Ja, so könnte man sich politisch korrekt ausdrücken.
Aber das Schachspiel, was dem Begriff "Bauernopfer" seinen Namen gab, ist natürlich an und für sich politisch inkorrekt. Die Namensgebung für bestimmte Figuren des Schachspiels spiegelt ein Über-/Unterordnungverhältnis der einzelnen Figuren zueinander wieder, welches nach den heutigen Maßstäben nicht mehr tolerabel ist. Nicht nur, dass ein "Bauer" weniger wert ist als z.B. der "König", sondern es müssen auch noch Tiere "das Pferd" im Spiel "springen", ein "Läufer" kann sich nur armselig "diagonal" über das Spielfeld bewegen und zusätzlich gibt es die Lächerlichkeit, dass sich ein (feststehendes) Gebäude "der Turm" vorwärts, rückwärts und seitwärts von der Stelle wegbewegen kann.
Dabei hat man auch noch den Feminismus Jahrtausende vorweggenommen und der Dame die größtmöglichen Fähigkeiten/Bewegungsmöglichkeiten auf dem Spielfeld zugestanden, ihr aber trotzdem am Ende eine niedrigere Stellung als der des Königs zubilligt. Von Gleichberechtigung keine Spur, obwohl der König im Spiel ja die dämlichste Figur ist und in Slowmotion übers das Spielfeld kriecht und ständig geschützt werden muss.
Was dem Ganzen sprichwörtlich die Krone aufsetzt, ist, dass man auch noch in schwarze und weiße Spielfiguren unterscheidet. Dabei sind die schwarzen Figuren eher die schlechteren und diese müssen sich bei der Eröffnung zurückhalten und auf die göttergleichen weißen Figuren nur reagieren. Das ist doch "White Ayrian Brotherhood"!
P.S.
Schafft man es mit einem Bauern auf die andere Seite des Spielfeldes, dann wird der Bauer einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und in eine Dame umoperiert.
Und wenn man mehrere Bauern in Damen geschlechtsumwandeln lässt, dann darf der König sogar eine Vielweiber-Ehe führen!
Und hat man dann den armen König des Gegners derart in die Ecke gedrängt und gehetzt, dass er im "Schach" steht und daraus nicht mehr entweichen kann ohne wieder ins "Schach" zu geraten, dann heißt es "Schach matt = der König ist tot". Das ist doch mieseste Fuchsjagd auf die Spitze getrieben.