Der Artikel beschreibt im Wesentlichen die Situation im Augenblick und vergleicht sie direkt mit der Lage im Frühjahr. Die Kernaussagen:
1.) Die Dunkelziffer ist dank besserer Strategien, Kompetenzen und Kapazitäten wesentlich niedriger als im Frühjahr. Die Toten wurden immer zuverlässig gezählt, die nachweislich (!) Infizierten auch, nur fehlten am Anfang bekanntlich die Mittel, um flächendeckend gezielt zu testen.
2.) Die am Anfang angenommene Sterblichkeit aller Infizierten (nicht unbedingt Erkrankten) scheint sich zu bestätigen, liegt laut Artikel wohl bei ca. 0,5 - 0,8%. (Für Interressierte: Das hiesse im Rückschluss, dass bei angenommenen 0,5% Sterblichkeit und festgestellten 9500 Toten die Dunkelziffer der Infizierten seit Ausbruch ca. 7x höher ist als offiziell festgestellt, also bis jetzt knapp 1.900.000 statt offizieller 280.000. Höhere Sterblichkeit (0,8%) hätte entsprechend eine kleinere Dunkelziffer von etwa 1.200.000, also ca. 4x die offiziell festgestellte Zahl. Aber so einfach arbeitet die Wissenschaft zum Glück nicht, das wären einfach nur Schätzungen, da hält man sich zu Recht bedeckt).
3.) Diese Verzerrungen der Dunkelziffern sind vor allem während der (notwendigerweise schlechter organisierten) 1. Welle aufgetreten. Es war damals deutlich heftiger als gedacht. Die aktuellen Daten sind genauer und bilden das Geschehen besser ab.
Fazit: Das Bild pendelt sich langsam deutlicher auf die prognostizierten und mittlerweile erstmals (vorsichtig) verifizierten 0,5 - 0,8% ein. Also kein Grund zur Entwarnung: Das Virus hat die gleiche Schlagkraft, und auch, wenn die Gegenwehr mittlerweile deutlich besser aufgestellt ist: Je mehr Infizierte, desto mehr Tote. Je weniger Infizierte, desto weniger Tote. Aber man meint, die Lage im Augenblick gut im Griff zu haben.