Servus Harald,
wir sind dann erst gestern Nachmittag in Kronach angekommen. Es war echt cool, dass wir auf euch gestoßen sind. Hat viel Spaß gemacht ein paar Kilometer in der Monza Reisgruppe mitzufahren. Und vor allen Dingen habt Ihr uns direkt durch Insbruck gebracht. Das hat uns glaube ich das eine oder andere mal Verfahren gespart.
Anbei ein kleiner Reisebericht
Tag 1:
Von Kronach bis Füssen gefahren (430 km). Zwei Regenschauer, aber ansonsten sind wir gut durchgekommen. An sehr schöner Abschnitt war durch das Hopfenanbaugebiet Hallertau. Kurzer Zwischenstopp bei SIP und einen Espresso getruken. In Füssen haben wir uns eine günstige Übernachtungsmöglichkeit gesucht.
SIP, Landsberg am Lech
Füssen:
Tag 2:
Füssen --> Landeck --> St. Moritz --> Malojapass --> Comer See nördlich --> Sünders --> bis kurz vor Tirano (334 km)
Wir sind auf den Weg nach Italien, auf Grund des guten Wetters, trotzdem durch die Schweiz gefahren. Einfach kurz vorm Reschensee den Schildern Richtung St. Moritz gefolgt. Diese Strecke ist echt der Hammer und es ist sehr wenig Verkehr. Ich kann es nur jeden empfehlen! Die Strecke verläuft anfangs durch ein wunderschönes Tal und es werden nur sehr langsam die Höhenmeter für den Malojapass gewonnen. So dass es einen gar nicht vorkommt das man auf 1815 m ist. Aber nach unten Richtung Italien wird einen dann klar von welcher Höhe man runter fährt. Viele Spitzkehren. Super Strecke!
Vorm Nördlichen Zipfel des Comer Sees sind wir dann nach Sünders gefahren (sehr langweilige und viel Befahren Verbindungsstraße zwischen West- und Ost-Italien). Ab Sünders wird die Strecke dann wieder schön. Ab hier beginnt der Weinanbau. Wir haben durch Zufall eine sehr gute Übernachtungsgelegenheit im B&B il Grappolo (www.bbilgrappolo.it) gefunden für 32,50 € / Person. Das kleine B&B befindet sich mitten in den Weinbergen. Das B&B ist sehr liebevoll eingerichtet und die Besitzerin Ivana ist extrem nett. Bei Ankunft hat Ivana und ihr Sohn erstmal zig Fotos unseren Vespen gemacht. Das fanden die beiden großartig. Im Tal ist eine sehr gute Pizzeria (20 Minuten zu Fuß) in der wir uns ein paar Bier und eine gute Pizza gegönnt haben.
Zugspitzblick:
Nähe Ried/Pfunds AT:
Silbersee, Nähe St. Moritz CH:
Malojapass CH:
Blick von der Terasse des B&B:
Tag 3:
Im B&B hat uns die Besitzerin Ivana ein unglaublich reichhaltiges Frühstücksbuffet mit vielen regionalen Spezialitäten (große Auswahl an Käse, Schinken, Salami, selbstgemachte Marmelade, Kuchen und und und...). Wir haben uns richtig Zeit gelassen und auf der Terrasse mit Bergpanorama im wahrsten Sinne die Bäuche vollgeschlagen. Das Frühstück war wirklich nicht zu toppen!
Im Internet nochmals das Wetter gecheckt und nochmals versichert ob der Pass Passo di Crocedomini geöffnet ist. Lt. Internet sollt der Pass offen sein und bestes Wetter war zu erwarten.
Von Abränke bis Edlo hatten wir mächtig Spaß. Viele Kurven, Wunderschöne Gegend, alles Nebenstraßen mit sehr wenig Verkehr. Einfach perfekt. Kurz vorm Pass kam dann die Ernüchterung: Pass gesperrt! Uns kam ein Bauarbeiter entgegen der dann nochmals bestätigt hat, dass der Pass nicht befahrbar ist. Dann erstmal lange Gesichter… Der Passo di Crocedomini ist die einzige möglich Verbindung über die Berge zum Gardasee. Die Alternative war dann entlang des Lago d`Iseo bis kurz vor Brescia Richtung Salo.
Auf SP510 kurz vor dem Lago d`Iseo kamen wir dann in den ersten „Höllen-Tunnel“. Der Tunnel war voll mit Rauchschwadenvon dichten Abgasnebel, extrem dunkel, kaum Licht und sehr hohes und schnelles Verkehrsaufkommen. Panik. Aber durchhalten. Endlich Licht am Ende des Tunnels à „aufatmen“. Ein paar hundert Meter weiter der nächste Tunnel à genauso fürchterlich à und so ging es dann weiter für die nächsten 30 km. Tunnel an Tunnel. Das waren mit Abstand die schlimmsten 30 km die ich je gefahren bin!!! Und vor allen Dingen die allerschlechtesten Tunnel die ich jemals gefahren bin!!!
Die restliche Strecke nach Salo zum Gardasee war sehr öde. Keine schöne Gegend. Viel Industrie. Viel Verkehr. Langweilige Strecken.
Wir sind dann von Salo über Riva de Garda nach Malcesine gefahren.
Heimreise:
Tag 1:
Malcesine à Trient à Bozen à Sarntal à Penser Joch à Alte Brenner Straße à Garmisch à B2 Richtung München à Ammersee à Ingolstadt.
Das Sarntal mit Penser Joch ist auch wirklich eine besonders schöne Gegend. Danke an Schmied für den Tipp!
Auf dem Weg zum Penser Joch / 2000 m:
Blick ins Sarntal:
Penserjoch:
Tag 2:
nur noch 250 km bis Kronach. Auf dem Heimweg noch als krönenden Abschluss durch die Fränkische Schweiz (Pottenstein bis Weismain).
Fazit:
1810 pannenfreie km! Wir hatten viele Ersatzteile dabei und keines benötigt. Es ist echt schön wenn eine so lange Tour nahezu „Schraubfrei“ von statten geht. Unser Werkzeug haben wir nur kurz zum Düsenwechsel und zum Nachstellen der Kupplung benötigt.
Falls wir nochmal zum Gardasee fahren, dann würde wir vermutlich wieder durch die Schweiz, aber dann über den Berina Pass, fahren. Ansonsten war die Strecke echt bis auf den verf***** 30 km Ritt durch die Höllentunnel nahezu perfekt.