Da in einigen Topic's immer wieder mal Beiträge über und rund um die Powerjet Systeme zu finden sind,
hab ich mal zentral ein eigenes Topic eröffnet.
Anstoss kam eigentlich von dem Videomitschnitt mehrerer Prüfstandsläufe von @Polinizei,
wo hier sehr gut mittels Strobolampe zu sehen ist, was da um das Powerjet (PJ) herum passiert.
Dies ist im Topic über den "Plattendrehschieber TM 150cc" von @Nikko zu sehen.
Da ich vor zig Jahren durch Zufall auf eine enorme Leistungsverbesserung durch ein getuntes PJ gestossen bin, möchte ich bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.
Das Hauptproblem ist die Position der Austrittsbohrung.
In herkömmlichen PJ- Rohr liegt diese Bohrung genau mittig im rückwärtigen Teil des Rohres,
hier ist aber strömungstechnisch der ungünstigste Bereich, die Bohrung liegt praktisch im "Windschatten" des Rohres.
D.h., der Sprit der aus der Schwimmerkammer durch den Unterdruck aus dieser Öffnung gesogen wird kann gar nicht gut und perfekt verwirbelt werden,
da in diesem Bereich der niedrigste Sog um das PJ- Rohr herrscht.
Durch Zufall bremste ich damal einen speziell bearbeiteten 324er Mikuni PJ Gaser,
der selbst von mir am gebremsten Prüfstand getestet 2-2,5 PS mehr Leistung abwarf, wohlgemerkt mit 125ccm, da der 250er Block mit einem Pleuel lief.
Bemerkung dazu,
zu diesem Zeitpunkt wurde der Gaser vom Besitzer wie sein Augapfel gehütet, ich bekam den Gaser nicht mal in die Hand!
Erst ein Jahr später, als dieses Motorrad mitsamt dem starken Motor samt Gaser in den Besitz meines zu betreuenden Kunden wechselte,
lüftete sich das Geheimnis, übrigens wurde das Motorrad aus dem Parc Ferme als Siegermotorrad und Meisterschaftsfahrzeug gekauft!
Ein Hinweis, kein geringerer als der wohl weltweit genialste und beste Zweitaktkenner, der Sepp Schlögl, hatte diese Gaser bearbeitet.
Nach Prüfstandsläufen bestätigte sich, das wir alle "guten" Leistungsteile erhalten hatten!
Ich staunte nicht schlecht, als ich dann den Gaser in der Hand hatte und näher betrachtete,
war doch tatsächlich das PJ-Rohr im Halter in eine bestimmte Position gedreht worden, der Rand der Bohrung war nun ganz knapp am Rohr Ø
von hinten konnte man mit ganz leicht versetztem Blick den Aussenumfang der Bohrung erkennen.
Prüfstandsläufe mithife der Strobolampe brachten zum Vorschein das sich über den ganzen Bereich ab freier PJ Bohrung durch den Schieber eine deutlich feinere und viel frühere Zerstäubung des Gemisches einstellte.
Was mich noch überascht hat, selbst ohne elektronisches Nadelventil, war überhaupt kein nachtröpfeln zu erkennen.
Da ich nun erkannte, was so eine "winzige" Änderung an so einem PJ System an Verbesserungen brachte,
entwickelte ich nach und nach immer besser funktionierende und strömungsgünstigere PJ Rohre, sei es an anderer Position sitzend,
weiter zu Mitte reichend usw., die "ausser der Mitte" sitzende Position der Bohrung blieb aber der Massstab.
Übrigens kann man die Versuche, bei welcher verdrehten Position des PJ- Rohres die beste Zerstäuberwirkung zeigt,
ohne laufenden Motor, ohne Prüfstand usw. bewerkstelligt werden.
Der Gaser wird bei verschiedenen Schieberpostionen, von hinten mit Pressluft angeblasen.
Dabei wird der Gaser über nen hochhängenden Behälter mit Bohrwasser gespeist,
das HD, LD plus anderer Systeme und das PJ zerstäubt dann das Wasser- Ölgemisch, ähnlich der Benzinmischung.
Schlussendlich war die Krönung, das ganz ohne PJ die Motore liefen und über hohlgebohrte Nadeln das Gemisch eingespritzt wurde,
auch hier die Austrittsbohrung an der Nadel ausser Mitte.
Das Ventil das die Bohrung freigab, war in der zentrisch sitzenden Ablassschraube befestigt,
die Nadel war gegen verdrehen gesichert.
Wie die PJ Rohre gestaltet waren, werde ich, wie die Zeit reicht, in unregelmässigen Abständen erklären,
eins sei gesagt, es ist unvorstellbar was hier Potenzial schlummert,
pr