Der Winter ist vorbei, und der Frühsommer 2013 ist angebrochen. Neben Job und Familie ist es mitunter nicht leicht, mal genügend Zeit am Stück zu haben, um größere Etappenziele in einem Rutsch zu erledigen. Daher ist seit der Motorrevision, die so um Weihnachten herum stattgefunden hat, nicht viel passiert. Habe deshalb den Winter und Frühling mehr oder weniger mit "Kleinkram" verbracht: Felgen waren eigentlich OK, da hat Reinigen und Aufpolieren gereicht. Lediglich die Reserveradfelge war nicht mehr so schön, hier habe ich geschliffen und Felgensilber aus der Dose verarbeitet. Drei neue Reifen drauf und gut. Weil ich das Felgensilber gerade da hatte, hab ich damit gleich auch den Hauptständer und die Lüfterradabdeckung, beide waren schon etwas rostfleckig, abgeschliffen und aufgehübscht. Beim Auspuff hab ich lang hin und her überlegt: Arbeite ich den alten Ori-Topf auf oder packe ich gleich nen Road drunter? Weil ich ja irgendwann mal mit der PX durch den TÜV muss, und ich da so wenig Angriffsfläche wie nur irgend möglich bieten möchte, entscheide ich mich für ersteres. Abschleifen, Fertan drüber, Auspufflack aus der Dose; sieht aus wie neu. Kleiner Tipp: Solltet Ihr aus irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Gründen auf die bekloppte Idee kommen, zum Einbrennen des Lacks da mit nem Heißluftföhn in den Krümmer reinzuballern: Macht das draussen und wenn`s dunkel ist (und tragt hitzebeständige Handschuhe)! Nun ja. Nachdem der Rauch verflogen ist, habe ich mich dem Lenker und der Gabel zugewandt. Lenker ist eigentlich unspektakulär. Erwähnenswert ist vielleicht die Lenkkopfabdeckung: Hier hat eine früher mal montierte Opascheibe eine ordentliche, an den schlimmsten Stellen rund 1-2 mm tiefe Furche reingescheuert. Ich hatte noch eine offene Tube Flüssigmetall im Schrank, das wird ja auch nicht besser wenn`s nur so rumliegt; damit die ganze Misere verfüllt und anschliessend plangeschliffen, passt. Die Griffgummis waren noch gut. Wenn Schalt- und Gasrohr ausgebaut sind, bekommt man die auch ganz leicht mit heißem Wasser herunter. Schauen wir uns die Gabel an: Da muss definitiv was gemacht werden. Also erstmal alles auseinandernehmen und den "Radteil" der Gabel mit ner Zopfbürste entrosten: Ich habe dann noch die Löcher für Tachowelle und Bremszug an den Kanten mit nem Dremel etwas abgerundet, habe mal irgendwo gelesen, dass das einem Aufscheuern der Zughüllen an diesen Stellen entgegenwirken soll. Schwden wird`s wohl jedenfalls nicht. Den restlichen Rost, der mit der Bürste nicht entfernbar war, mit Rostumwandler bearbeitet und das ganze dann lackiert. Der Lack ist - so meine ich mich zu erinnern- POR 15. Hat sich eigentlich schön glatt gezogen, trotzdem er mit dem Pinsel in zwei Schichten aufgebracht wird. Dass Innenleben der Gabel habe ich dann später mit Ovatrol geflutet. Dem geübten Auge wird nicht entgangen sein, dass da die Schwinge fehlt. Nach dem Abbau des Stoßdämpfers fiel auf, dass scheinbar (mindestens) eins der beiden Schwingenlager wohl einen Schlag weg hatte. Beim hin und her bewegen der Schwinge war ein "knirschen" fühlbar (aber nicht hörbar), ähnlich wie ein Rastpunkt aber "weicher"; ist schwer zu beschreiben. Ein bisschen so, als wäre da ein Fremdkörper im Lager. Sowas ist äußerst ärgerlich, da die Schwingenlager sich nicht ohne ein Spezialwerkzeug wechseln lassen. Jetzt ist guter Rat teuer: Besorge ich mir eine gebrauchte Gabel, die am Ende möglicherweise auch noch aufgearbeitet werden muss und die letztendlich wohl auch alte Lager drin hätte oder beisse ich in den sauren Apfel und lege mir die Lagerpresse zu? Nicht zuletzt, weil ich auch so ein bisschen Werkzeug-Jeck bin, und weil gerade eine Rabattaktion lief, hab ich mich zur Anschaffung des Werkzeugs durchgerungen. Dabei noch Schwein gehabt: Weil bei der Lieferung der Drehhebel nicht dabei war, hab ich im nachhinein nochmal 20 Euronen dafür zurückbekommen; der Endpreis lag damit noch unter 100,--. Immer noch teuer, aber verschmerzbar. Lustig nur, dass dem Werkzeug keine Anleitung beiliegt. Eine Anleitung zum Wechsel der Schwingenlager mit diesem Werkzeug findet man u.a. aber im Werkstattbuch der LX (deren Schwinge ist mit der der PX baugleich). Mit der Anleitung stehst Du aber auch erstmal da: "Setzen Sie zuerst Aufsatz 2 oben und Aufsatz 36 unten in das Werkzeug ein, legen Sie die Schwinge..."usw. Jetzt muss man wissen, dass das Werzeug mit 9 verschiedenen Aufsätzen daherkommt, die in gefühlten 38 Arbeitschritten ALLE zum Wechsel der Lager benötigt werden. Das kleine Problem ist nur: Auf den Versatzstücken des Werkzeugs sind keine Nummern drauf. Da heisst es lustiges Rätselraten: "Was ist Teil 9, was Teil 16?" Immerhin, mit den paar Abbildungen in der Anleitung, und ein, zwei Bierchen zur Gehirnzellenabkühlung steigt man irgendwann schon dahinter, wo der Hase hinsoll... Und irgendwann sitzt alles auch wieder an Ort und Stelle: Und das hier hab ich übrigens noch im Gabelrohr gefunden (ist aus Metall, keine Ahnung wo das her ist): Was gibts da vorn an der Gabel sonst noch so? Ach Ja, Bremsankerplatte und Trommel. Die Trommel, die dran war mag ich so eigentlich nicht mehr fahren: Da mag es zwar Leute geben die sagen: "Ach, geht noch!" oder man fängt da mit helicoil oder sowas an. Ich habe diese Trommel ausgemustert und mir ne ordentliche Gebrauchte hier im Forum geschossen und gut. Lager und Dichtringe in Trommel und Ankerplatte sind eigentlich schnell getauscht Mit neuem Stoßdämpfer und Bremsbelägen schauts dann so aus: und von der anderen Seite: Der reine Zusammenbau (ohne den Wechsel der Schwingenlager, versteht sich) aller Teile inklusive Tachoschnecke, Züge usw. geht eigentlich verhältnismässig flott, das hat man, wenn man es gemütlich angehen lässtin einer halben, dreiviertel Stunde über der Bühne. Fortsetzung folgt...