Nicht nur hier, sondern auch in der Industrie gibt es die gleichen Diskussionen. Wodurch auch immer getrieben, werden alle möglichen Varianten propagiert.
Fakten: Warum löst sich eine Schraubenverbindung überhaupt?
Im statischen Fall wohl kaum, erst wenn Lastwechsel hinzukommen. Diese Lastwechsel können in, quer und um die Schraubenachse angreifen.
Lösen der Schraubverbindung heißt, dass die Schraubenvorspannkraft (Gedanklich eine Feder) verringert wird.
Um die Schraubenachse wie z.B beim Lüfterrad, tritt nur dann auf, wenn der Wellenkeil, also der Formschluß um die Achse Spiel hat. Wäre nun eine "verzahnende" Sicherung im Einsatz, würde sich ja das Lüfterrad mit dem Schraubenkopf drehen. Relativbewegung im Gewinde. Alle federnden Scheiben würden hier allenfalls etwas die "Federlänge" erhöhen. Also beste Sicherung hier: Kleben im Gewinde.
Eine Anmerkung jetzt noch vorweg. Beim Anziehen der Schraube wird diese tordiert. Diese Verdrehung um die Achse bleibt eben in einem gewissen Maß im montierten Zustand in der Schraube. Wenn nun die Reibung, warum auch immer, zwischen Schrauben (Muttern-)Kopf verringert wird, entspannt sich die Schraube und längt sich auch entsprechend um einen gewissen Teil. Ist diese Längung größer als es die vorgespannte Feder ausgleichen kann, baut sich die Vorspannkraft rapide ab und die Schraube ist lose. Was folgt daraus? Reibung im Gewinde minimieren (ja! Ölen), Schraubenlänge so groß wie möglich (Dehnschraube)
Querkräfte sollte eine Schraube eigentlich nicht sehen. Entweder Schraube + Passstift oder SChaftschraube in entsprechendem Bohrloch, oder entsprechend überdimensionieren (Radmuttern, werden/sollten übrigens auch geölt werden).
Was passiert bei Querkräften? die Bauteile verdrehen sich zueinander, die Schraube wird unter dem Kopf zum S verbogen und beim zurückdrehen entspannt sie sich (Torsion der Schraube geht verloren). Eigentlich sollte die Schraube so dimensioniert und vor allem angezogen sein, dass die Querkraft durch die Vorspannkraft x Reibwert der gefügten Bauteile mit ausreichender Sicherheit aufgenommen wird. Abhilfe hier: Unterlegscheibe + Kleber im Gewinde.
Das selbe in Richtung der Schraubenachse. Hier ganz wichtig: ist die Last schwellend oder wechselnd. Zylinder und Zylinderkopfschrauben sehen schwellende Belastung. Ölen und richtiges Drehmoment reicht aus.
Wechselnd wäre am Stößdämpfer, oben. Hier sind ja bereits genügend Federweg durch die Gummipuffer vorhanden. Also maximal noch die Vibrationen des Motors liegen hier an. Kleben reicht.
Anmerkung noch zum Kleben. die Muttern mit gequetschtem Kopfbereich funktionieren. Die höhere Reibung durch Quetschung müsste aber im Anzugsmoment berücksichtigt werden.
Anmerkung zu Kronenmuttern mit Splint oder Sicherungsdraht. Wenn man sich mal div. Videos aus Versuchen ansieht, stellt man fest, dass diese einfach mal so abgeschehrt werden.
Also Quetmutter oder Kleben.