Also. Grundlegend habe ich mir den Blutkreislauf der Giraffe als hydraulisches System vorgestellt. Das heißt, der Druck steigt (theoretisch) vom Kopf der Giraffe aus betrachtet konstant an, je tiefer es geht. (Wie in einem großen Wasserfass, oder beim Tauchen.) Im unteren Drittel ist die Pumpe angeordnet. Die Leistung der Pumpe ist X Watt, um die Höhe Delta-H zwischen Herz und Kopf zu überbrücken. Siehe hierzu auch meine laienhaften Skizze: Das Herz pumpt nicht wie ein Kreisel, sondern rhythmisch. Daher gibt es kurze Momente des Druckabfalls. Um den Blutrückfluss zu verhindern sind Rückschlagklappen in den Arterien (im Hals zum Kopf) angeordnet. Das Blut wird hochgepumpt, geht ins Gehirn und fällt wieder herunter. Unten gibt es einen Rückfluss ins Herz. Da das Herz hydraulisch gesehen unterhalb des Gehirns ist, wird das rückfließende Blut "von unten" ins Herz gedrückt. Das ist der Nachschub. Somit ist das hydraulische System stabil. Jetzt kommt der Krampf im Bein und die Giraffe fällt um: Die hydraulische Höhe von Delta-H entfällt. Die Giraffe ist jetzt hydraulisch gesehen ein viel flacheres System. Die Drücke, für die das ursprüngliche System ausgelegt ist, sind nicht mehr vorhanden. Erster Mangel im System: Der Rückfluss "von unten" ins Herz fehlt. Daher fehlt dem Herz der Nachschub mit Blut. Es kann zwar pumpen, aber nicht mit der Leistungsfähigkeit, für die es ausgelegt ist und auch nicht mit dem Druck, der erfoderlich ist. Zweiter Mangel im System: Arterien im Hals. Das Blut fließt nicht nach unten, daher schließen die Klappen nicht. Es kann in den Pump-Pausen zu geringen Rückflüssen kommen, bzw. ist das Blut "zu schnell" und saugt den Bereich direkt hinter der Pumpe (=Herz) leer. Somit muss das Herz erstmal einen Unterdruck befüllen, bevor es wieder Blut in die Arterien im Hals liefern kann. Dritter Mangel im System: Das Blut auf dem Gehirn fließt nicht ab, da es nicht nach unten fließen kann. Das Blut kann also erst aus dem Kopf abtransportiert werden, wenn das frische Blut aus dem Herzen nachgeschoben wird. Da der Druck fehlt, fließt das Blut einfach im Körper herum und hat einen geringen hydraulischen Druck. Fazit: Die Blutlieferung für das Herz fehlt, das Herz "läuft leer". Direkt hinter dem Herz bilden sich temporäre Null- oder Negativ-Drücke im Blut, die erst einmal befüllt werden müssen, bevor das Blut zum Kopf weiter transportiert werde kann. Somit erneut Mehr-Belastung für das Herz. Im Hirn bildet sich ein Blutstau, da das ent-sauerstoffte Blut gravitationsbedingt nicht abfließt, sondern aktiv weggepumpt werden muss. Und der Kreislauf schließt sich. Somit leistet das Herz mehr Arbeit ohne mehr Ergebnis im Körper dafür zu erhalten. Das Herz schlägt schneller, die Sauerstoffversorgung im Körper fällt trotzdem... und aus. Das ist meine Überlegung. War das nachvollziehbar?