Eine gute Nachricht! Der Federring hat noch ausreichend Spannkraft. Die gemessenen Werte entsprechen den nach DIN 127 vorgesehenen. Alles voll im Rahmen und daher verwendbar. Um die Mutter steht es aber schlechter. Das Gewinde muss nachgeschnitten werden, und ich habe dafür leider kein passendes Werkzeug und muss erstmal im Freundeskreis auf Hilfe warten. Ihr lacht, aber eigentlich fingen fast alle meiner Projekte mit Beifang, Resten und Ersatzreserven an. So ist es auch dieses Mal. Im tiefsten Delirium der Bodenseetour drückte der Fahrtwind durch meine Augenhöhlen einen Funken größte Angst in den letzten Winkel meines Gehirns. Was mach ich bloss als Nächstes? Kann ich diesen Wahnsinn noch toppen? Ein noch beknackteres Moped bauen? Sicher. Los gehts. Ich definiere für dieses Topic folgende Schimpfwörter: - Eisdielencruiser - Lookschrauber (ein bisschen Look ist aber ok..) - Trendy - Retro - Weisswandreifen - Chrom "Braune Sitzbank" steht noch auf der Kippe. Lobwörter, verbale Bananensticker und Poesialbumsternchen sind: - Oldschool / Oldshool / Altschul / Noschool - Ratte - Rosthaufen - Restebock - uvm Manchmal ist es zum Mäusemelken: nach jedem Projekt, wenn man sich denkt: "Endlich hat das jetzt mal ein Ende", liegen noch unzählige herrenlose Ersatzteile herum, seien es nur Schraube, Federring und Mutter. Verkaufen lohnt nicht, da der Zustand zu schlecht ist, fitmachen und verkaufen, lohnt noch weniger. Nur für sich selber aufbereiten oder in die Tonne treten sind die Optionen. Und plötzlich stelle ich einmal mehr fest, dass wieder genug Krämpel für ein neues sinnfreies Projekt verfügbar sind... ätzend. Aber ich muss mich produzieren, übertrumpfen, Unsinn machen, Spaß haben. Was die Inventur im Detail ergab und noch ergeben wird, dazu komme ich später. Ich fange beim Herz an. Mir ist kürzlich ein intakter PK XL1 Block via ebucht spottbillig zugeflogen. Da stopfe ich einfach alles rein, was heutzutage kein Mensch mehr freiwillig verbauen würde: - 19er Primavera Drehschieberwelle - 3 Gang Getriebe - ollen, verrauchten, fies geklemmten 133er - Kontaktzündung - ollen 24er Arreche Vergaser, den ich noch nie gescheit zum Laufen gebracht habe - evtl benutzte Kugellager Alles gebraucht und verlebt. Das klingt zuerst kaum spektakulär, sonder einfach nur nach Müll. Aber das Ding wird nah am Wasser gebaut sein... Und Messing, Messing, MESSING! Damit ich nicht in jedem dritten Post zu lesen bekomme: "Wieso der Aufriss? Kauf Dir doch einfach nen M1 AR pipapo", hier meine formulierte Zielsetzung des Projektes: - kostengünstig! The money´s whats making the whore... Nicht primär um der Kosten Willen, sondern weil ich es spannend finde, mit günstigen Restteilen etwas Funktionsfähiges zu bauen. Besonders, weil viele sagten und sagen werden: "Das funkioniert so doch niemals nie nicht gut!" - leistungsarm! Minderleistung en masse. Angestrebt sind ca 15 Gäuler und ca 2.880.000° / Minute. Je mehr, desto geil. - reisetauglich! Gute 100 Sachen vollgasfeste Reisegeschwindigkeit bei nicht ohrenzerreissenden Drehzahlen wären optimös. - optisch! Aussehen soll das ganze auch noch. Ungewohnte optische Grausamkeiten, aber irgendwie doch stimmig. Zum Rest verrate ich vorerst nur: es wird schlimmer als Muschiblitz und Ratte in einem! Etwa so, als wenn sich beim Startvorgang des Teleporters eine Fliege mit in die Kabine verirrt und sich die DNA auf höchst unvorteilhafte Art und Weise vermischt... Das Licht am Ende des Tunnels ist dann nicht göttlicher Natur, sondern das frisch angefachte, weissglühende Höllenfeuer, welches nur darauf wartet, dich zu versengen und zu verschlingen, um dich in einer anderen Dimension wieder auszuspucken! So wird es zumindest dem mehrfach gestorbenen PK Rahmen ergehen, der als Basis dienen wird.. Nun, der Muschiblitz läuft, die Pedalo läuft, die Ratte läuft, das nächste Projekt ist in voller Planung. Meine Damen und Herren, es darf gekotzt werden! Ohne Grüße (sorry, aber ein wenig Melodramatik kommt glaube ich dabei ziemlich gut. Bitte denkt Euch ein klingendes Emoll auf einer verstimmten Kirchenorgel...)