Um mal eine leicht provokante These in den Raum zu werfen:
O-Lack ist das neue beige!
Bitte nicht falsch verstehen, Ich will hier mit Sicherheit niemand auf den Schlips treten, der schon lange, zeitintensiv und mit viel Herzblut O-Lack-Fahrzeuge gerettet, aufgearbeitet und erhalten hat, dabei mangelndes Kapital durch viel Arbeit und Engagement kompensiert hat, aber leider habe ich den Eindruck, daß inzwischen genau diese Klientel, die hier gerne für ihre beige Rundlichtfuffie mit brauner Sitzbank bewitzelt wird inzwischen voll auf den O-Lack Trend aufgesprungen ist. Man muß sich ja auch nur hier die Rollergesuche anschauen, jedes zweite Gesuch ist ein O-Lack Roller. Anzeige augeben -> ausreichend Kohle auf den Tresen legen -> cooler Macker mit O-Lack Roller. Ist doch eigentlich ganz einfach. Zweimal im Jahr, beim regionalen An- und Abrollern wird dann auch mal eine kleine Runde gefahren, das war's. Ich glaube dieser Trend macht die Szene mehr kaputt als jede Dummweltzone, Feinstaubplakette oder Führerscheinregulierungen. Die Kröung dieses Trends sind die ersten Topics, die hier in der Kaufberatung aufgetaucht sind, wo gezielt nach dem Wertsteigerungspotential einzelner Modelle gefragt wurde. Kriterium für den Kauf ist also nicht mehr, was gefällt, sondern was die höchste Rendite verspricht.
Es gab mal Zeiten, da war die Rollerszene ein bunt gemischter Haufen, die Fahrzeuge individuell gestaltet und wenn keine Kohle für einen richtigen Umbau da war, dann gab's halt eine Mattschwarzdosenlackierung oder die Karre wurde mit Fellimitat beklebt, aber hauptsache mit "seinem" Roller auf die Straße. Inzwischen gibt's doch leider immer mehr "Briefmarkensammler", die ihre Schätze unter Verschluß halten, totpflegen und wenn sie tatsächlich mal Gleichgesinnte treffen, wird ausgiebig über die Originalität eines Schraubnippels aus dem 30-jährigen Krieges diskutert. Die Zukunft sieht wahrhaft düster aus...