Wir müssen aber aufpassen, das vorschnell als eine Art modernen "Gottesbeweis" gelten zu lassen. Für mich sind die Beobachtungen und Deutungen eines geordneten Chaos, eines gewollten Zufalls und das Beeindrucktsein über das Entstandensein des Lebens aufgrund einer von uns kaum fassbaren statistischen Unwahrscheinlichkeit kein Hinweis auf eine transzendente Macht, sondern zunächst der Beweis für unser begrenzten Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit, die nur Unbekanntes in Bekanntes einordnen und Überraschendes durch Vertrautes deuten kann. Ich glaube, unser Denkvermögen und unsere Art zu Denken, sind nicht dazu geeignet, die Welt als Ganzes zu verstehen, sondern letztendlich nur dazu da, sich in der vorgefundenen Lebensumwelt möglichst gut zurecht zu finden. Wenn wir genug von der Natur verstanden haben, dass es uns hilft, uns vor klimatischen Unannehmlichkeiten zu schützen (Zentralheizung) , Nahrung zu finden (Stadtplan mit eingetragenen Restaurants) und geeignete Partner zur Erhaltung der Art zu binden (Hochzeitstag im Kalender eingetragen) , ist damit die Aufgabe unseres Gehirns schon erfüllt. Auch unsere Logik und Mathematik, auf der letztendlich unsere Wissenschaften gründen, sind letztlich menschliche Entdeckungen, bzw. Deutungsmuster, und es ist schon eine interessante philosophische Frage, ob es Naturgesetze, Zahlen und ähnliches auch ohne den Menschen gäbe, bzw. inwieweit die Formulierung derer die Wahr-, bzw. Wirklichkeit vollständig beschreibt. Der Sonnenaufgang heute morgen war jedenfalls ziemlich klasse, obwohl die Sonne seit Galilei keine Chance mehr hatte, "aufzugehen".