kurz zur Akkuthematik.... mir ist die Zellchemie und das Batteriemanagementsystem der Franzosen, Koreaner oder auch von Volkswagen nicht bekannt, allerdings sei folgendes zu sagen :
die Degradation eines Akkus hängt letztlich davon ab wie pfleglich man mit Ihm umgeht.
Kurz : der Akku im Jahre 2019 mag Wechselstrom, stresst sich bei zu grossem Anteil Gleichstrom (Schnelllader), die Zellchemie mag keinen komplett leeren und keinen komplett vollen Akku, also immer schön im Bereich zwischen 20% und 80% bleiben, dann hat man lange etwas vom Fahrzeug Zumindest bei dem Rumgejuckel im eigenen Landkreis was wohl die meisten von uns als tägliche Fahrleistung haben kein Problem. Steht mal eine Langstrecke an, dann natürlich auf 100% und zeitnah leert sich der 'Akku auf der Autobahn. Hatte übrigens im Frühjahr ne zerlegt LU nach Rosenheim gebracht, 1200 km an einem Tag, easy, kein Problem, aber Achtung : im Supercharger Netzwerk von Tesla.
Lebensdauer : Nehmen wir mal wieder Tesla : Tesla spricht von 1500 Ladezyklen, die der Akku schafft, bis er ggf. im Fahrzeug keinen Sinn mehr macht und als bspw. Hausspeicher in den Keller wandert. 1500 Zyklen x 350km (bewusst niedrig gegriffen) macht also 525.000 km Lebensdauer, sollte reichen. Ein Zyklus wäre laut Definition 0 auf 100 %.
Rekordhalter bei Tesla ist momentan übrigens ein Deutscher, hat mit seinem 2.Batteriepack gerade die 900.000 km geknackt.
https://efahrer.chip.de/news/900000-km-deutscher-stellt-rekord-mit-tesla-model-s-auf_101008
Hansjörg Gemmingen heisst der Kerl, kann man mal googlen.
Weitere Schauermärchen mit halbierter Reichweite im Winter und leerem Akku wenn die Heizung an ist kann ich ebenfalls aus der Praxis nicht bestätigen, ebensowenig Sommer und Klimaanalage im Stau. Stand im Juni 2 Stunden bei 30 Grad am Frankfurter Kreuz, hat mich im Model S 2% Akku gekostet ( 100kWh Akku brutto, also netto nutzbar so um die 92kWh) . Letztlich macht es uns Norwegen, das Elektroautoparadies in Europa, vor, wo -20Grad im Winter eher Standard als Ausnahme ist und jedes 2 verkaufte Fahrzeug nunmehr Elektro ist. Funktioniert alles, man muss halt nur wollen.
Anbei ein Link zu einer ganz guten ZDF Doku, die das Dilemma zeigt : Vollgas oder Scheitern
Spannt im Übrigen einen ganz guten Bogen zu einigen Punkten wie bspw. einer absolut mangelhaften Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich, als auch eine zögernde Gesetzgebung für Ladeinfrastruktur im privaten Bereich - eine Bundesregierung die zaghaft, unentschlossen handelt, ein Verkehrsminister der noch im April Subventionen für den Aufbau einer Wallbox zu Hause rausposaunte, bis heute allerdings noch nichts davon zu hören ist.
Wieso so wichtig ? Das Umdenken fängt bereits bei dem Laden des Fahrzeugs an. Einen Verbrenner tanke ich wenn er leer ist, ein Akku lade ich ich wenn ich nicht fahre. An sich kein Problem, ein Fahrzeug steht meistens ohnehin 22h eines Tages nur herum. Ja, wo nun laden ? Zu Hause, Arbeitsplatz, Supermarkt , während ich im Kino sitze ? Schön und gut, allerdings sitzen die Hälfte der Bevölkerung in Mietwohnungen oder Eigentümergemeinschaften, wo es sich schwierig gestaltet eine Ladebox zu setzen - Stichwort Einstimmigkeit bei Veränderung von Gemeinschaftseigentum in Eigentümerversammlungen. Da jammert Miteigentümer Meier über Elektrosmog und Miteigentümer Müller verweist darauf das die EAutos regelmässig in Flammen aufgehen (täglich brennen aufgrund technischer Defekte in D 40 Verbrenner ab, interessiert scheinbar keinen).
