Apropos Düsendurchmesser:
Es heisst ja immer wieder, die Hauptdüsen diverser Hersteller seien recht ungenau gebohrt. Um die Durchmesser meiner Düsen nun zu bestimmen, habe gestern mal dieses Messinstrument ausprobiert:
https://praezisionstools.de/mwgpt/schablonen/duesen/duesenlehren_R121101.html
Düsenlehre (Lochlehre) - Präzisionsausführung
Meßbereich: 0,3 - 3,0 mm, mit gehärteter und
geschliffener runder Meßnadel, Gehäuse und
aufsteckbare Schutzhülle fein vernickelt, Konus der
Meßnadel: 1 : 10, Ablesung: mit Nonius 0,01 mm
Vorgehen:
Man steckt die konische Nadel in das zu messende Loch, während die verschiebbare Aussenhülse des Messinstruments mit etwas Nachdruck bis zum Anschlag geschoben wird. Die Hülse sollte ringsum sauber aufliegen. Dann lässt sich der Durchmesser auf der Skala auf 0,01 mm genau ablesen (Noniusskala wie am Messschieber). Man kann auch die 0.005er Schritte noch halbwegs ablesen. Natürlich ist das dann eher "schätzen" als "messen".
Die Aussenhülse des Messinstruments hat ziemlich genau den Durchmesser der SI-Düsen und liegt somit am äussersten Rand der 45° Fase an.
Ich habe meine vorhandenen Düsen im 2er bzw. 3er Abstand von 120 bis 138 jeweils 2x gemessen. Dabei muss man insbesondere darauf achten, dass die Düse sauber am Messgerät anliegt. Mit dem Messinstrument liessen sich diese 2er bzw. 3er Abstände mit einer gewissen Messunsicherheit gut nachvollziehen. Durch die "Versenkung" der Düsenspitze im Messinstrument, ergibt sich ein durchschnittlicher Offset von ca. 6-7 (siehe Tabelle) gegenüber dem eingeprägten Wert: also statt 125 z.B. 118/119. Im Ergebnis sind alle Düsen mit Einprägung "INC" zueinander recht passend, die "SCL" tanzt aus der Reihe und scheint in Grösse 120 zwei Nummern grösser als das Pendant von "INC". Liegt aber vielleicht auch an einer anderen 45° Fase (innen/aussen)!
Fazit:
Das Messinstrument lässt sich gut ablesen und macht einen ordentlichen Gesamteindruck. Man kann vor allem stufenlos messen und ist somit nicht auf fixe Grössen beschränkt, wie bei einem Düsenlehrensatz -zumal ich bisher nirgends einen ordentlichen und vor allem passenden Satz für diese kleinen Grössen gefunden habe...
Da die SI-Düsen vorne mit 45° angefast sind, ist die Messung nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Auch innen scheint eine minimale Fase zu sein, die Messfehler produzieren kann. Trotzdem taugt die Methode m. E. sehr gut, um die Durchmesser der Düsen mindestens in Relation zueinander zu bestimmen, denn die Messwerte sind überraschend plausibel und reproduzierbar.
Zu beachten ist:
- Da die Düsen mit der 45° Fase im Messinstrument verschwinden, ist ein gewisser "Offset" vorhanden
- Man muss bei dieser Messmethode davon ausgehen, dass die 45° Fase der Düse, innen wie aussen, immer gleich ist. Ist das nicht der Fall würde dies das Ergebnis signifikant verfälschen --> am Besten nur Düsen vom gleichen Hersteller untereinander vergleichen, da man hier am ehesten von einer gleichen Fase ausgehen kann.
NACHTRAG 2024: Ich vergleiche Düsen inzwischen nur noch mit Reibahlen. Hier ist die Steigung des "Konus'" viel flacher und ein Unterschied zwischen den Düsen ist so viel deutlicher "messbar" als mir der obigen Lehre.