Nun ja, Prozentrechnung ist eigentlich Stoff der 6 Klasse. Wenn die Mehrwertsteuer um 3 % gesenkt wird, dann sind das bei 1.000,- € eben 25,- € weniger, nicht 30,- €. Bei Produkten mit dem verbilligten Satz (5% statt 7%) sind es bei 1.000,- € 19,- € weniger. Das der geneigte Bildzeitungleser das nicht rafft kann ich ja noch verstehen, aber wenn jemand, der einen Hochschulabschluß hat, Rechtswissenschaften studiert, 2 Staatsexamen, Auslandsemester in Lausanne, Washington und New York, einen Doktortitel trägt und als Rechtsanwalt in einer auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei gearbeitet hat, so einen im öffentlichen rechtlichen Fernsehen raushaut, dann finde ich das extrem armselig und peinlich.
Und dann sitzt da als Gesprächspartner ein Professor, der in Oxford, Harvard und Cambridge studiert hat, Präsident des deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung, nickt das ab und legt noch einen drauf, indem er das "Ergebnis seiner Rechnungen präsentiert", nach denen diese Mehrwertsteuersenkung Haushalten mit geringem Einkommen im Monat ein Plus von 80,- € beschert. Ich habe nicht studiert, aber wenn ich das grob im Kopf überschlage komme ich auf eine Summe von knapp 3.500,- €, die man ausgeben muß umd durch die Mehrwertsteuersenkung auf 80,- zu kommen (bei einem 2/3 zu 1/3 Mix von normalem und verbilligtem Steuersatz). Das muß man erst ma netto verdienen. Dann kommt noch dazu, dass z.B. Mieten, wenn sie denn an Privat bezahlt werden ohne Mehrwertsteuer sind und alle die Wohneigentum abzahlen auf ihre Raten auch keine Mehrwertsteuer zahlen, sprich die Wohnkosten sind bei vielen noch mal oben drauf. Wir reden also von Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 4.000 - 4.500,- € Euro im Monat. Das sind für mich jetzt nicht unbedingt die typischen Geringverdiener.