Schönen Abend die Herr- und vielleicht Frauschaften,
wie letztens kurz angemerkt gibt es für die Katalysatorvespa in nächster Zeit einige Upgrades. Die wichtigsten Teile sind diese Woche eingetrudelt-> der 135ccm Pinasco Zuera SRV Zylinder und die Fabbri 51x105 Kurbelwelle.
Der erste Eindruck der beiden Teile ist wirklich sehr gut.
Die Kurbelwelle ist superschön und wertig verarbeitet und ich hoffe sie funktioniert so gut wie sie aussieht. Ein hochwertiges Kolbenbolzenlager ist auch mit dabei und das Pleuel ist ein geschmiedetes Messerpleuel. Die Kurbelwelle mit KoBo Lager wiegt exakt 1,5kg.
Fotos von der Kurbelwelle folgen dann spätestens beim Zusammenbau des Motors aber es ist einfach diese hier: https://www.egig-performance.com/produktseite/kurbelwelle-fabbri-51-hub
Der Zylinder auch sehr gut verarbeitet sowie auch die anderen Teile des Pinasco- Kits. Viel putzen muss man da nicht, bzw. eigentlich garnichts wenn man nicht extrem pingelig ist. Eine top plug&play Geschichte und es gibt von meiner Seite nur 2-3 Kritikpunkte wie weiter unten dann angeführt.
Den Zylinder habe ich mir wie den aktuell verbauten Athena 80 der Katalysator dann gleich gleich zur Brust genommen und von vorne bis hinten, oben bis unten, A bis Z durchgechecked.
Alles was hier an Informationen nicht aufgelistet ist, sollte sich im zum Zylinder gehörigen Topic auffinden lassen:
So, los gehts...
Der Zylinderkopf:
Zentrierdurchmesser = 92,5mm; Zentrierstufe = 2,5mm; QK im Kopf = 1,1mm; Masse = 0,856kg; BrennraumkugelØ = 40,65mm; Verdichtung geometrisch laut Auslitern und Kolbendach mathematisch bestimmen = 1:14,1 bis 1:14,4 (laut zugehörigem Zylindertopic ~1:13 - meine Werte bitte also mit Vorsicht genießen) und ~effektiv 1:8,2 (mit originalem Auslass) bei QK=1.1mm; Quetschfläche = 50%;
Der Ansaugstutzen:
AnschlussØ = 38mm; InnenØ vergaserseitig = 30mm; InnenØ = 30mm (Oval 33,5x26,5);
Der Membrankasten mit Membran:
Stuffereinlassquerschnitt = 728mm² (Ø30mm)(Oval 33,5x26,5); Einlassquerschnitt ohne Stuffer = 1715,5mm² (Ø46,7mm); Lochstich = 58x48mm; Tiefe = 39,5mm; Breite = 49mm; Abstand der Zungenanschläge innen = 21,5mm; Abstand der Zungenanschläge aussen = 24,5mm; Blättchendicke = 0,5mm; Breite je Öffnung = 19mm;
Der Kolben:
Ringdicke = 1mm; Feuersteg = 2,8mm; Hemdlänge = 57mm; Fenster = 21,5x18mm; Fensterabstand von unten = 20,5mm; Pin offset ~15mm; Masse Kolben = 0,130kg; Kolbendachhöhe = 3mm (Volumen Kolbendach errechnet = 3902mm²); Masse Kolben + Bolzen + Clips + Ring = 0,167kg; Ringstoß = 0,2mm; KolbenØ japanisch gemessen = 57,44mm ("A" Kolben); KolbenØ unterhalb der Beschichtung = ~57,40mm; KolbenØ im Ringbereich = 57,38mm
... jetzt gehts zum Höhepunkt
Der Zylinder:
Klemmlänge = 88,5mm; ZentrierØ zu Kopf = 92,7mm (0,2mm Durchmesserspiel); Zentrierabsatz = 1,5mm (Kopf kann somit easy 1mm auf der Glasplatte geplant werden wenn nötig); Fußdurchmesser = 61,3mm; StehbolzenlöcherØ = 7,5mm; Membranverschraubung = M6; Kopfverschraubung = M8 -> Schraubenlänge = 25mm; Klemmlänge = ~12mm => 13mm Einschraubtiefe; Gewindetiefe im Zylinder = 18mm; Masse unbearbeitet = 1,360kg
eventueller Kritikpunkt #1: Kolbeneinbauspiel mit Beschichtung = recht enge 0,59mm: Das Ringstoßspiel wie oben genannt ist mit 0,2mm auch recht knapp bemessen. Eine recht enge Geschichte, aber das sollte gerade noch gehen denke ich.
