Mein Kommentar zum SPON-Kommentar mit dem Titel "Wir Autofahrer haben Mitschuld":
"Ich fühle mich – auch wenn die Artikelüberschrift sich im Langtext relativiert – vollkommen zu unrecht angegriffen.
Vorausgeschickt sei, dass ich seit 35 Jahren Greenpeace-Spendenmitglied bin, womit ich aussagen will, dass mir die Umwelt sehr wohl am Herzen liegt.
Ich habe 2010 einen Skoda Roomster 1,6 TDI mit 90 PS angeschafft, eingestuft mit Euro 5, angegebener Normverbrauch 4,7 l (okay, dass diese Verbrauchswerte nie stimmen wusste man, in der Realität sind es eher 6-6,5 l), CO2-Ausstoß von 124 g/km (besser als die zeitgleichen Benziner).
NOX-Werte wurden damals in den Datenblättern nicht angegeben.
Der Kauf erfolgte neben praktischen Erwägungen natürlich anhand der angegebenen Verbrauchs- und Schadstoffwerte nach bestem Wissen und ökologischem Gewissen im Vertrauen darauf, dass ich damit ein zuverlässiges, alle Anforderungen des Gesetzgebers erfüllendes Fahrzeug erwerbe.
Nun, 8 Jahre später, hat sich herausgestellt, dass die Autokonzerne durch die Bank betrogen haben und ich werde als Umweltschwein dargestellt.
Das von unserer eng mit der Autolobby verknüpften Regierung ausgehandelte Software-Update habe ich machen lassen (müssen), mit der leisen Bitterkeit, dass der NOX-Ausstoß damit nicht wesentlich vermindert wird, dafür die Lebensdauer kostspieliger Komponenten abnimmt.
Neben der deutlichen Wertminderung meines Autos blühen mir nun auch noch Fahrverbote – ich nenne das eine Teilenteignung. Und weder kann ich es mir auch mit Dieselprämie leisten ein Neufahrzeug zu kaufen, noch bin ich damit einverstanden, 2-3000 € für die Nachrüstung eines AdBlue-Systems hinzulegen. Diese Kosten müssen m.E. zwingend von der Autoindustrie übernommen werden, die trotz Lug und Betrug weiter hohe Gewinne einfährt. Mit meinen Steuern habe ich die Bande ja schon einmal zu Zeiten der Abwrackprämie gerettet, weshalb sollte ich denen jetzt nochmals mit dem Kauf eines Neuwagens helfen? Ob das in der Gesamtbilanz weniger schädlich für die Umwelt ist, wage ich zu bezweifeln, ich gehe davon aus, dass gerade ein Diesel durchaus auch mal 300.000 km hält, das wären bei mir knapp 30 Jahre Nutzung. Da ist er wohl eher vorher verrostet..."
Okay, wenn ich König von Deutschland wär', würde ich die ganzen SUV-Ungetüme verbieten...