Entschuldige mal bitte, du unterstellst hier einem Händler eine arglistige Täuschung. Nichts anderes ist es, wenn er wissentlich defekte Teile verkauft. Das ist hier aber offensichtlich nicht passiert. Es wurden Teile verkauft, die in der Regel funktionieren, in einzelnen Fällen aber anscheinend wegen Fehlern in der Härtung versagt haben. Du und ich wissen nicht mal, wie viele Teile denn jetzt tatsächlich betroffen waren, und wie sich das prozentual zur Gesamtheit der verkauften Getriebeteile verhält. Wenn ich dir jetzt sage, dass renommierte Teilehersteller im Rollertuningbereich mit einer Rücklaufquote von 5% als normal rechnen (Einbaufehler die der Hersteller schluckt, Produktionsfehler) und wenn wir jetzt mal annehmen, dass in Tutto in Deutschland 200 Teile verbimmelt wurden, dann wären das 10 Stück. Als Normalfall. Bei 15 würde auch noch niemand einen kompletten Rückruf anleiern sondern bestenfalls das Qualitätsmanagement überdenken. Und wir sind hier im Internet. D.h., nur als Beispiel: Ich hab' mir mal mit 'nen Zylinder ausgedacht. Der kam raus, 2 Monate später hab' ich in einem Forum gelesen, der sei falsch berechnet, man habe selbst nachgerechnet, bei 11493 (?!?!?) U/min müsse es unweigerlich zum Schmierfilmabriss am Kolbenbolzen und zum Fresser kommen. Das sei ja schließlich jedem, der den Zylinder gekauft hat passiert. Daraufhin ein Aufschrei der Entrüstung und Zustimmung, alles sei voll Scheiße, und ja, jedem sei so'n Kolbenbolzen verreckt, und wenn nicht jedem, dann aber dem besten Kumpel von jedem. Das Selbe noch in 'nem anderen Forum, und in einem Englischsprachigen. Das ging über Tage. Ich hab' direkt nach dem ersten Aufschrei gebeten, mir zur Klärung der Geschichte bitte die defekten Teile zuzusenden. Es kam ein Kolbenbolzen. Einer. Noch mal: Wenn hier Teile Härtungsfehler hatten und deswegen verreckt sind, dann ist das scheiße und sollte entsprechend geklärt werden. Ich find' halt so Ansagen wie "auf dem Rücken der Kunden ausgetragen" wenn der Händler die Teile entsprechend ersetzt hat nicht ganz fair, und ich find' Anschuldigungen wie "fehlerhafte Teile wurden verkauft" auch nicht ganz richtig weil das was anderes meint als "von den Teilen, die verkauft wurden, waren welche fehlerhaft". Und ich finde eine Erwartungshaltung die von einer Ausfallquote von null ausgeht ist nicht realistisch. Ich fühl' mich aber nicht berufen, hier den Anwalt von DRT oder von SIP zu geben. Ludys Untersuchungen und Ergebnissen vertraue ich vollkommen, sonst habe ich aber keine Ahnung wie und was da wirklich passiert ist, ich kann das unmöglich beurteilen. Mich wundert nur, wie schnell hier ein Lynchmob los rennt, und offen gestanden macht mir das Angst.