Steuerzeiten bei Kolbenüber- bzw. unterstand von 0mm:
- Mit Tiefenmessschieber an Kanalkante:
Aok=27,6mm(184,8°);
HÜok(A)=39,7(125,4°)&39,5mm(126,4°); Delta links zu rechts = 1°
NÜok(B)=39,8(124,8°)&39,9mm(124,2°); Delta links zu rechts = 0,6°
BPok=40,7mm(119,4°);
Euk=84,5mm(174,8°)
- Mit Tiefenmessschieber & 0,2mm Fühlerlehre:
Aok=27,6mm (184,8°);
HÜok(A)=38,9(129,8°)&39,2mm(128,2°); Delta links zu rechts = 1,6° Kritikpunkt #2
NÜok(B)=39,6(125,8°)&39,6mm(125,8°); Delta links zu rechts = 0°
BPok=40,4mm(121,2°)
Auslassteuerzeit gemittelt = ~185°
Überströmersteuerzeit ohne Boostport gemittelt = ~126°
Boostportsteuerzeit gemittelt = ~120°
Vorauslass = ~29,5°
und jetzt wirds richtig übel....
Diesmal habe ich den "Schachtelzustand" eines neuen Zylinders erstmalig endlich mal halbwegs ordentlich dokumentiert denke ich.
Nachfolgend als Erstes eine Portmapanalyse im Vergleich zum direkten Rivalen, dem 133er Polini Grauguss, welcher in meinem Fall ein Doppelansauger war, aber das dürfte egal sein.
Die Querschnittsflächen wurden wie letztens beim 80er Athena über die Kanalbreite vom Bogenmaß ins Sehnenmaß "Realmaß" umgerechnet.
Die Portmap des Pinasco Zuera:
Die Portmap des natürlich ungefrästen Grauguss Polini:
Die Überströmerflächen (ohne Boostport) des Pinasco sind gut 214mm² (+37%) größer und die Auslassfläche 148mm² (+25%), die Vorauslassfläche 106mm² (+30%) als beim Polini. Die originale Auslassbreite des Pinasco beträgt 43mm im Bogenmaß, sprich 68% der Bohrung. Beim 133 Polini sinds 60%. Die Auslassflanschquerschnitte verhalten sich wie folgt:
Natürlich war das noch nicht alles und der Zylinder wurde auch noch abgegossen.....
So sehen die Überstromkanäle aus:
Als Kolbenmodell dient hier jedoch ein leicht beleidigter 60er Kolben und kein 57,5er was aber auch egal ist.
Die Spülrichtung der Überströmer ist beim Pinasco noch "oldschooliger" ausgelegt als beim 130er Polini würde ich behaupten. Die Nebenüberströmer spülen nichtmal im Ansatz radial in den Zylinder, was ich nicht so geil finde. Die Hauptströmer sind in Ordnung denke ich.
Am Auslasskanalabguss ließ sich noch ein Kritikpunkt finden, denn 15mm nach der Oberkante des Auslassfensters im Kanal ist eine deutlich sichtbare Drosselstelle eingegossen (Delle beim ersten senkrechten Strich von rechts in den ersten beiden Fotos)
Radiales Ausspülen der Abgase lässt der Auslass zudem auch nicht zu.
Hier am Auslass ist der 133 Polini ebenso etwas besser wie der Pinasco wie ich finde. Da ist der Auslass zwar vom Werk aus Flächenmäßig kleiner, aber der Kanal sieht zumindest an den Abgüssen her optimaler aus ... eventuell gieße ich einen solchen auch noch ab um dies mit Zahlenwerten belegen zu können.
Als Abschluss dieser Orgie noch die grafische Darstellung der Querschnitte alle 5mm (bzw. der erste nach 15mm) des Auslasskanals. Hier ist bei "15" auch deutlich wieder die Einschnürung zu erkennen. Die Querschnittsflcher verringert sich in Relation zum Auslassfensterquerschnitt an dieser Stelle um 22% und geht 5mm später ("20") wieder um 7% auf.
Gratulation wer es bis hierher geschafft hat. Sie haben Ihr Ziel, was auch immer das war, erreicht....