Schon wieder zu viel SPON gelesen? Zur ersten Frage: Jede Information, d.h. auch das Licht das von dem Zentralgestirn der Planeten ausgeht, und heute bei uns ankommt ist 1200 Jahre alt. Beispiel: Erscheint der einer der Planeten von der Erde aus gesehen heute rosa, können wir an Hand dieser Information nur sage, dass er vor 1200 Jahren rosa erschien, tatsächlich kann er heute schon gar nicht mehr existieren, wäre er heute morgen explodiert (unwahrscheinlich), würde diese Information erst in 1200 Jahren bei uns auftauchen. Aktuell lebende Forscher können also nur über diese Zustände sprechen, deren Information aktuell bei uns eintrifft, alles andere ist theoretisch, oder spekulativ. Man sagt zwar, die Planeten seien wo möglich erdähnlich, aber korrekter Weise müsste man sagen, die Planeten waren vor 1200 Jahren erdähnlich, allerdings sind 1200 Jahre in den Maßstäben, in denen Kosmologen denken, eher gegenwärtig Eine Methode zur Entfernungsmessung beruht auf ein bisschen Geometrie und der Positionsänderung der Erde während ihres Umlaufs um die Sonne: betrachtet man im Sommer und im Winter ein und den selben Stern, so erscheint dieser vor dem Hintergrund verschoben, aus der Verschiebung kann man die Entfernung bestimmen, falls das hier noch nicht klar ist: Schau aus dem Fenster, fixiere einen Punkt draußen, der vor einem wesentlich weiter Entfernten Objekt steht und bewege dich seitlich, während du den Punkt weiter fixierst, der Punkt und das weiter entfernte Objekt im Hintergrund bewegen sich relativ zueinander. Eine andere Methode beruht auf dem Dopplereffekt (kennt man aus dem Alltag, Krankenwagen kommt mit Sirene auf einen zu, fährt an einem vorbei und entfernt sich von einem, wobei die Sirene beim Näherkommen höher klingt, sich beim vorbeifahren schlagartig ändert, um dann beim Entfernen tiefer zu klingen), auf Licht übertragen bedeutet das, dass sich die Farbe einer Lichtquelle, die sich vom Beobachter entfernt rötlicher erscheint, eine Lichtquelle, die sich auf den Beobachter zubewegt bläulich. Daraus und ein paar anderen Annahmen lässt ich ebenfalls auf die Entfernung schließen. Viel interessanter ist aber die Methode, wie man extrasolare Planeten überhaupt entdeckt. Dabei gibt es zwei verschiedene Verfahren, bei dem einen schaut man, ob sich der Stern, von dem man wissen will, ob er von Planeten umrundet wird, im Laufe einer längeren Zeitspanne periodisch minimal verdunkelt, ist das um einen Wert von wenigen Promill oder Prozent der Fall, liegt die Vermutung nahe, dass ein Planet regelmäßig zwischen uns und diesem Stern vorbeizieht. Eine andere Methode nutzt den Effekt, dass ein Planet sein Zentralgestirn leicht taumeln lässt, vergleichbar mit einer Unwucht, da der Planet ja an dem Stern zieht und genau betrachtet der Planet nicht um den Stern kreist, sondern Stern und Planet um den gemeinsamen Schwerpunkt. Aus der Helligkeit des Sterns lässt sich auf dessen Größe und damit auf seine Gravitation schließen, über die Gravitation des Sterns und die Umlaufdauer des Planeten kann man auf den Radius seiner Bahn schließen, womit sich ganz grob sagen lässt, ob eventuell vorhandenes Wasser flüssig ist. Über die Verdunklungsrate kann man darauf schließen wie groß der Planet ist und damit mit allen anderen Informationen zusammen, wie dicht er ist. Dann überlegt man und kommt auf die Idee, dass bei der berechneten Dichte bestimmt auch Wasser dabei wäre...