Ok, dann zum Zusammenbau:
Pumpenzylinder mit neuen O-Ringen in die Aufnahme einbauen, vorher die Wanne wieder warm machen (60° Grad haben bei mir gereicht).
Hier aber darauf achten, dass die Bohrungen fluchten, s. Bild, denn der Pumpenzylinder hat zwei weitere Bohrungen, durch die das 2T Öl gepumpt wird. Wenn der Pumpenzylinder falsch eingebaut wird, dann wird kein Öl gefördert !
Wenn der Pumpenzylinder korrekt sitzt, seitlich die Halteschraube mit Sicherungsblech montieren.
Dann das Pumpenrad wie folgt zusammenbauen:
Rad – Scheibe – Feder (s. Bild oben)
Dann auf die Welle 2T Öl geben und in den Pumpenzylinder stecken. Hier penibel auf Sauberkeit achten !!
Das Pumpenrad sollte sich saugend im Zylinder bewegen lassen (besser prüfen, wenn noch alles ausgebaut ist). Wenn das hier schwergängig ist, Riefen vorhanden sind:, würde ich das nicht mehr verwenden.
Das Pumpenrad oben fetten.
Hier sollte man (lt. dem wandelnden GSF Lexikon „CDI“) lithiumverseiftes Fett der Klasse NLGL 3 nehmen.
Dasselbe gilt für den Deckel.
Dann die Dichtung auflegen und prüfen, dass die Bohrungen frei sind (rot markiert).
Dabei auch gleich den Ölkanal links auf Durchgang prüfen, wer großzügig die Wanne mit Dichtmasse unten vollschmiert, verstopft dabei gerne auch mal die Ölkanäle (vor allem mit Dirko, weil man das scheiß Zeugs so gar nicht mehr abbekommt).
Dann Deckel drauf und mit Gefühl festziehen.
Prüfen, ob der Hebel leichtgängig ist.
Wenn man schon dabei ist, dann auch gleich mal die Ölpumpenwelle aus dem Gehäuse ziehen und auf Schäden inspizieren.
Die Welle treibt das Pumpenrad an und fördert zudem Getriebeöl in das Pumpengehäuse. Das Getriebeöl läuft dann durch die kleine Bohrung wieder ins Gehäuse zurück.
Die Ölpumpe wird also überwiegend mit Getriebeöl geschmiert. Die Trennung Getriebeöl/2T Öl erfolgt, so wie ich das verstanden habe, vor allem durch die besagten O-Ringe auf dem Pumpenzylinder. Wer seinen Motor also nicht unbedingt mit einer Mischung aus 2T/Getriebeöl schmieren will, erneuert die Öl-Ringe.
Bei Motoren mit höherer Laufleistung (also wohl die meisten Motoren) sollte man mal die Bohrung der Welle in Augenschein nehmen und auf Beschädigungen untersuchen. Da ist halt nix gelagert, die Welle läuft in dem relativ weichen Material des Gehäuses.
Ich habe mir ein passenden Rundholz genommen und 500er Leinen ringsrum aufgeklebt und dann vorsichtig in der Bohrung die Grate entfernt.
Weiterer Prüfungspunkt: das Antriebszahnrad auf der KuWe. Man liest gelegentlich, dass das Rad zur Rissbildung neigt. Scheint in der Tat so zu sein, habe letztens einen 125er Motor gemacht und das Antriebszahnrad wies einen Riss auf. Kommt ev. auch davon, wenn man die Kulu mit Gewalt festknallt. Ein Antriebszahnrad mit Riss würde ich ersetzen, gibt auch noch als Neuteil für rund 20 Tacken.
Letzter Punkt: Ölpumpe entlüften: Bevor ich den Ölpumpendeckel montiere, befülle ich die Kanäle mit 2T Öl (Spritze).
Dann wird der Ölschlauch, der vom befüllten Öltank kommt, angeschlossen und dann lasse ich das einfach mal einen Tag stehen. Das 2T Öl läuft dann in die Ölpumpe und die dort befindliche Luft hat Zeit, zu entweichen. In der Regel zeigt sich dann eine Luftblase im Ölschlauch.
Dann 2 Liter Gemisch in den leeren Tank geben und mal ne Runde um den Block fahren.
Jetzt nochmal nach der Luftblase in der Zuleitung schauen. Gibt man jetzt Gas, muss sich die Luftblase bei höheren Drehzahlen intervallartig bewegen. Wenn das so ist, sollte die Ölpumpe fördern.
So, Feierabend, ich hoffe, ich hab nix vergessen, ansonsten gerne ergänzen !