Und plötzlich geht es ganz schnell ...
Leider heute ohne Fotos, aber es ist ein Ende in Sicht. Morgen wird gestartet. Drückt die Daumen!
Heute habe ich erstmal die Griffe montiert. Wenn man hier zuerst die Erfahrungen der Profis liest und dann mit Plan vorgeht, klappt das super (im Gegensatz zu früher, als ich regelmäßig diese Driss-Arbeit verflucht habe). So ging es problemlos: Erstmal den Griff gleichmäßig rundum mit dem Heißluftfön gefönt, bis er deutlich elastischer wurde (waren eh nur 11 Grad heute). Immer schön vorsichtig, damit nichts schmilzt oder so. Dann zügig (3 Meter entfernt wegen Entzündungsgefahr!!!) Bremsenreiniger in den Griff gesprüht, ausgeschüttet und auf den Lenker geschoben. Mit gleichmäßigem Druck gingen die Griffe über den gesamten Weg (ich sage mal 1cm/Sek.) komplett auf den Lenker. Da war die Stimmung schonmal super.
Danach kam das Thema mit dem Kurzschluss (siehe oben):
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Also erstmal mit dem Stuhl daneben setzen und über die Verkabelung nachdenken. Und denken. Und nochmal nachdenken. Und eigentlich sollte bei einem Kurzschluss ja die Sicherung (die original nicht vorhanden ist, ich aber einbaute) durch sein. Also Sicherung gecheckt und ... nicht durchgegangen. Komisch. Na dann, Batterie nochmal dran. Nichts geht. Obwohl Tachobeleuchtung und Scheinwerfer abgebaut sind. Beim Schalten des Schalters kam mir ja schon so komisch vor, dass er plötzlich so knochig drehte; jetzt wackelt er etwas. Und der Kipphebel, der im Schalter die Kontakte verbindet (dieses Gussteil an dem der tropfenförmige Drehknopf steckt), ist heiß? An die Oberlippe mit dem Ding und: tatsächlich heiß. Wann wird ein elektrisches Bauteil ohne Funktion heiß? Wenn Strom fließt aber der Widerstand hoch ist. Also das Rücklicht abgeschraubt und die Soffitte raus genommen. Den Gleichrichter vom Rahmen getrennt (grünes und gelbes Kabel an den Rändelschrauben in der Backe abgeschraubt). Alle Verbraucher (Leuchtmittel, Hupe, Gleichrichter) und Stromquellen (Batterie, Zündgrundplatte) sind also raus aus dem Stromkreis.
Jetzt kann man mit dem Messgerät die Leitungen durchpiepen. Erst mal die Kurzstrecken, also die Leitungen einzeln, weil ich schon befürchtet hatte, beim Einbau (oder durch die Hitze des Stroms) eine Isolierung beschädigt zu haben. Dann im Schalter die Schalterstellungen messen; da ist schon irgendwie was komisch. Anschließend aber erstmal die Langstrecken (z.B. grüner Gleichstrom-Anschluss in der Backe über den Schalter bis zum Standlicht im Scheinwerfer) abgepiept. Manches geht, manches nicht. Ergebnis: Der Übeltäter ist der Schalter, der nicht tut wie er soll. Und die Erkenntnis, dass der Scheinwerfer erst leuchten kann, wenn das weiße Massekabel an den Motorblock angeschlossen ist (das Kabel mit dem Messingteil von @thomaGS).
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Also der Schalter war das Problem. Ich habe mir mit dem Ding ja echt mühe gegeben und alles fein geputzt. Offenbar waren die Kontakte aber tiefer oxydiert als gedacht. Bin dann nochmal an alle Kontaktflächen mit Schleifpapier ran gegangen und hoffe, dass das so reicht. Zweites Problem war die kleine Feder (roter Kreis), die im Kipphebel (grüner Kreis) den Kontaktabnehmer im Führungsbolzen (linker, blauer Kreis) und den halbkugelförmigen Kontakt (bleuer, rechter Kreis) auf Spannung hält. Die tat ihren Job nämlich nicht mehr. Vielleicht ist die einfach etwas altersschwach, da sie beim Einbau erstmal totale Motivation vorgegaukelt hatte. Ich habe sie etwas geweitet und wieder eigebaut. Damit ist der Schalter vorerst wieder fit.
Alles erneut durchgepiept, Rücklicht ging, Standlicht auch. Dabei gleich noch den Unterbrecher (Motor aus) und den Hupenknopf gemessen; die haben kaum Betätigungsweg, funktionieren aber korrekt.
Kurz zum Durchpiepen: Ich meine damit einen Durchgangsprüfer. Der ist meist auch in die billigen elektrischen Messgeräte eingebaut. Er misst dann eben keine Spannung oder Stromstärke, sonder piept einfach, wenn die Messfühler Kontakt haben. Bei meinem Modell zeigt das Display gleichzeitig noch (gewissermaßen) einen Widerstandswert an. Ohne Kontakt steht da eine 1, dann ist der Widerstand unendlich groß. Bei Kontakt der Fühler piept es und der Wert sinkt auf 0,01 (kaum Widerstand).
Warum hilft der Wert, wo er doch eigentlich nichtssagend ist? Der Durchgang von der Wechselstromquelle (gelbes Kabel, kommt später an die Zündung) bis zum Fernlicht (lila/braunes Kabel am Scheinwerfer) gab bei mir maximal einen Wert von ca. 0,4. Da war der Kontakt einfach irgendwo schlecht und damit der Widerstand etwas erhöht. War in meinem Fall natürlich der Schalter, an dem ich eine Messinglasche etwas hochbiegen konnte. Kann aber auch eine Oxidation oder eine schlecht sitzende Klemmschraube sein.
Ergebnis solcher miesen Kontakte: Kaum Licht, schlechter Zündfunke, leere Batterien, usw.
Anschließend alles Elektrische wieder zusammengebaut, Kabel an den Motor angeschlossen (wobei da noch einiges zu tun war), Gummimanschetten am Lenker (die an den Schaltzügen und am Schalter) angebracht, Zylinderhaube angeschraubt, Zündkerze rein, Zündkabel dran und dann schnell wieder abgedüst.
Morgen noch folgendes:
- Hupe wieder dran
- Luftfilter wieder drauf
- Tachowelle (hab ne neue, 4 cm kürzere gekauft)
- Tacho (mit anderer Dichtung)
- Tachobeleuchtung
- Scheinwerfer
- Kontermuttern (Schlitzmuttern) an Hebeln und Schaltgriff
- Spiegel
- Auspuff (muss ich noch sauber machen )
- Gegendruckfeder Schwingsattel einstellen
- Batterie anschließen
DANN AUFRÄUMEN!!
UND ERST DANACH:
- Benzinhahn auf
- Tupfer dreimal tippen
- antreten
- fertig.