Ich fass die Seifenoper mal nach meinem Verständnis als Timeline zusammen. Kannste Dir nicht ausdenken... Bitte korrigieren, wenn da was falsch verstanden wurde:
Anfang der 2000er entschliesst sich die schrumpfende Szene in D, Szene und Automaten auch weiterhin zu trennen und lieber einen harten, aber reinen, Kern zu erhalten. In GB baut Sanderson zeitgleich in seiner kleinen Klitsche Automaten in Lammies ein.
Vor allem Sticky findet das voll geil und nutzt seine herausragende Position bei Scootering, um die Dinger als "next big thing" zu hypen. Die Szene (und Scootering) soll mit Scootering als Sprachrohr vom Ausbau in alle Richtungen profitieren. Anything goes. Viele Tommies springen drauf an, die Szene verwässert zunehmend mit in der Scootering hochgelobten Twist'n'Go's und ihren "born-again-Scooterist"-Dicke-Hose-GTS-Klappspaten.
Zusammen mit dem renommierten Paul Melici gründet Sanderson Scomadi, um die Auto-Lammies, von Grund auf, in Kleinserie in UK zu bauen. Weiteres Hyper Hyper von Sticky führt zu grossen Träumen. Echt britischer Scooter, made in England, voll Stolz und so.
Dann soll geklotzt werden, nicht gekleckert, also macht Scomadi den Deal mit Hanway China: Sanderson und Melici konstruieren, Hanway produziert im Auftrag, was die Briten wollen. Sticky findet's immer noch geil. The sky is the limit.
Scomadi kriegen mit, dass Hanway nach vorne raus Scomadis liefern und nach hinten raus auf eigene Rechnung baugleiche Scomadi-Clone unter anderem Namen vertreibt.
Der Krach: Paul Melici steigt, wohl nach Kapitalausschüttung, aus, Sanderson verklagt Hanway und bekommt als Reaktion keine Scomadis mehr für sein mittlerweile aufgebautes Händlernetz in UK, welches er gerade auf EU ausweiten wollte.
Sanderson sucht überall nach Lösungen, um seinen zerplatzenden Traum zu retten, der gerade so gut anlief. Mutiert dabei endgültig zum absoluten Drecksack, der nur noch verspricht, hinhält und verschleiert, während er versucht, in Thailand eine eigene Produktion aus dem Boden zu stampfen. Sanderson gegen den Rest der Welt. Jetzt erst recht!
Hypothetisch: Wenn jetzt ein Österreicher auf den, zu diesem Zeitpunkt nach aussen hin offensichtlich noch tollen, Trend Scomadi aufspringen wollte und gesagt hätte, ich nehm' Dir 450'er ab, machen wir 'ne grosse Nummer draus als Einstand in Festlands-Europa, dann hätte Sanderson garantiert sofort gesagt: Bau ich Dir! Zahl an!
Wie auch immer, Sanderson hat tatsächlich (obwohl am Rande des Bankrotts) irgendwie seine eigene Fabrik im Dschungel finanziert und gebaut. Nur ist die leider von vorne bis hinten Murks, der Standort muss quasi über Nacht wieder aufgegeben werden, Scomadi wieder vor dem Nichts. Alles weg, auch die Anzahlungen.
Scomadi und Hanway einigen sich, Hanway darf weiter unabhängig die Klone bauen und vertreiben und Sanderson hat plötzlich das Kapital, um entweder alte Verpflichtungen aufzulösen- oder um sich mit grösseren Akteuren an den Tisch zu setzen. Holt sich also die Thais ins Boot und muss fortan alles bzgl. Produktion und Entwicklung absegnen lassen. Dafür stellen ihm die Thais eine reich ausgestattete Produktuktionhalle und ein regionales Händlernetz hin.
Produziert werden kleinere Thai-Scomadis für Südostasien und Australien. Bestellungen für Export nach UK kommen nur sehr schleppend rein, für EU noch viel schlechter. Sanderson, seine Frau und die Dinger sind jetzt komplett asiatisch (und Sticky ist verhalten skeptisch und zurückhaltend). Sanderson hat jetzt nichts auf der hohen Kante und muss auch firmenintern kleine Brötchen backen. Aber er ist Fabrikant! Und endlich kann der Rubel rollen...
Aktuell: Das Corona-Virus bereitet schweres Kopfzerbrechen weil die Zulieferungen aus China nicht mehr ankommen... Sanderson rauft sich die Haare. 450'er? Was interessiert ihn sein Geschwätz von gestern?!
In D zelebriert die kleinere, aber intakte, Szene, dass man mit Automaten noch nie was an der Mütze hatte...