassen kann.
Wobei, in gewisser Weise üben sie damit ja auch eine Vorbildfunktion aus...
* das kann man übrigens auch auf den Bereich der Kulturschaffenden übertragen. Es wird ja sehr viel darüber lamentiert wie viele Künstler kein Einkommen mehr haben und der Staat für alles einspringen soll. Es gibt aber durchaus auch ein paar Leutchen aus Schauspiel und Musik, die einen sehr komfortablen lebensstil pflegen, hat da jemand schon eine nenneswerte Anzahl von Aktionen mitbekommen, das diese Topverdiener mal ein paar Krümel vom Tisch haben fallen lassen, um ihre Kollegen ohne finanzielle Reserven unter die Arme zu greifen (und ich meine jetzt nicht Aufrufe und warme Worte, sondern reale, pekunäre Hilfe).