Wusste jetzt nicht ob "Hausbau"-Topic oder hier. Die Nachbarn fragten mich schon wo der rote Punkt sei. Egal.
Corona sei dank hatte ich die letzten zwei Wochen recht wenig zu tun, sodass ich immer Teile des Tages für das "Projekt Gartenhütte" aufwenden durfte.
Regierung (Achtung, der geneigte Leser fühlt sich angesprochen) hat zugestimmt, unter der Prämisse, dass auch was für die Kinder dabei raus kommt.
Also war die Auflage:
- Höhe an der Grundstücksgrenze muss eingehalten werden
- mit jedem Meter von der Grenze weg darf ich entsprechend nach oben
- Gesamtvolumen darf Betrag XY nicht überschreiten
- Grill, Raktenofen, Benzinrasenmäher, Blumenerde, Gartenwerkzeug und jede Menge Kleinkram müssen rein passen
- Kinder müssen eine Spielecke haben
- Kinderspielzeug muss verstaut werden können
- Alles muss unbedingt und zwingend und unweigerlich für die Ewigkeit gebaut sein, es muss einfach!!! (da bin ich vielleicht bisschen 'typisch deutsch')
- Es muss günstiger als ein gleich großes Häuschen von BioHort sein, weil sonst wäre es den Aufwand nicht wert und es gäbe Ärger mit o.g. Regierung
Ich hatte tatsächlich angefangen die Hütte im CAD mit Creo 5 zu planen und kam nicht über die Rahmenkonstruktion hinaus, weil keine Zeit da war.
Also den Kram übersprungen. In meinem Kopf hatte sich innerhalb weniger Stunden bereits ein klares Bild entwickelt, wie der Aufbau der Hütte ausehen sollte. So mit Dachboden zum toben und verstecken, mit räumlich abgetrenntem Spielbereich, mit Kletterwand im Inneren, mit Regalen zur Aufbewahrung, mit Fenstern aus Plexiglas, usw.
Gesamtausgaben für das Projekt betrugen letzten Endes, inkl. Farbe, Schrauben, und wirklich allem (die Regale hatte ich eh noch liegen, die Weinkisten hat mir der Nachbar geschenkt) ca. 1100 €.
BioHort in der Größe hätte mich ca. 2500 € gekostet und hätte nicht den Ausbau gehabt. Von daher: in jedem Fall eine gute Entscheidung sowas selbst zu bauen.
Ich bin Metaller und kein Zimmermann, von daher steinigt mich bitte nicht, wenn ich irgendwo nen Schnitzer drin habe. Letzten Endes ist die Kiste super stabil. Die größte Schwachstelle sind die Türen und deren Scharniere. Um den Rest muss ich mir sicher die nächsten 30 Jahre keine Gedanken machen.
Die Idee mit dem Punktfundament und den Eimern zum Nivellieren hatte ich hier im Forum aufgeschnappt und fand diese großartig.
Falls sich jemand fragt, was das für schwarze Suppe am Übergang vom Dach zu den Wänden ist: Bitumenkleber, weil ich ein wahnsinniger Schisser bin, was Wassereintritt und Gammel angeht.
Die Fenster sind mit Soudal Fix All Flexi verklebt, ebenso die Eckleisten aus Kunststoff, damit sich kein Regenwasser in die Spanplatten arbeiten kann. Die Seite mit dem rechteckigen Fenster ist die Wetterseite aber auch leider die Seite (aufgrund Hanglage und Ausblick in die Rheinebene) mit dem schönen Ausblick und daher mit dem First.
Die Klettersteine außen ergaben sich durch die hohe Stückzahl in der Packungseinheit, die ich geordert habe. Die waren recht günstig und so habe ich die übrigen Steine einfach außen montiert, einige sind auf den Bildern noch nicht zu sehen. Die Kinder nutzen sie schon um auf ca. 150 cm hoch zu klettern und von dort aus in den Sand zu springen. Nummer vom Kinderarzt ist eh eingespeichert.
Die Elektrik musste ich ein wenig mit meiner 5-adrigen Außenleitung verknüpfen. Die Außenbeleuchtung hängt nun mit der übrigen Gartenbeleuchtung zusammen. Hat aber noch mal einen separaten Schalter im Inneren, falls es mal zu hell wird. Der Rest ist über einen separaten Schalter im Wohnzimmer gesteuert, sodass kein Verbraucher "heimlich" in der Hütte über Monate "Strom ziehen" kann. Selbstverständlich sind alle Leitungen außerhalb als Erdkabel ausgeführt und mit IP 68 Kabelverteilerdose unterirdisch.
Alle Profile am Holz sind mit dem Fix All verfugt, sodall die Farbe an diesen Stelle lediglich eine optische Funktion übernimmt.
Über den beiden Türen sind Aluminiumprofile verschraubt und verklebt, die ein seitlich einschlagendes Wasser über die Tür abführen, statt es zwischen Tür und Wand einfließen zu lassen.
Freiligende Holzflächen sind mit einer chemischen Wetterschutzlasur behandelt. Alle innenliegenden Holzflächen sind mit BIO-Leinölfirnis behandelt.
Irgendwann kommt hinten noch eine kleine Regenrinne dran und an der Wetterseite soll noch eine Rankpflanze an einem Drahtseil über die Wandfläche geleitet werden. Aber das hat noch ein paar Wochen Zeit.
Gartenhuette.pdf