https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrzeugbrand
Naja, eine Verordnung die auch Mietern und Miteigentümern eine Ladebox unkompliziert umsetzen lassen wabert seit Jahren durch diverse Ausschüsse in der Regierung, bislang aber nichts konkretes. Man kann sich aber mal fragen, weshalb unsere Regierung so zögerlich ist Elektromobilität zu fördern. Die Antwort ist einfach : jeder Cent Förderung fliesst momentan ins Ausland und die Deutschen Konzerne gehen leer aus. VW, Audi, BMW und Porsche sind Ankündigungsweltmeister, auf unseren Strassen fährt Hyundai, Kia , Renault und Tesla. Du bekommst so gut wie kein eAuto momentan von deutschen Herstellern. Da kann man sich auch noch breit unterhalten, inwieweit Batteriezellproduktion in Deutschland verpennt wurde, VW stampft mit CATL gerade etwas in Erfurt hoch, das bei weitem den Bedarf an Zellen nicht decken wird. Dies führt bei den Deutschen zu einem Kuriosum: erstmals diktieren die asiatischen Zulieferer den Deutschen die Preise und die Verfügbarkeit, bei Verbrennern lief es bislang andersrum.
Ja, die Asiaten. In China stehen zig Elektroautofirmen in den Startlöchern bzw. befahren schon chinesische Städte, teilweise Familienkutschen unter 20000 Euro. Dazu noch die Tatsache das es im chinesischen Markt ab 2030 keine Verbrenner Neuzulassungen geben wird, Norwegen steigt bereits 2025 aus , ab 2030 in Europa Niederlande, Dänemark, Irland, Schwedenn u.a. , da wird es einem als deutscher Automobilkonzern ganz warm ums Herz.
Die deutschen Konsumenten spielen im Automarkt heute so gut wie keine Rolle mehr, selbst Europa ist nur Nebenkriegsschauplatz. Die Leitlinien werden in China und Amerika erstellt, VW Chef Diess will nicht ohne Grund in 20 Jahren keinen Verbrenner mehr bauen, es gibt schlichtweg kaum noch Absatzmärkte in der Zukunft und für die paar 10000 Einheiten in D pro Jahr lässt keiner ein Motorenwerk offen. Wer nen Freundlichen VW Händler um die Ecke hat, wird sich über mehr oder wenier grosse Erdbauarbeiten wundern. Warum ? Meines Wissens nach muss jeder VW Händler bis 1.4.2020 Ladesäulen auf dem Hof stehen haben, sonst heisst es Adieu Händlervertrag.. aka Mercedes u.a. Mal sehen, wahrscheinlich zeitnah zu den ersten ID§ Auslieferungen, bin mal gespannt ob die die Stückzahlen halten können, siehe asiatische Zellzulieferer. wie man hört bekommt man beim eTron nicht auf die avisierte Tagesproduktion.
Auf den nächsten Schritt - Level 5 autonomes Fahren - will ich in der Glaskugel garnicht schauen, die Tatsache das dort BMW bereits mit Mercedes kooperiert zeigt, das die Deutschen mit dem Rücken zur Wand stehen. Wenn dies in 15 oder 20 Jahren verwirklicht wird, werden ggf. die Deutschen nur noch Blech Zulieferer sein und das Herz - die Intelligenz des Autos kommt von Tencent , Waymo oder Amazon. Autonomes Fahren wird Standard, wer selbst Fahren will gilt - da Mensch und fehleranfällig - als Sicherheitsrisiko und wird in der KFZ Versicherung entsprechend zu Kasse gebeten.
Ach ja , und dann haben wir bei all diesen Herausforderungen noch eine Bundesregierung die im Weichenstellen für künftige Jahrzehnte absolut versagt.
KI und Digitalisierung sind die Währungen der Zukunft, wir haben Dorothee Bär...
-- ich lege in einer Mail in den kommenden Tagen nochmal ein paar interessante Links für den ein oder anderen interessierten . Keiner wird sich vom Verbrenner verabschieden müssen, es wird halt künftig nur enger in den Freiheiten und vor allem teurer wenn man weiterhin diese Technik nutzen will. Diskussionsforen gibts genug im Netz, ich verabschiede mich derweil dann wieder aus dem Thread.