So einen Moment hatte ich neulich auch wieder:
Bin vom Sport aus nach Hause gekracht mit dem verbotenen Stuhl.
Es gab da die Tage vorher die Problematik das der Eimer bei der ersten Fahrt im Jahr mit 24°+ Wasser ausgekotzt hat.
Schön über den Überlauf auf mein linkes Knie.
Da der Kram noch nicht gesiedet hat, war wohl einfach zuviel drin bzw. braucht er den Platz bei Temperaturen oberhalb 8°.
Kannte der Stuhl ja so noch nicht.
Naja, jedenfalls habe ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung auf der Maloche Wasser nachgekippt.
Kann passieren morgens um fünf.
Nach einem Nachtschichtblock.
Mit wenig Schlaf dank Sonne auf dem Schlafzimmer.
Und Kindern.
(noch mehr Ausreden fallen mir nicht ein)
Naja, jedenfalls bin ich noch zum Sport, schweren Krempel heben und von da aus nach Hause in freudiger Erwartung des Schwalls warmen Wassers.
Gleichzeitig ist die Abstimmung noch nicht so gediegen, das Ding lief halt noch teilweise auf Wintereinstellung.
Also habe ich erstmal alles magerer bedüst und immer ein Ohr auf dem Motor.
Nun, es ist spät (oder früh, je nach Lebensrhythmus), ich war wirklich durch und krache also Vollstoff nach Hause.
Auf der Umgehungsstraße kommt der erwartete Wasserschwall.
Ich habe schön den Hahn aufgehalten, weil was raus ist, ist dann halt raus.
Wir fahren also overrev schön dahin und mein linkes Knie wird nass.
Und der Korb mit meinen Tupperschalen.
Irgendwie ist die Bedüsung noch nicht so ganz gar, ich hatte mich aber noch nicht entschieden in welche Richtung es gehen sollte.
Vor mir taucht so ein älterer BMW auf.
Beifahrerscheibe eingehämmert und äußerst fachmännisch mit blauen Mülltüten zugeklebt.
Jedenfalls fährt der Typ scheiße langsam, zu weit links und nervt.
Ich bleibe dahinter bis es raus aus der Stadt auf die Lütticher geht.
Bißchen zurückfallen lassen.
Hahn auf, schön plärrend mit dem Kackfass vorbei.
Als ich an ihm vorbeiziehe stehen so grob 115 auf dem Tacho.
Wieviel das in echt sind, keine Ahnung.
Jedenfalls keine 70.
In dem Moment muckt die Karre.
So ein wenig so, als wäre der Eimer kurz vorm festgehen.
Nun ja, war er nicht.
Er war eher einen Tick zu fett, aber das schnalle ich erst nachher.
Aber egal, jedenfalls bratze ich an dem Typ vorbei, deutlich zu schnell, verteile einen feinen Regen Kühlmittel getränkter Tröpfchen über seine Windschutzscheibe und erschrecke ihn wohl durch die Geräuschkullisse, das sieht man ihm an.
Ich schere ein, die Karre muckt, ich reagiere wie in unzähligen Situationen auf Schaltrollern geübt und es ins Unterbewußtsein eingegraben ist: Kupplung ziehen.
Mit Schmackes (ihr kennt ja meine Kupplungen).
Der aufmerksame Leser erahnt es bereits: ja schade, da ist ja die Hinterradbremse.
Ich mache also einige Meter blauen Qualm, schwarze Spur und ein wenig Kasperletheater.
Ging aber so flott das die Karre nicht mal richtig ausgebrochen ist.
Mein leicht ausgebranntes Nervensystem reagiert aber instinktiv richtig und gibt die Griffel direkt wieder frei.
Ich gehe wieder voll aufs Gas, gucke in den Rückspiegel und kann anhand der nach unten gesackten Scheinwerfer die Richtung Grünstreifen ausbrechen schon erahnen wie gut mein Hintermann das fand.
Ja gut, anhalten und es ihm erklären hat wahrscheinlich eh keinen Zweck, also weiter immer weiter.
Natürlich erreicht der Schweineeimer nach der Kuppe die üblichen Drehzahlobergrenzen dank steilem Gefälle und wir entfernen uns schnell vom Ort der Schmach.
Natürlich nicht ohne eine feine Spur mit Kühlmittel versetztem Wasser zu hinterlassen.
Überzeugend nicht überzeugt sag ich mal.
@alfonso
Der Schüttelhippe ist durch die ganze Republik gekommen, in jedem Dorf eine (Piraten-) Braut.