@re904hallo,
ist aber schon OT.
Ich erzähl dir jetzt mal ne kleine Anektode.
Vor einigen Jahren kamen über ca. zwei Jahre hinweg von PowerSeal neu beschichtete Zylis absolut "nicht masshaltig" zurück.
Der Knüller war ein Suzuki RM85 (Cross) Zyli,
dieser war sage und schreibe 4/100 zu eng gehont!
Der wäre mir beim warmlaufen auf dem Prüfstand schon festgegangen.
Teilweise 2/100 zu enge Bohrungen. (oder siehe oben)
Das sind Menschen, die an solchen Anlagen arbeiten,
und Menschen können halt mal Fehler machen.
Nach einem Telefonat mit PowerSeal, die Dame im Empfang spricht perfekt deutsch,
wurde mir erklärt, nach etlichen Reklamationen seitens der Kunden,
wurde der Platz an der Honmaschine neu besetzt.
Seitdem kommt absolut perfekte Masshaltigkeit der Zylis zurück.
Mein seit über 53 Jahren bewährtes Prinzip funzt folgend,
jeder Zyli der bei mir eingeht, montiert, oder bevor er am Prüfstand läuft und dann an den Kunden rausgeht, wird penibelst vermessen.
Da ich ja selbst zwei Jahre ca. 2k Zylis gehont habe,
kenn ich die Problematik beim Zweitakt Zyli zur Genüge.
Durch den fehlenden Anpressdruck und das reinkippen der Honsteine in den Auslass,
ist "jeder" Zweitakt Zyli in diesem Bereich zu eng.
Meistens sind die Honsteine nur geringfügig länger wie die Kolbenlänge.
Das Problem besteht auch an den absoluten Profi Hon Maschinen wie an den Sunnen.
Diese Balligkeit im Bereich des Auslasses kann nur bedingt mit dem Zweipunkt- Innenmessgerät (Supito) gemessen werden.
Eigentlich nur ganz knapp ober und unterhalb der Strömer "quer" zur Längsachse,
in die Längsachse knapp überm Booster zu messen ist nicht möglich,
da hier ein Messbolzen des Supito in den Auslass taucht.
Aber selbst in dem möglichen Messbereich gemessen,
tauchen Zylis auf, die an dieser Stelle schon mal 2/100 zu eng sind.
Aus diesem Grund läppe ich seit einigen Jahren mit einem Läppdorn die Bohrung nach.
Der Läppdorn ist ca. 1/3 länger wie der Zyli,
damit der Zyli in jeder Läppsitiuation immer kplt. in der Bohrung geführt wird.
Mit 150mµ Läpppaste wird der Dorn 3/100 kleiner wie das gewünschte Mass gefertigt.
Nun nimmt der Läppdorn nur an den erhabenen Stellen in der Bohrung Material ab.
Perfekt runde und zylindrische Bohrungen sind das Ergebnis.
Mittlerweile liegen ca. 70 Stück Läppdorne im Regal.
Das i- Tüpfelchen ist dann aber,
die Zylis "vorgespannt" zu läppen, um einen wirklich identischen Zustand eines aufgeschraubten und mit Kopf verschraubter Garnitur zu simulieren.
Hierzu wird der Zyli oben und unten mit 17mm dicken Stahlplatten mit vorgebenem Drehmoment, evtl. mit den verwendeten Dichtungen verschraubt.
Nur mal z.B. bei einem 125er Rotax-Max Kart- Motor, streng reglementiert.
Ein Ori Motor ist ca. 4/10 in der Rundenzeit langsamer,
wie der absolut gleiche Motor (Zyli innerhalb 10min gewechselt) mit vorgespannt geläpptem Zyli.
Wenn dann bedacht wird,
das im Qualifing die ersten 10 Piloten innerhalb eines zehntel liegen,
was so eine Massnahme wert ist.
Diese Methode des vorgespannt bearbeiten der Zylis,
ob in dem Zustand gebohrt oder gehont oder geläppt, wird zwar hier im GSF von einigen Leuten belächelt.
Aber für mich zählt in erster Linie,
die Standfestigkeit, Zuverlässigkeit und so quasi als Nebeneffekt noch ein "schneller" Motor!
Gruß