Im Grunde wird mir doch jeder zustimmen, dass es immer nur eine Wahrheit geben kann und das ist natürlich die eigene
Auch ich stimme dem uneingeschränkt zu, dass sich das Klima auch ohne Menschen verändert hätte. Wir steuern auf eine Eiszeit zu und hier sind Veränderungen im Vorfeld eher normal. Diese Entwicklung spielt sich aber in Zeiträumen ab, die jenseits unserer Lebenserwartung liegen bzw. noch nicht mal unsere Urenkel ernsthaft betreffen sollten.
Der Anteil des CO2 in der Atmosphäre hat eine Art Gleichgewichtszustand und gleichzeitig einen sehr geringen Anteil in Relation zu den übrigen Gasen. Daher wird auch gerne von einer rechts positionierten Partei unser Einfluss aufs Klima als Unsinn bestritten. Tatsächlich sprechen wir hier von 0,028 Vol.-Prozent vor der industriellen Revolution im Vergleich zu 0,038-Vol.-Prozent heute (stimmt vielleicht oder nur grob). Mit anderen Worten sind heute rund 35% mehr CO2 in der Atmosphäre. Einfach erklärt kann man sich das CO2 wie eine Luftpolsterfolie bei einem Gewächshaus vorstellen. Je mehr Luftpolsterfolie verbaut ist, desto mehr kann die Wärme, welche durch die Sonnenstrahlen ins Gewächshaus gelangt nicht mehr entweichen. Deshalb bekommt der Anteil des CO2 (oder auch Methan) eine besondere Bedeutung zu.
Wenn unser "Motor Erde" rund läuft, scheint die Sonne, die Pflanzen wachsen und nehmen CO2 auf und andere sterben ab und das CO2 verschwindet hier auch zum Teil wieder unter der Erde. Jetzt gehen wir Menschen aber her und fördern z.B. flüssige Kadaver von Dinosauriern, die unter Ausschluss von Luft verfault sind in Form vom Erdöl. Darin ist natürlich viel Kohlenstoff gespeichert, der seit der industriellen Revolution sehr rasch gefördert und verbrannt wird (Oxidation -> es entsteht CO2). Die Pflanzen können das CO2 aufnehmen, aber so viele Bäume gibt es nicht, um diese Verbrennung von unzähligen Tonnen Öl oder Gas und Kohle zu kompensieren. Folglich gelangt immer mehr CO2 in die Atmosphäre. Dadurch wird es dann wärmer und in Siberien schmelzt z.B. der Permafrostboden, der dann zusätzlich Methan freisetzt. Aber auch in Eisbergen ist CO2 gespeichert, welches aktuell entweicht.
Auf den ersten Blick scheint nur ein konsequenter Konsumverzicht das Problem lösen zu können. Dabei vergessen wir aber, dass wir ja noch die Sonne haben, die uns täglich mit Energie versorgt und auch für Winde verantwortlich ist. Aktuell verdienen aber viele Energiekonzerne ihr Geld mit Öl, Gas und Kohlestrom. Ein Umstieg kostet viel Geld und würde daher wohl auch deren Gewinne mächtig schrumpfen lassen. Außerdem haben diese Konzerne gegenwärtig eine Art Oligopol und kaum ein Interesse sich hier im Bereich der neuen Energien wieder mühsam eine ähnliche Marktmacht aufbauen zu müssen. Zwischenzeitlich müssen Windkraftanlagen egal welcher Größe ausgeschrieben werden und selbst kleinste PV-Anlagen müssen bürokratisch in Register erfasst werden, um hier kleine private Projekten den Spaß zu verderben. Aber auch Themen wie Power to Gas werden durchdacht und kaum praktisch umgesetzt.
Ich denke wir müssen handeln und zwar jetzt. Wenn wir dies tun, sehe ich gute Chancen, dass ein paar Liter Benzin, die durch einen Oldtimer laufen, auch langfristig nicht den Weltuntergang bedeuten.
Die Einwände, dass z.B. andere Länder dem Klimawandel noch mehr vorantreiben, sehe ich als zu einseitig. Viele dieser "Umweltsünder" sind die verlängerte Werkbank oder Lieferranten unseres Wohlstands und Konsums. Nur weil wir Fabriken statt in Deutschland in China oder Indien bauen, wird doch für "uns" nicht weniger CO2 in die Luft geblasen. Und auch die Länder, die Erdöl fördern und dabei viel Dreck verursachen, verbrauchen dieses Öl ja tendenziell nicht selbst.
Wie man aber gerade beim Thema Fahrverbote sieht, steht wohl wirklich das Haus in Flammen und die Verantwortlichen diskutieren darüber, ob man das Feuer löschen könnte, indem man die Holztische und Möbel (Motorroller, Diesel, SUV´s oder was auch immer) aus dem Haus trägt (z.B. Einfahrtverbot für Roller in Städte). Statt Löschwasser versucht man es somit fast mit dem sinnbildlichen Tropfen auf den heißen Stein. Die Lobbyisten reiben sich sicherlich schon grinsend die Hände, weil aktuell die eine Gruppe der vermeintlichen Verursacher der anderen die Schuld gibt und dabei alle übersehen, dass wir in Wirklichkeit neue Lösungen für die Energiebereitstellung brauchen.
Just my two cents