Das hat er mir nicht erzählt, aber wisst Ihr eigentlich, wie pötpöt ans Rollerfahren kam?
Es war im Jahre 1919, der Erste Weltkrieg war gerade vorbei, worüber pötpöt erbost und gegen Widerstand seines Vaters noch das Notabitur als Minderjähriger ablegte, um dann eben der Schweizer Garde beizutreten. Seine anfängliche Abenteuerlust verflog hingegen schnell, als er als Einstellungstest die Fünf oder Sechs Bücher Mose auswendig lernen sollte. Dabei ging er mit dergestalten Praktiken vor Ort nicht d'accord und desertierte unversehens. Als er aufgegriffen wurde, bezahlte sein Vater dennoch Lösegeld, damit er nicht sein Leben als Strafministrant ableisten musste. Auf einem Otto Reuter Konzert lernte pötpöt später eine Engländerin kennen (eine knallharte Royalistin und Suffragette zugleich), die von Beginn an einen großen Eindruck auf ihn machte und für die er stante pede die Liedtexte simultan ins Englische übersetzte. In der folgenden beschloss der Abenteuerliche Komplizissimus, den Engländern gegen die Katholiken in Nordirland beizustehen. Er kaufte bei einem jungen und ambitionierten Geschäftsmann, Enrico Borletti, in Italien eine alte Fokker D VII und verflog sich prompt, da er das Fliegen nur vong Englein her in Crippenspiel und so kannte. Vom Instrumentenflug völlig verwirrt, wurde er dann also trotz einer riskanten Prinzenrolle über dem Vatikan von FlaK abgeschossen und musste notlanden. Nun ging es daran, sich den Weg zurück in die andere Richtung zufuß zu erkämpfen: aus den Trümmern und den Reifen machte er einen Ziegenkarren, stahl nachts einen Esel, den er vor das ganze spannte und los gings, verlottert, verloren - aber niemals verlegen um einen guten Spruch, den er stets zitieren konnte, da er aus der Maschine noch eine der letzten Lutherbibeln in der Autorenedition mit Originalautogramm retten konnte. Das Vorwort mit der Widmung waren leider dabei verbrannt - nichtsdestotrotz leistete es gute Dienste - zuletzt ersatzweise bei den Hygieneartikeln. So schlug sich unser tapferer Weltenbummler durch das zusehends faschistischer werdende Italien, sang und trank mit den Leuten, die er unterwegs traf (aber niemals was von HR Kunze!). Es ging auch der zweite Weltkrieg an ihm vorbei und irgendwann kam er wieder bei dem altbekannten und mittlerweile erfolgreichen KFZ-Händler an: Enrico Borletti, der ihn freundlich im Kreise der Familie bei Pizza und deutschem Bier, das er gegen Rollerteile einhandelte, aufnahm. Aus dem Esel machten sie zum Osterfest eine Salami und buken ungesäuertes Brot nach einem originalitalienischen pane-per-il-mondo-Rezept. Im Austausch für den Esel gab "der Alte", wie er schon in seinen jungen Tagen genannt wurde, pötpöt ein Fahrzeug, das er von seinem Schwager in der Werkstatt aus den zwei kleinen Reifen und den restlichen Flugzeugtrümmerteilen hat zusammenschrauben lassen: Der Prototyp der sagenumwobenen Vespa PX (Pax X-mas), dem besten Roller der Welt, mit dem er fortan auf seiner Weiterreise sämtliche Frauen und Nonnen (m/w) an Eisdielen am Straßenrand aufriss. Als der Spätheimkehrer wieder nachhause gelangte, wurde er von Konrad Adenauer noch mit den Worten "et wuurd äwwe langsam Zick" begrüßt und bekam für sein Lebenswerk ("avenidas, mujeres y un vespistador") noch das Kölsche Grundgesetz auf zwei Steintafeln überreicht.
Da er noch nicht gestorben ist, backt er immer noch Brot für alle und züchtet unter anderem Friedenstauben und Barthaare, das ihm viele nachtaten (John Lennon).
Wenn er heutzutage noch anfängt, Euch von seiner wilden Zeit als Hippie zu erzählen, seid bitte was vorsichtig, sobald der Name Albert Hofmann fällt. Wenn ihr dann beim Abendmahl von dem MutterkormBrot esst und ihr mit einem Riesenschädel wach werdet, seid Ihr nicht im Paradies, sondern auf einem Rollertreffen, druff...
Goa pötpöt mpu, ja?