Heute stelle ich euch mal mein Winterprojekt 2005 bis 2022 vor. Es war meine erste Lambretta, nichtsdestotrotz hat es ein wenig länger gedauert und ich habe zwischenzeitlich auch schon darüber nachgedacht die Kiste wieder zu verkaufen. Zum Glück habe ich das aber nicht getan.
Die Basis war an sich nicht so schlecht und heute würde man das wahrscheinlich mit der Suche nach Floorboards in O-Lack und diversen lackschonenden Arbeiten sowie lackaufbereitenden Chemikalien versuchen wieder auf die Straße zu bringen.
Nachdem ich mit dem Teil in jungen Jahren zweimal zum Zigarettenautomat gefahren bin wurde erstmal alles zerrissen und die ersten Blecharbeiten durchgeführt. Der junge Herr hatte große Pläne, relativ schnell fiel die Lambretta dann aber in eine Art Dornröschenschlaf.
Es kam noch eine LI3 herbei...
Nun denn, der Motor wurde in Originalspezifikation wieder aufgebaut und so liegt er seit nun mehr 15 Jahren im Regal. Über das Folge-Motorkonzept war ich mir dann lange unschlüssig. Das ging über Mugello, Imola und Schwaben-200er in alle möglichen Richtungen bis mich dann @Stampedefür den Quattrini überzeugen konnte. Der Motor von der LI150 lag eh noch rum, die hatte damals ein Upgrade auf Monza 231 bekommen.
Das war im Sommer 2019 und so wurde die Kiste zu meiner Coronabeschäftigungstherapie.
Es handelt sich um eine SX150, BJ 1967, mit Blechtoolbox aber schon mit Rechteckemblem.
Gestartet habe ich mit dem Motor, das mache ich immer lieber als die Arbeiten am Chassis :)
Zuerst habe ich gecheckt, ob das ohne Aufschweissen der Überströmer klappt und es sah gut aus:
Das Topend wurde aufgebaut: Quattrini M210, MMW Ansaugstutzen mit Mikunigummi, mit 58/116er SIP-Welle, Synergy-Lagerabdeckplatte.
Alles dicht.
Dann ging es am Getriebe weiter. Leider war die Nebenwelle des LI150 Getriebes etwas angenagt, aber @DLbastard hat mir das abgedreht und wir haben einen neuen Lagerinnenring aufgeschrumpft.
Die Liedolsheim habe ich dann nach ewigem hin-und herüberlegen und auf Anraten der Kollegen doch mit dem Originalsicherungsblech gesichert...
...und den Rest fertig verbaut. Kettenflucht etc. wurde natürlich geprüft.
Verbaut ist nun Jockeys HiRaLager, LI150 auf 16/46 mit Liedolsheimkupplung inkl. zehn Originalfedern, Jockeys Spanner, T5Rainers Feder, bgm Sprocket und MMW Sprocketschraube und Andruckdeckel. Dichtungen schnibbel ich mir meist selbst.
Deckel drauf und fertig. Dachte ich....
Nachdem ich vom JL KRP3 RB-type auf Voyager RB gewechselt hatte musste ich leider feststellen, daß der Auspuff nicht wirklich auf diesen Zylinder passt. Ich denke das liegt daran, daß der Quattriniauslass im Vergleich zum RB (den hatte ich leider nicht zum Vergleich zu Händen) auch nach links gedreht ist. Zum einen hatte das zur Folge, daß der Krümmer an der Polradabdeckung anstand und zum anderen, daß er auf der rechten Seite einfach nicht vernünftig an der Halterung fixiert werden konnte. Die Abhilfe brachte der Kugelflansch.
Der Auspuff wurde dann noch während des Drybuilds auf Steckdämpfer inkl. MMW RS2000 350/26 umgebaut und von @rd racertraumhaft geschweisst.
Wie schon erwähnt, lief dann der Drybuild an. Das hat sich auch nochmal etwas gezogen, aber Trittleisten anpassen etc. hat dann plötzlich doch etwas an guter Laune gebracht, weil das Ziel immer näher kam:
Ich habe dann festgestellt, daß der Rahmen etwas nach vorne gebogen war und somit ging die Kiste dann noch zu Jockey auf die Richtbank und er hat in diesem Zug auch gleich die Motorhalterung nach Vorbild Serveta verstärkt.
Nachdem das dann alles erledigt war ging der ganze Haufen zum Strahler und danach zum Lackierer.
Während das Blech auf Reisen war habe ich mich dann noch um kleinere Arbeiten gekümmert. Mit @gravedigger s Hexe die Bremse gefräst und den Forklink auf das Bremsenupgrade vorbereitet.
Dann kamen endlich die Teile vom Lackierer zurück....
Ich hab mich an das Originalfarbschema Frühlingsgrau/Weiß gehalten und bin wirklich happy damit.
Zuerst wurde dann die Gabel aufgebaut. Meine Anschläge saßen um ca 2mm unterschiedlich tief, das konnte ich easy mit einer Beilegscheibe ausgleichen. Verbaut wurde dann also Dirty Sanchez AD, Jockeys Originalfedern +10%, bgm Zusatzstoßdämpfer und oben kleine Anschlaggummis sowie geschweißte Halter.
Nachdem die Gabel fertig war konnte ich die Karre endlich auf ihre Beine stellen und loslegen.
Ich hab dann die Sommerabende in der Werkstatt verbracht und den Roller Schritt für Schritt aufgebaut.
Da das 90°/45° Banjo bei Jockey leider nicht lieferbar war habe ich mir das aus einem 90° Banjo selbst gebaut.
Unter der Kaskade und im Lenker wurde es dann relativ voll. Ich habe den Roller mit der VAPE DC Zündung mit Batterie, LED-Blinkern (Blinkerschalter LI-Trapez Lichtschalter), Hupe, SIP-Tacho und EGT über SIP-Tacho sowie einen Bremslichtschalter vorne aufgebaut. Das war dann mein ganz persönliches Spaghetti-Nightmare aber es hat alles auf Anhieb funktioniert :)
Nochmal ein Sicherheitscheck bzgl. Freigängigkeit des Auspuffs bei aufliegendem Bumpstop. Ziemlich knapp aber iO.
Im Oktober war die Kiste dann fertig und der TÜV hat alles abgesegnet und eingetragen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß hinten ein Readspeed Federbein verbaut ist. Das machte auf den ersten Kilometern einen guten Eindruck.
Und beide zusammen...
Danke ans Forum für die meist konstruktiven Beiträge und vor allem an:
@Stampede
@gravedigger
@Herr Gawasi
@DLbastard
@rd racer
@vnb1t
@Jockey's Boxenstop
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