Grundsätzlich bin ich gegen jede Form von politischer Diskussion in diesem Forum, in der Vergangenheit hat sich leider gezeigt, dass das zu nicht außer scheiße viel Arbeit für die Moderatoren führt... Nach meinem dafürhalten bringt Beileid nichts. Die ganzen Bildchen auf FB die nun gepostet werden, z.B. mit einem Eifelturm im Peacezeichen, irgendwelchen Abbildungen mit tricolore, oder was weiß ich nicht alles, helfen meiner beschränkten persönlichen (!) Meinung nach niemandem. Mitleid und Beileid sind für mich nur leere Floskeln, die in der Vergangenheit weder mir persönlich in irgendeiner Form geholfen haben, oder irgendjemandem in meinem Umfeld. Das ist das Eine, das Andere ist die Tatsache, dass ich nicht verstehe, wie man sagen kann, dass "jetzt alles viel schlimmer wird". Terror und terroristische Akte gibt es seit es die Menschheit gibt und wird es immer geben. In Deutschland war es vor noch nicht zu langer Zeit die RAF, der NSU, im Nahen Osten ist A für B seit Ewigkeiten Terrorist und B für A... Natürlich ist jeder Tote, jeder Verletzte und jeder Betroffene einer zuviel, aber in einer solchen Situation zu schreien und zu sagen, dass es jetzt erst richtig los geht, ist m.M. nach genau der falsche Ansatz (abgesehen davon, dass es schon losgegangen ist, als der erste Höhlenbewohner seinem Nachbarn einen Stein an den Kopf geworfen hat...) Das Problem ist Hausgemacht und wird sich nicht durch Zivilcourage, EU, NATO, Strategien oder sonst was lösen lassen. Solange Gelder in dem Maße fließen, bzw. nicht fließen, wie es in den letzten Jahren der Fall ist (Stichwort UNO Flüchtlingshilfe - zugesicherte Gelder wurden auch von D. ersatzlos gestrichen...), wird sich nichts ändern und "den Terroristen" nur in die Hände spielen. Folgt man den auch hier zu lesenden Aufrufen "couragiert zu sein, Verdächtiges zu melden und den Verbrechern den gar aus zu machen", haben "die Terroristen" schon gewonnen und könnten sich getrost zurücklehnen... Haben sich diese ganzen scheiß Gewaltszenen einmal in den Köpfen festgesetzt, kommt es zusammen mit von den Massenmedien unreflektiert übernommenen Äußerungen und Standpunkten genau dazu, wo die Spinner hinwollen: Angst und Misstrauen. Randgruppen machen sich das ganze dann schön zu Nutze und suchen sich ihre Feindbilder (Beispiele braucht man an dieser Stelle wohl leider keine geben), im besten Fall werden ein paar Parolen geschmettert, im traurigen Regelfall kommt es aber leider zur (Gegen-)Gewalt. Herzlichen Glückwunsch... Wer sich mal abseits vom Stammtisch, Bild und RTL mit Terrorismus auseinandersetzen will, dem empfehle ich Ulrich Becks "Risikogesellschaft" und "Weltrisikogesellschaft". Ich bin nicht in der Lage seine Ausführungen wiederzugeben, aber im Grund hat er genau die aktuelle Situation schon vor Jahren beschrieben. Soziologie bringt aber keine Milliarden Dollar und auch keinen Barrel Öl...