Wir - meine Frau und ich - gehen mit unseren Kindern (2 und 4 jahre alt) offen in Sachen Fleisch und Fleischkonsum um. Wir leben auf dem platten Land, bei uns im Ort und Umkreis gibt es diverse Bauenrhöfe. Teilweise laden die Höfe zu besuchen ein, es gibt kleine Hofläden mit regionalen Produkten usw. Die Tagesmutter unserer Kinder ist regelmäßig mit den Kindern zu einem Milchviehbetrieb gegangen, wo Kälbchen gestreichelt werden konnten, Eier gesammelt, frische Milch getrunken, frische Wurst gegessen wurde usw.
Bei unserer 4 jährigen fängt es langsam an im Kopf zu klicken, dass das Stück Fleisch auf dem Teller den Tod eines Lebewesens mit sich bringt. Es ist nur eine Frage der zeit, bis sie kein Fleishc mehr essen möchte. Gestern fragte sie, ob es in Ordnung sei, dass wir den Kälbchen die Milch wegtrinken, schließlich sei die Milch ja für die Kälbchen. Wir gehen da offen mit um, ich habe ihr erklärt, dass die Kühe (von dem oft besuchten Hof) ja gut gehalten werden und sie viel mehr Milch abgeben, als ihre Kälbchen brauchen. So viel zu meinem bzw. unserem Umgang mit dem Theme Fleisch, Leben, Tod und Tier. Eigentlich sind wir beide @Crank-Hankuns, was unserer grundsätzliche Haltung angeht, recht nah. Ich würde persönlich gerne Schweine, Schafe und Ziegen zu Hause halten, um sie eben regelmäßig schlachten zu lassen, damit die Kinder ganz bewusst mitbekommen, was es heißt Fleisch zu essen und wir den Tieren ein möglichst Art gerechtes Leben ermöglichen können. Warum nicht selber schlachten? Weil man es nicht darf und weil ich es handwerklich in Bezug auf einen möglichst schmerzarmen Tod nicht kann. Auch wenn unser Grundstück groß ist und wir auf einem alten Bauernhof wohnen, ist es uns aber leider nicht erlaubt Schweine, Schafe und Ziegen zu Hause zu halten...
Leider verstehe ich nicht, woher deines Aussage bzgl. eines Lehrplans stammt. Ich kann nur für NRW sprechen, aber hier ist es z.B. in der Ernährungslehre so, dass z.B. auf Seite 34 und auf Seite 43 die Erklärung komplexe[r] ernährungsökologische[r] Zusammenhänge in den Kompetenzerwartungen formuliert werden.
https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplan/177/KLP_GOSt_Ernaehrungslehre.pdf
In den Schulen in NRW verhält es sich genau anders herum, als von dir dargestellt. Das wollte ich hier nur mal loswerden, weil es mir etwas auf den Keks geht als Lehrer ständig direkt oder direkt für Unwahrheiten an den Pranger gestellt zu werden.