13. gertax Teil 1/3 60x51 (2006 ff)
Umbauten mit dem 123 Polinizylinder gehören wohl zu den kultigsten SF Umbauten überhaupt.
Und eigentlich war damals allen klar dass das ein super aufwändiger Umbau ist, bei dem massiv geschweißt, gefräst, geplant, gespindelt und abgedreht werden muss. Natürlich übte das auch auf mich eine gewisse Faszination aus, und nachdem ich bereits bei @amazombi ein bisschen mit dem gelben scauri racer gespielt hatte, bestellte ich mir eine Fußdichtung bei ebay (2,35 EUR oder so).
und wie man sieht ist "nicht ganz" so viel Fleisch vorhanden wie man bräuchte
das hatte mich aber auch nicht davon abgehalten einen 210er auf das Smallframegehäuse verbauen zu wollen, und so erfragte ich die entsprechenden Maße vom Zylinder wie Abstand Dichtfläche zu Dichtfläche, Laufbahnlänge, Stichmaß zu den ÜS, Länge und Durchmesser des Zylinderfußes etc. und machte ein paar maßstabsgetreue Skizzen.
Was ich herausfand machte mich erst stutzig, ließ mich meine Skizzen mehrmals überprüfen und sorgte im Anschluss für ein breites Grinsen das vermutlich mehrere Tage anhielt und mich dazu veranlasste umgehend eine Adapterplatte und einen Brennraum in Auftrag zu geben sowie einen geklemmten Zylindersatz (20 EUR) auf ebay zu ersteigern (ja, in der Reihenfolge).
Denn das Teil ließ sich komplett plug and play verbauen! Kein schweißen, kein Spindeln, kein Zylinder abdrehen etc. notwendig. Ich kann mir nicht erklären wieso da noch niemand vorher draufgekommen war. Vielleicht war es einfach zuuu simpel. Alles was es brauchte war eine Kurbelwelle mit einem langen Pleuel (116mm, vorhanden aus dem 201er Projekt), eine 20mm starke Adapterplatte (20 EUR) und einen Brennraumeinsatz (25 EUR) der so weit in die Laufbahn ragt, dass mit 51 Hub ca. 130° Überströmsteuerzeit zu erreichen waren. Der Zylinderfuß war genau 20mm lang, was bedeutete dass es inklusive Papierdichtung (ca. 1mm stark) noch 1mm Luft zum unbearbeiteten Gehäuse gab. Kein spindeln notwendig. Und die Überströmkanäle ließen sich in der 20mm starken Platte weit genug zusammenbringen um im Gehäuse noch ungefähr das an Fräserei zu benötigen was für einen aufgemachten 133er ebenfalls notwendig gewesen wäre (auch kein planen notwendig).
20mm starke Adapterplatte und Kurbelwelle mit 116mm langem Pleuel
Brennraum, der in die Laufbahn ragt
geklemmter und wieder fahrbar gemachter Zylinder von ebay mit gerissenem Auslaßsteg, hier und da etwas abgeplatztem Nikasil, aber inklusive Kolben, Wasserdeckel und Rave
noch schnell die Überströmer ins Gehäuse gefräst
und schon ist der Motor fertig! (67,35 EUR oder so)
Anmerkung: nachdem ich ja ein gebranntes Kind war (Tor 12) hier der Motorständer den ich seither benutze
zur besseren Abstimmbarkeit und weil es damit mehr Platz im Rahmen gab wurde die Auslaßsteuerung noch etwas umgebaut
und dann ging es auf die Rolle
den ersten Auspuff hatte ich noch etwas zu optimistisch ausgelegt
aber der zweite hat dann schon ganz gut gepasst
natürlich gab es hier und da ein paar Kinderkrankheiten
aber schließlich konnten @solo und ich dann bei den Minusschraubern 2007 in die Abenddämmerung reiten