Machen wir uns mal nichts vor, In der ersten Welle hatten wir Glück, das gerade noch rechtzeitig in die Eisen gegangen wurde, ab dann wurde nur noch rumgestümpert statt zu handeln, ist leider so. Aufbau einer straff organisierten Verteilungslogistik mit Wahrung der Kühlkette des Impfstoffs in die vorhanden Strukturen des Gesundheitswesen wäre die beste Wahl zur schnellen Durchimpfung der Bevölkerung und auch kein Problem gewesen, aber nein, es musste ja unbedingt mit den sog. Big Playern irgendein angeblicher win-win-Scheiß ausgeklüngelt werden, mit Impfzentren, zusammenbrechenden Websites und allem was so dazu gehört, Hauptsache es wird ordentlich Kasse gemacht. Wie sehr sowas in die Hose geht hätte man eigentlich aus dem britischen Test and Trace Debakel lernen können, aber es geht nicht um Lernen, sondern es sind die Korrupten wieder am Drücker, nachdem Sie im Frühjahr noch von der Situation überrascht wurden.
Ich kann den Steuermann schon verstehen, es wird immer bedrückender zu beobachten wie die Fassade mit zunehmender Dauer der Pandemie anfängt zu bröckeln und die seit Jahrzehnten vor sich hin schwärenden, häßlichen Korruptions- und Unfähigkeitsekzeme unter dem dünnen Kleidchen sichtbar werden. Wenn z.B. eine leitende Staatsanwältin nicht das Personal und die Ressourcen für die dicken Fische bekommt (weil angeblich zu kompliziert und aufwendig), sondern angewiesen(!) wird, die niedrig hängenden Früchte zuerst zu ernten, dann ist das quasi ein Freibrief für die lokale organisierte Kriminalität, und besagte Staatsanwältin hat als einzige Option zu resignieren. Das ist leider die traurige Realität in diesem Land. Und Scheiße dieser Art läuft nicht nur in Staatsanwaltschaften. Ich erwähnte bereits, der Fisch stinkt vom Kopf, und das lässt uns herzulande in einem Teufelskreis einer gut geölten Korruptionsmaschinerie (die Fälle sind Legion) vor uns hin vergammeln.
Bleibt die Frage wie wir ohne Katastrophe aus dieser Nummer wieder rauskommen, die sich so unerbittlich ins Land gefressen hat. So wird das jedenfalls nicht mehr lange gut gehen.