Auf der letzten Ausfahrt hat sich mein Tacho verabschiedet.
Da ich im GSF kein entsprechendes Topic kenne und sich bei mir gerade der Bedarf eingestellt hat, habe ich beschlossen, die Überholung mit reichlich Bildern hier zu dokumentieren.
Die Art der Reparatur als solche ist sicherlich immer etwas unterschiedlich.
Bei mir war beim ersten Tacho der Magnet von der Welle gerutscht, hab ihn einfach wieder angeklebt. Diesmal hatte sich die Spiralfeder der Tachonadel verdreht, war auch schnell erledigt.
Hier kann man ganz gut sehen, wie die Dichtung nach 42 Jahren zerbröselt
Die Feder der Tachonadel hat sich verdreht. Die Nadel stand bei max. 110km/h, wobei sie kurz vorm Exitus auch anfing, wild zu pendeln. Normalerweise ist dieses Pendeln ein Zeichen, das der Magnet an einer bestimmten Stelle Kontakt zur Glocke hat.
Zum weiteren Zerlegen wird die Überwurfmutter gelöst, die den äusseren Befestigungsbügel und gleichzeitig das komplette Innenleben festhält.
Als nächstes wird der Korpus eingespannt, um die Tachonadel mit 2 Schraubendreher behutsam abzuhebeln.
Weiter geht´s mit diesen beiden Schrauben, um Ober- und Unterteil zu trennen.
Nach dem lösen der Spiralfeder lässt sich die Welle nebst Glocke leicht rausdrücken
Nun geht´s ans Zerlegen des Magnetantriebs. Der Plastikbügel muss vorsichtig rausgedrückt werden, um ihn nicht zu zerstören.
Die Welle mit dem Kilometerzähler und die entsprechende Ritzelwelle vorsichtig mit einem Schraubendreher abhebeln. Dabei muss man auf die Einbaulage/-richtung der kleinen, weißen Ritzel achten, um diese später richtig rum wieder einzusetzen. Ausserdem werden sie nicht fixiert und können von der Welle rutschen, also achtsam zur Seite legen.
Hier eine Übersicht aller Einzelteile:
Wenn diese Teile alle gereinigt sind und nach Begutachtung weiterbenutzt werden können bzw. getauscht oder überholt wurden, geht es an den Wiederaufbau. Beim Zusammenbau der Kunststoffwellen und -ritzel habe ich diese mit ein wenig Fett benetzt. Ich hatte mir überlegt, daß der Tacho die Kilometer wiedergeben soll, die meine Rally nach der Komplettrestaurierung zurückgelegt hat.
Hierfür und nur hierfür habe ich den Kilometerstand entsprechend auf 500km gestellt, die ich bereits gefahren war.
Das Einsetzen der beiden Wellen ist sehr fipsig, da die weißen Zahnräder genau in die Teilung der Walzen greifen müssen. Hierbei unbedingt beachten, daß jeder zweite Zahn der weißen Ritzel länger ist. Die obere Welle lässt sich hierbei nur in einer Position einsetzen.
Nun kommen wir zum eigentlich wichtigsten Punkt. Wenn alles wieder montiert ist, muss der Chromring angebracht werden, er hält Glas, Tachoblatt und Gehäuse zusammen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten.
Entweder den Rand wieder umbördeln oder die Bördelkante mit einem Schleifband oder Dremel entfernen und das ganze mit Silikon o.Ä. verkleben.
Die beste Möglichkeit ist natürlich, mir den Tacho zu schicken. Dann wird der original Chromring wieder montiert und kann weiter gefahren werden.
Siehe auch hier.
http://www.germanscooterforum.de/topic/279212-überholung-revision-alter-original-tachos/