Hier soll es um den Aufbau eines Air Conception Tornado 280 auf einem T5 Motorblock gehen.
Nach dem ich letztes Jahr(2020) den Air Conception Nitro mit 60 Hub auf den T5 Motor als Drehschieber aufgebaut habe und im Webshop von Air Conception immer wieder über den Tornado 280 gestolpert bin, im 251er Pinasco Topic wurde der auch schon mal erwähnt, dachte ich mir nach dem es für die Px Blöcke ja neue Zylinder am laufenden Band gibt und die Hubraumzahlen nur so in die Höhe schnellen, so ein richtig großer Zylinder auf der T5 das wäre mal was.
Nach dem die Px Zylinder wie Quattrini… Bfa und Co. nicht wirklich auf einen T5 Block zu bekommen sind und ich am T5 Motor einfach einen Narren gefressenen habe, wurde der Tornado 280 kurzerhand in den Warenkorb geklickt.
Als das Paket an kam habe ich natürlich gleich vermessen und gegrübelt wie das umzusetzen ist.
Und jetzt kommt’s… bitte nicht steinigen… das ganze soll auf Drehschieber laufen… und ja ich weiß, auf Membran findet man viel schneller und auch einfacher Leistung. Ziel ist auch nicht max. Leistung sondern ein schön zu fahrender Motor mit Bums von unten, möglichst leise und einfach der Reiz sich an was Neuem zu versuchen. (Die Frage war dann… wieviel Hub ist auf Drehschieber denn möglich?)
Hier mal die Daten zum Tornado 280:
Bohrungsdurchmesser 73,00 mm
Hub 64 mm
Hubraum 268 ccm
Durchmesser Zylinderfuß 80,0 mm
Länge FD-KD 92,0 mm
Auslass 40,1 mm
Überstömkanäle 52,0 / 52,6 mm
Boostport 54,7mm
Lochstich d. Zylinderstehbolzen 71,9 x 76,2 (2,7 mm außer mittig nach oben Richtung Boostport versetzt)
Kolbenlänge 70 mm
Kolbenbolzen 18 mm
Kompressionshöhe 35 mm
Eigentlich kann man sagen der Tornado 280 ist ein auf skalierter Nitro 200 der wiederum eine Kopie des 172er Malossi mit 4mm längerer Laufbahn darstellt. Somit von den Überstromkanälen her ideal für das Projekt.
Tornado Dichtung auf Piaggio T5 Gehäuse.
Somit war klar ohne aufschweißen würde das direkt auf dem originalen Motorblock nicht gehen.
Nächster Gedanke war dann erst mal die Kurbelwelle… das Herzstück und die Frage wieviel Hub?
Nach einem Telefonat mit Michael von Kingwelle und vielen Fragen nach Möglichkeit von Hub und was für Pleuellängen für 18er Kolbenbolzen den lieferbar sind, bzw. was es überhaupt gibt, meinte er müsse das mal durchrechnen und melde sich wieder.
Das hat auch nicht lange gedauert und er hat mir geschrieben, das wohl gerade so 63mm Hub gehen sollten und 118 und 128 mm Pleuel mit 18er Kobo gibt.
Mit 63 Hub bin ich ja nicht mehr weit von den 64 des Zylinders entfernt und das 128er Pleuel prädestiniert für eine Adapterplatte ist. Klar war dass dafür die kleine Hälfte gespindelt werden muss.
Positiv ist das Pleuel/Hubverhältnis
Das arbeitete dann erst mal eine Weile in meinem Kopf und da ich mich die letzten Jahre schon eingehend mit Kurbelwellen beschäftigt habe, hatte ich auch schon die ein oder andere Idee.
Thema Adapterplatte…
Wie, Wo, Wie oft verschrauben.
Die M8 der Original Stebolzen fallen aus, da Überschneidung mit denen des Tornados. Platz für andere eher Mangelware.
Da ich das T5 Pinasco Gehäuse kenne und es deutlich massiver ausgeführt ist war klar das wird es.
Durch das 128mm Pleuel war dann auch klar 18-20 mm Stärke für die Realisierung der Adapterplatte ist vorhanden und damit ist sie auch ausreichen dimensioniert.
Als das Gehäuse auf der Werkbank lag konnte ich ausmessen wie tief und in welchem Durchmesser gespindelt werden muss und ebenso mit der Konstruktion der Platte beginnen.
Zu dem Zeitpunkt waren die Wangen für die Drehschieberwelle bei Kingwelle auch schon in Produktion und ich hatte mich für
62 mm Hub mit der Option diese durch einen Exzenterzapfen auf 64mm Hub zu erhöhen… was aber ja eigentlich nicht möglich war.
Dann Kamen die Wangen zum bearbeiten bei mir an… wie immer Top…
Kurbelwangen und Pleuel vor der Bearbeitung.
Pleuel habe ich dann einseitig abgesetzt um 64mm Hub realisieren zu können.
Überprüfung an der Wange
Drehschieberausschnitt angezeichnet für die Bearbeitung
Während und nach der Bearbeitung
Dann zurück zu Kingwelle zum Bohren für evtl. Wolfram/HM Gewichte und zum nitrieren.
Zwischenzeitlich wurde der Zylinderfuß am Gehäuse und die kleine Motorhälfte gespindelt.
für weitere Messungen habe ich dann kurzerhand eine Platte auf der Drehbank ausgedreht.
Konstruktion der Adapterplatte
die Idee war die Befestigungsbohrungen so zu setzten dass auch eine Adapterplatte für den Simonini big bore darauf befestigt werden könnte… beim Simonini ist sowohl der Lochstich als auch die Überstömer anders.
Bei den Befestigungsbohrungen habe ich mich für 8 Stück M6er Schrauben entschieden. Beim Tornado funktioniert es sogar dass ich 3 von den vier Zylinderstehbolzen sowohl in der Platte als auch im Motorblock verschrauben kann.
Gewinde wird dann durch die fertig verschraubte Platte in den gebohrten Block geschnitten.
Angerissene und von Hand (Ständerbohrmaschine) gebohrte Platte zur Überprüfung der Konstruktion.
Motorblock mit Anzeichnungen und eingeklebten Aluschrauben.