Im Winter 2018/19 wollte ich eigentlich nix bauen und nur meine alte Ducati auf Vordemann bringen - das hab ich auch tatsächlich geschafft - bis mir eine 59er T4 150 aus Augsburger Produktion über den Weg lief. Zum wiederholten Male übrigens, den Roller hätte ich vor geraumer Zeit gerne schon mal gekauft. Nun, letztlich ist er also bei mir gelandet.
Substanz gut, sogar in "irgendwas nahe an Cortinagrau" lackiert und mit Motor und (falscher..) Gabel und viel Kleinkram - unter anderem das Schwanenhals Rücklicht und der VDO-Tacho. Das ist ja schon mal eine Basis um loszulegen.
Der Lack war o.k. - leider waren es die Vorarbeiten nicht, viel Kleinkram musste nochmal neu gemacht werden, Falze versiegeln, lackierte Schrauben entfernen, Dellen drücken. Und - viele Löcher zuschweissen...
Falsche Gabel - ist von einer Sprint für den Aufbau angeschafft worden, wohl in Unkenntnis dessen , dass sie gar nicht in die T4 passt.
Der Motor war - vorhanden
Gut, der sollte ja bleiben. Aber nicht mit 6 Volt, das ist die einzige Modernisierung die wirklich sinnvoll (und erlaubt) ist...
Also. Saubermachen. Lieblings-Drecksjob...
Hier schon sauber, vor dem Glasperlenstrahlen.
Vorher - nachher
Innen in Ordnung, die Riefe im Drehschieber bekam Flüssigmetall. Geht auch mal ohne Kobold bei zu erwartenden 5,273 PS
Ansonsten alles ein Mal neu.
Wiederspenstige Teile bekommen das Schweissgerät zu spüren und dann ist es mit der Gegenwehr auch schnell vorbei.
Linksgewinde war bekannt, daran lag es nicht
Geht doch.
Der Tipp mit dem Zusammenfügen der Hälften unter Zuhilfenahme des Backofens hat mich übrigens zu diesem Topic inspiriert.
Naja, den Treibsatz haben wir dann schon mal. Kommt ein Original Auspuff drunter.
Und dann gleich mal alles gepulvert was nicht Niet- und Nagelfest war.
Der ehemalige "Schweizer Käse" vor dem Klarlack.
Nach dem Lackieren hatte ich sie schon ansatzweise zusammengebaut.
Dann stand ich davor und dachte: da muss irgendwas anders als bei den anderen Kisten.
Also - alles wieder soweit es musste auseinander und nochmal angeschliffen.
Und ich bin ja nicht von anderen Leuten abhängig (unser Lacker hat um die Jahreszeit eh keine Luft)
Puristen - wegkucken
Vorher - nachher
Ich habe lange recherchiert, ob sie wirklich eine Augsburger T4 und keine GS ist. Alles spricht dafür, FIN, 3-Gang, Sicke, eingeschlagene Rahmennummer, VDO Tacho usw.
Nur die Öffnung für das Zündschloss nicht, aber das muss nach 60 Jahren auch nicht der Serienlenker sein.
Für Hinweise bin ich dankbar. Hab die Öffnung nicht zu gemacht weil ich nicht weiß was ich damit mache..
Stand 03.03.2019
Bei der Sitzbank bin ich noch nicht sicher, auf der VNB wechsle ich zwischen Schwingsattel und dieser Bank.
Vielleicht kriegt die T4 den Schwingsattel...
Stand 15.03.2019
Und immer wieder Strahlen und Pulvern..
Den Anschlag am Rahmen habe ich neu gemacht, das Blech ist original auch recht dünn an der Stelle. Lenker ließ sich in beide Richtungen recht weit einschlagen, das ist immer doof für alles was an Kabeln und Zügen durch den Lenkkopf muss..
Jetzt passt's mit dem Lenkanschlag.
Thema Hauptständer.
Dieser 16mm Ständer aus der damaligen Zeit verbiegt quasi schon beim Aufbocken, aber der gehört da ja nun mal ran.
Das Spiel in den Druckguss-Ständerhaltern habe ich durch Fräsen eliminiert, ich hasse klappernde Hauptständer.
Damit der Ständer an sich mehr Stabilität bekommt habe ich die Bleche für die Endposition verstärkt und außerdem die deplazierte Feder versetzt.
Welchen Sinn macht es schon, wenn die am (Original-) Auspuff anliegt.
.. und Kleinkram gemacht. Die Details machen doch den Unterschied
Sieht doch schon fast wie ein Roller aus - Züge und Elektrik fehlen noch.
Nachdem es mir auch mit gefühlten 100 NM nicht gelang, den Lenkkopf so fest zu ziehen, dass er nicht schon beim Rangieren seine Ausrichtung verlor, ich dieses "Coladosenunterlegen" generell nicht mag und jeder weiß, nach 'fest' kommt 'ab', habe ich mich entschlossen eine Bohrung in den Kopf sowie ein Gewinde in die Säule zu setzen. Natürlich nachdem die "Nullposition" ausgelotet war, denn nun läßt sich da zukünftig nichts mehr einstellen - aber warum auch, ist ja grade beim Gradeausfahren. Die Schraube ist nur handfest verschraubt, sie soll nicht die Haftreibung des Kopfes auf der Säule erhöhen sondern die nicht sonderlich hohen Scherkräfte auffangen - deshalb ist es eine M8-Zylinderschraube.
29.03.2020
Der Deichgraf III ist fertig und ich habe ihn verkauft - er wird weiter im Norddeutschen Raum zu sehen sein.