Egal, wie oft das hier immer wieder auftaucht: Das Kürzen der Belege ist keine gute Idee.
Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen finde ich es unverantwortlich, andere auf Ideen zu bringen, die jeder fundierten Grundlage entbehren, und nur gut sein sollen, weil es mal ausprobiert wurde, ohne daß sich das Versuchskaninchen damit für den Darwin-Award qualifiziert hat.
Beim Bremsen wird Kinetische Energie in Wärme umgewandelt.
Für einen kurzen Moment spielt es keine Rolle, aber dann kommt es auf die Größe der Fläche an, um die Wärme abzutransportieren.
Auch wenn es im ersten Moment durch irgendwelche geometrischen Einflüsse besser zu sein scheint, wird man bei 35°C den Großglockner runter oder einer Vollbremsung aus 100 km/h wertvolle Meter verschenken.
Die Piaggio-Ingenieure sind doch nicht blöd. Wenn sie Material sparen oder sogar die Bremsleistung durch das Kürzen der Beläge verbessern könnten, hätten sie das getan. Die Größe der Belagfläche richtet sich nach der erforderlichen Wärmeabfuhr. Es mag Fahrzeuge geben, die serienmäßig "gekürzte" Belege haben. Dann wird aber im Zweifelsfall die Trommel größer (oder das Fahrzeug leichter) sein, damit die Wärmeabfuhr paßt. Der Hersteller hat es auf jeden Fall durchgerechnet und erprobt.
Die Methode, die Beläge mit Kreide zu markieren, und die erhöhten Stellen abzuschleifen, bis die Beläge gleichmäßig anliegen, funktioniert wunderbar, weil damit die Reibfläche vergrößert und die Wärmeabfuhr verbessert wird.
Irgend jemand hat geschrieben, eine Scheibenbremse bringe nichts, und eine ordentliche Trommelbremse sei mindestens genauso gut.
Der Effekt ist hier der gleiche. Bei gleichem Duchmesser der Bremse ist die Trommelbremse im ersten Moment besser, weil die Reibfläche weiter außen liegt und einen besseren Hebelarm hat. Dann wird die Bremsleistung aufgrund der schlechteren Wärmeabführung der innenliegenden Beläge sehr schnell abnehmen. Die Scheibenbremse ist unter Dauerbelastung besser, weil sie gut belüftet werden kann.