Ich schließe mich hier mal an...
Bin zwar erst 36, aber ich kann die Beweggründe nachvollziehen und kann auch zum Thema erzählen...
Ich fange mit Schullaufbahn an.
Viele Schulwechsel in jungen Jahren mitgemacht, wegen diversen Umzügen und Trennung der Eltern.
Dann Hauptschule (Kumpels waren alle aufm Gym und die Eltern Anwälte, Lehrer und Ärzte), empfand das immer etwas unangenehm aber egal...dann Wirtschaftsschule/höhere Wirtschaftsschule für EDV und das Fachabi gemacht.
Danach Ausbildung zum Kfm Groß-/Aussenhandel (Autoteile/Industriebedarf), erfolgreich beendet.
Konnte nicht übernommen werden, also direkt im Anschluss aus Interesse eine Ausbildung zum KFZ Mechatroniker bei VW/Audi begonnen und erfolgreich beendet.
Während den letzten 1,5Jahre Ausbildung in Koblenz bei der HWK Betriebsassistent im Handwerk mit Teil 3+4 des Meisters gemacht.
Dann 2009 Umzug von RP nach Sachsen (der Liebe wegen).
Beim Audi Zentrum in Chemnitz als Mechatroniker gearbeitet und nach 2Jahren in Teilzeit (2x Abends unter der Woche und Samstags ganztags) den Meister fertig gemacht.
Arbeit an sich bei Audi hat Spaß gemacht, aber die Aufstiegschancen waren ausgereizt und mehr Geld gab's damals auch nicht.
Also ab zum Porsche Zentrum...da war vieles besser vor allem die Kohle, aber Famile und andere Freizeitbeschäftigungen sollte man dort besser nicht haben, anfänglich war noch alles super.
Später dann wochenlang Samstagsdienste hintereinander, viele spontane Überstunden ohne die Möglichkeit diese abzubummeln.
Gab aber noch andere schlimmere Baustellen, auf die ich nicht näher eingehen möchte.
Da ich gerne offen meine Meinung sage und anspreche, wenn mir etwas nicht passt und die jüngeren Kollegen teilweise dann mit auf mein Boot gesprungen sind, war ich natürlich ein Dorn im Auge...zum Glück bin ich Steinbock und dickköpfig!
Hab dann mein Ding bis zum Ende im Mai 2018 durchgezogen und Dienst nach Vorschrift abgeleistet.
War trotzdem das beste Pferd im Werkstatt-Stall und hab dann ganz spontan meine Kündigung abgegeben.
Seit Juni 2018 bin ich bei der DEKRA als KFZ Sachverständiger unterwegs (endlich weg von Vorgabe-Arbeitszeiten die sich ein Theoretiker ausgedacht hat) und kann bis jetzt nur sagen, nie wieder ein anderes Unternehmen!!!
Hier möchte ich alt werden.
Sehr gute Dekrainterne Ausbildung, 38,5 Stunden/Woche, Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld, Überstunden können wenns sie anfallen zeitnah abgebummelt werden, kein Samstagdienst, 30 Tage Urlaub, KM Geld 0,36€/Km, Telefonvertrag (auch zur privaten Nutzung, ohne Limit), Altersvorsorge, etc.
Achja, der Einstieg war befristet auf 2 Jahre und trotz Corona wurde mein Vertrag auf unbefristet verlängert und das, obwohl mein Haupstsitz in einem Autohaus bis jetzt auf Eis gelegt wurde.
Soll heißen, dass ich seit März bis heute auf Abruf zu Hause bin und das ohne Kurzarbeit
Meine drei Kinder (7,3 Jahre und 9Monate) und meine Frau danken es mir und ich mir auch.
Keine schmutzigen Hände mehr, ich komme jetzt entspannter von der Arbeit, als früher aus dem Urlaub und ich hab wieder Geduld am eigenen Auto/Roller zu schrauben.
Ich hatte immer Kollegen neben mir, die gejammert haben, dass dieses und jenes scheiße ist und das Sie sich das nicht länger gefallen lassen, aber die arbeiten immer noch in der gleichen Bude.
Ich denke es gibt da verschiedene Typen:
Die, die resignieren.
Die, die sich nicht richtig trauen (Familie, Sicherheit,etc.), für mich nachvollziehbar.
Die, die reisen, ich hoffe ich bin am Ziel angekommen
Die, die (endlich) zufrieden sind.
Gruß Markus