Bin zwar noch nicht so lange dabei, aber ich fang mal an.
Motivation bei mir war, dass ich erstmal überfordert mit der Einstellung eines nicht-SI-Vergasers, dem PWK28 war, bei dem man sich nicht nur Gedanken um Hauptdüse und Nebendüse macht, sondern auch um die Wahl der richtigen Nadel.
Außerdem wollte ich wissen, ob und wann mein Setup vollgasfest ist.
Das erste was ich auf der AFR-Anzeige gesehen habe, ist wie ein paar Sekunden nach dem Vollgasgeben auf der Autobahn die Verbrennung auf einmal total abgemagert ist, obwohl ich während der Fahrt nichts an Leistungsverlust gemerkt habe - das bei 1/4 vollem Tank.
Dadurch war ich in der Lage meinen Benzinschlauch besser zu verlegen (fastflow-Benzinhahn war schon verbaut) und Abmagerungsklemmer bei fast leerem Tank zu verhindern.
Eine Woche davor war nämlich genau das passiert und ich hatte sogar noch ein EGT laufen - dort hab ich es nicht schnell genug gesehen gehabt.
War damals in Panik geraten und wollte schon eine Benzinpumpe verbauen - viel Aufwand, der - wie sich heute herausstellt - nicht nötig ist. Heute kann ich bis zum (vor)letzten Tropfen fahren, ohne bei Vollgas eine Abmagerung zu haben. Übersetzt heisst das - ich kann meinen Tank leerfahren, ohne zu befürchten das es ab einem gewissen (unklaren) Stand kritisch wird und ich weiß dass ich mit vollem Tank ca. 80-100km lang Vollgas fahren kann, ohne einmal vom Gas zu gehen und ohne das es klemmt.
Dann habe ich nach jeder Schraub-Aktion am Vergaser (abmontieren und wieder montieren ist gemeint), ob ich ein wenig Falschluft habe, z.B. durch schlecht sitzende Vergaserdichtung, abgetrenntem Gummistopfen für Unterdruckanschluß am PWK...usw.
Also kleine und neu auftretende Falschluftquellen registriert man sehr schnell.
Ich selbst war am Anfang relativ undiszipliniert während den "Meßfahrten", soll heißen ich hab mich bei jeder kurzen Abmagerung erschrocken und habe auch im Schiebebetrieb und bei Gaswechseln gebannt auf die Anzeige geschaut.
Dabei wird viel Murks angezeigt.
Man sollte wirklich Last haben, d.h. mindestens eine leichte Steigung oder ordentlich Gegenwind (aber das müsste schon Sturm sein) und bestimmte Gasstellungen anwählen (1/4 Gas, 1/2 Gas, 3/4 Gas, Vollgas - mit Markierungen am Lenker und Gasgriff) und vor allem halten.
Mein Vor-Poster @Housefrau hat das eigentlich sehr gut zusammengefasst.
Die meisten Leute, selbst Anfänger kriegen es meistens ganz gut hin, die richtige Hauptdüse auch ohne AFR/EGT zu wählen und wähnen sich sicher.
Was man aber nicht so gut merkt sind Abmagerungen bei Teillast - wie jetzt bei mir auf dem BGM177 und mit SI-Vergaser.
Wenn man nicht gerade Klingeln hört, wähnt man sich möglicherweise in falscher Sicherheit - das kann z.B. im Windschatten vom LKW zu einem Klemmer führen.
Ich habe aus AFR-Messung und EGT gelernt, dass wenn man ohne jegliches Gerät unterwegs ist und sich im Windschatten vom LKW befindet und Zweifel hat, was mit dem Motor passiert, oft die "Flucht nach vorne" - also Vollgas eine sichere Sache ist (oder:kurz auskuppeln und mit ein paar Gasstössen kühlen).
Viele alte Hasen brauchen das überhaupt nicht. Andere Leute stimmen nur nach EGT ab und können den Delay der Anzeige gut einkalkulieren. Jeder mit seinen Mitteln. Ich weiß auch gerne, was passiert und hab es gerne visualisiert und leiste mir gerne diesen "Luxus". Nachdem der Motor aber abgestimmt ist, kommt das AFR weg, dauernd will ich nicht draufschauen, auch wenn es ein lustiger Blickfang für Vorbeifahrende ist.
Einige hier habe es wohl so weit getrieben, dass sie über digitale Gebersensoren am Gasgriff die Gasposition abgreifen und zusammen mit der AFR-Messung loggen. Coole Sache eigentlich.