Das ganze schreibt sich hier so schön fluffig runter, tatsächlich ist über diesen ganzen Aktionen auch wieder einiges an Zeit ins Land gegangen. Anfang 2015 steht nun der Roller endlich fahrbereit so da:
Schon stellt sich die nächste Frage: "Wie komme ich denn jetzt zum TÜV?"
Da ich am Auto keine Anhängerkupplung habe und die nächste Prüfstation zum Schieben zu weit weg ist heißt die Lösung:
Kennzeichenvorabzuteilung.
Also Papiere geschnappt, eVB besorgt und mit Perso in der Zulassungsstelle angetreten.
"Guten Tag, ich möchte gern meine Vespa vorläufg zulassen. Ich habe allerdings noch kein TÜV-Gutachten."
"Ohne TÜV? Geht nicht!" ist die spontane Reaktion des freundlichen Zulassungsmitarbeiters.
Auf die Frage, wie ich denn sonst zum TÜV kommen solle, gerät er etwas ins Grübeln und kommt dann doch auf die vorläufige Kennzeichengeschichte. Täte ihm leid, so was käme nicht so oft vor. Mir ist`s Recht und bald habe ich einen entsprechenden Wisch mit Kennzeichennummer und Versicherungsbestätigung in der Hand. Ab hier habe ich zwei Wochen Zeit, mich um den TÜV zu kümmern. Nur noch Kennzeichen prägen lassen, dran schrauben und schon sind Fahrten von daheim zum TÜV und zur Zulassungstelle zu Zulassungszwecken erlaubt.
Allein die Wunschkennzeichengeschichte war etwas blöd: Bei den schmalen Motorradkennzeichen sind in N nur Buchstabenkombinationen, die eine Handvoll bestimmter Buchstaben beinhalten müssen, erlaubt. Und das sind ausgerechnet so bekloppte Buchstaben wie "R", "I", "Q" und noch ein zwei weitere. Jedenfalls weder ein "P" noch ein "X" dabei. Na ja, dann nimmt man halt, was da ist...
Am nächsten Morgen beginnt dann der Tag der Wahrheit:
Samstags morgens, schön um halb neun ohne Termin beim TÜV vorgerollt .
"Haben Sie `nen Termin?"
Bevor ich Antworten kann läuft der Prüfer hinten durchs Bild, schaut raus und meint: "Ah, den Roller da hab ich in drei Minuten durch", und ich sage zur Dame am Empfang: "Ich bin der mit dem Roller!".
Kann direkt losgehen. Der Prüfer fährt die Vespa vom Kundenparkplatz in die Halle, auf den 15 Metern gehupt und gebremst, geht, ok.
Licht, Blinker, Bremslicht gehen, dass an der Handbremse kein Bremslichtschalter ist, weiss er schon.
Fahrgestellnummer überprüft (schaut bei mir schon arg fadenscheinig aus), er meint aber, da habe er schon schlimmeres erlebt.
Einmal am Hinterrad gewackelt, dann geschaut, was da wohl für ein Zylinder verbaut ist; alles Original - Guß, ok. Ins Radhaus geschaut, ob der hintere Stoßdämpfer richtig verbaut ist, gut.
Lenklager sind in Ordnung, dann der Blick auf die Stoßdämpfer:
"Ach, die habe ich doch schonmal gesehen, sind nicht Original, gell?"
In diesem Moment schießt mir dieser ganze "YSS-Gutachten-mit-falsch-angegebener-Feder-für-den-hinteren-Dämpfer" - Schmarrn durch den Kopf und ich antworte etwas kleinlaut: "Die ABE für die Dinger hätte ich dabei".
Er winkt ab: "Kenne ich schon. Kein Problem". Er meint noch, Probleme könnte man bei `ner PX80 kriegen, weil da nicht alle Modelle in der ABE gelistet seien, und ich denke mir, Aha, wieder was gelernt...
Noch kurz geschaut, ob der Seitenständer auch schön von allein hochgeht und dann meint er, sind wir eigentlich fertig.
Ach Moment, einen kurzen Blick noch auf den Auspuff.... Ok, ist Original.
Ich: "Mit dem SIP-Road wäre ich jetzt wohl aufgeflogen, gelle?" - Er: " Yep, damit hätte ich Sie jetzt mit `nem Grinsen heimgeschickt". Ob ich mir überlegt hätte den dran zu bauen, und der würde beim Standartzylinder eh nicht so viel bringen...
Ich bin heil froh, bei der Auspuff- und Seitenständerfrage doch vorsichtig gewesen zu sein,
bedanke mich und bin letztlich tatsächlich keine Zehn Minuten nach Beginn der ganzen Geschichte mit
durch.
Jetzt nur noch am Montag wieder zur Zulassungsstelle, Behördensiegel und TÜV-Plakette kleben lassen und:
F a h r e n !