Man kann/darf sicherlich über EU, ihre Aufgaben, die Sinnhaftigkeit der EU, die Kompetenz der EU-Politiker etc. kontrovers diskutieren und auch unterschiedliche Ansichten dazu haben.
Ich bin nun kein ausgewiesener Fan der EU und teile unter anderem auch deine Ansicht zu Ursula von der Leyen.
Andererseits ist die EU sicher nicht so schlecht, wie sie häufig gemacht wird. Wir leben, egal ob man das nun gut findet oder nicht, in einer globalisierten Welt und es wird auf Dauer sicher nötig sein, große Wirtschaftsräume zu bilden/zu schaffen und die EU stellt einen solchen dar.
Und um dieses Konstrukt bilden zu können, sind in bestimmten Bereichen einheitliche Gesetze und Regelungen von Nöten. Dass dies nicht ausschließlich positive Auswirkungen hat, ist klar.
Weiterhin gibt es neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch politische Gründe, die dazu geführt haben, eine Staatengemeinschaft zu schaffen, die mit weitgehend gleichen Werten und einem ähnlichen Demokratierverständnis besteht. Und auch hier gibt es immer noch gewisse Unterschiede und es werden noch immer manchmal Punkte in verschiedenen Ländern der EU unterschiedlich umgesetzt und in der Praxis gelebt. Und nicht immer entspricht alles dem westlichen Demokratieverständnis, speziell wenn es um die östlichen/südöstlichen EU-Länder geht.
Daran zu arbeiten und darauf einzuwirken, ist ebenfalls Aufgabe des EU-Parlaments.
Und nebenbei ist es aus meiner Sicht durchaus angenehm zu wissen, dass Staaten, die sich noch vor ca. 80 Jahren den letzten Weltkrieg geliefert haben (und Jahrhunderte lang zuvor und immer wieder dauernd Krieg gegeneinander geführt haben), heute befreundete Länder in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum sind.
Es gibt manches zu kritisieren und es gibt natürlich auch ein paar politische Vertreter, die keine guten sind und die sich in Brüssel den Arsch platt sitzen. Und nicht immer werden Regelungen und Gesetze geschaffen, die einem auf Anhieb einleuchten oder die ausschließlich positive Auswirkungen mit sich bringen. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass alles schlecht ist.
Im Grundsatz halte ich die EU für eine gute Einrichtung mit Verbesserungspotential an diversen Stellen. Und das Ziel soll nicht Gleichmacherei sein, sondern eine Gemeinschaft zu bilden, in der es auch weiterhin regionale, kulturelle Unterschiede geben darf und geben soll, aber doch mit einem Verständnis eines gemeinsamen Wertekanons, der den EU-Bürgern u. a. auch Sicherheit, uneingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten, freie Wahl des Wohnortes und damit unbegrenztes Aufenthaltsrecht und unkomplizierte Reisemöglichkeiten bietet.
Meine Fresse. Ich habe gerade noch mal alles gelesen, die schlimmsten Rechtschreibfehler behoben und gedacht, dass ich ein ekelhafter Vasall und "Anwalt" der EU geworden bin.
Ich bin "Der neue Untertan" von Heinrich Mann.