Tja, @M210, warum so kompliziert? Was, wenn in Wahrheit alles ganz normal und einfach wäre? Zu einfach? Weil dann kein Schuldiger mehr da ist? (Meine das durchaus ernst, denn gerade dieser Grundgedanke treibt die Querschläger ja erst im Innersten an- auf Biegen und Brechen Erklärungen dort finden, wo es keine gibt, einfach, weil man mit der Realität nicht klarkommt und ein Schuldiger/Schuldige ein willkommenes Ventil abgeben würden).
Zu Deinen Punkten:
1.) Es ist die Aufgabe der Regierung, für das Wohlergehen der Bürger zu sorgen. z.B. mit ausreichend vorhandenen, erschwinglichen, Lebensmitteln. Daran ist man zu Zeiten in Weimar gescheitert und hat daraus gelernt...
Wenn der Alkohol in D preiswerter erscheint (Polen und Tschechien aber de facto tatsächlich und entgegen dieser pauschalen Behauptung preiswerter sind), dann wohl nur, weil sich die heimische Getränke-Industrie dahingehend durchgesetzt hat, dass durch die niedrigeren Abgaben der Absatz erleichtert wird.
2.) Wenn sich die verschiedenen Medien (nur!) an einen, auch teils hausinternen, presseethischen Kodex gebundenen Journalisten der öffentlich-rechtlichen Medien über eine bestimmte Perspektive bei der Berichterstattung einigen, dann fällt das maßgeblich in den Verantwortungsbereich des Intendanten. Und der wird eingesetzt, richtig. Es ist ein öffentliches Amt, somit politisch verwaltet und das ist gut und richtig so. Das Gegenteil hatte man in den 80/90‘ern, als Leo Kirch sein Pleite-Imperium (SAT.1/Pro7...) überhaupt erst aufbauen konnte, indem er Kohl-Propaganda ohne Ende gebracht hat („Zur Sache, Kanzler“ war wohl mit die größte Frechheit) ARD/ZDF waren da deutlich kritischer! Andere Beispiele für korrupten Journalismus kennt man von Berlusconis Medien, Murdoch (Fox News und vieles mehr) und auch die Friedel Springer hatte immer eine ganz eigene politische Agenda. Und worum ging es denn bei der Ibiza-Affäre mit den Rechtspopulisten und der Kronenzeitung? Bin nur froh, dass es die AfD noch nicht geschafft hat, sich abseits der asozialen Medien eine solche Plattform aufzubauen... M., geh bitte nicht bei die Asis!
Wichtig: das sind alles zweifelhafte private Medien (im Gegensatz zu wissenschaftlich basierten privaten wie ZEIT und Spiegel, etc.). Da ist diese systematische Ätzen gegen wissenschaftliches Denken mit nachvollziehbarer These -> Antithese -> Synthese im gesellschaftlichen Diskurs doch reiner und erklärter Selbstzweck. Im Extremfall wie jetzt bei OANN (USA), wo die öffentliche Meinung ganz offen aus einem öffentlich verkündeten Grund und entgegen eigener Überzeugungen hart manipuliert werden soll: um an den „Dummen“ mittels weiterer tiefer Verunsicherung einfaches Geld zu verdienen (eigene Worte des dortigen Firmenchefs). One America News Network, talk about grosskotzig anvisierte Gleichschaltung.
Da ist trotz des einen oder anderen Faux-Pas das öffentlich-rechtliche m.M.n. deutlich seriöser, ganz egal ob dank oder trotz des Intendanten.
Ein weiteres Indiz: Wie erklärst Du Dir die sich zum Großteil überschneidende Homogenität in der Berichterstattung bei den seriöseren deutschen, privaten und öffentlichen Medien? Wann sollte da eine „Gleichschaltung“ passiert sein? Und die Vorstellung, dass mal eben Zehntausende Journalisten, oder auch nur maßgebliche Teile davon, gleichgeschaltet wurden, ohne, dass jemand die „Story des Jahrhunderts“ ausplaudert ist doch, gelinde gesagt, mal echt und richtig und vollständig absurd.
3.) Es gibt meistens sehr gute Gründe, sich in Krisenzeiten verfolgt zu fühlen. Aber die sind dann eher im Kopf zu finden, als in der Realität. Und das Abrutschen in echte Verschwörungstheorien kann sicherlich sehr vieles bewirken, aber bestimmt kein für jeden absolut notwendiges Grundvertrauen oder gar Zufriedenheit (s. Maslows Pyramide) erzeugen, das glatte Gegenteil ist der Fall, siehe „Xavier Hildmann“ & Co. Diese Leute sind ständig auf der Flucht, stelle mir das furchtbar vor. Und die wollen uns abholen, damit wir dann auch so drauf sind? Da halt ich‘s wie mit dem hart suchtkranken Dealer des Nachbarn: Nee, Danke.
Deshalb nochmal an dieser Stelle zum Grübeln: Was, wenn in Wahrheit eigentlich alles ganz einfach ist?