Meine Fresse, anworte doch mal außerhalb der Zitate, dann kann man dir auch mit Zitationen antworten. Der Mauerer grillt meist im Sauerland. Sowieso und überhaupt steht und fällt da einiges mehr für Ferien im Sauerland mit ihm, als man landläufig so glaubt. Aber egal... Es reibt heute nur Stöckchen, obwohl er ein Feuerzeug nutzen könnte, wer bewußt die alten Wege sucht. Gut, wir wären mit einer Oldschool Anfahrt nach Liedolsheim (ohne Handy, Begleitfahrzeug, Fernsehhubschrauber und ADAC Goldkarte) wahrscheinlich nicht mal so hart wie die Typen im Dschungelcamp, aber es würde mir Spaß machen. Und wenn ich dafür mal wieder die Packratte spielen muß und auf USB Musik, Dreifachzoom Digital Firlefanz 3.4 und elektrische Zahnbürsten verzichten müsste, dabei. Ich bin der letzte der gegen gewisse Spielzeuge wettert, aber die gewisse Herausforderung die Dose mal weiter als bis an die bekannten Strecken zu fahren, evtl. vorher nochmal einen Service machen zu müssen, auf dem Standstreifen mal gezwungen sein zu improvisieren, zu einem Telefon laufen zu müssen usw... das macht doch den Reiz aus. Früher ging es halt nich anders, sich an Mitmenschen bzw. fremde Menschen zu wenden, um gewisse Dinge zu erreichen die man heute per Knopfdruck haben könnte war da normal. Ich verweigere mich nicht der Kartenzahlung, Mobiltelefonie, GPS, WAP, ADAC Clubmitgliedschaft oder digitalen Medien für unterwegs. Aber mal ehrlich, was würde ich dafür geben nochmal mit einem PK50 Cutdown und einem 75er Polini zur Nordsee zu reiten. Kein Handy, keine Telefonkarte, kaum Fremdsprache, eine Landkarte und ein bißchen Werkzeug. Einen Kumpel dabei, Sprit im Kanister, Züge, Kerzen, zwei Schlafsäcke und ein Zelt. Wechselwäsche und so'n Kram war uns zuviel zu schleppen, dafür konnte man in 'nen Bach oder das Meer springen. Das Gepäck schön auf die Karren verteilt und alle Stunde mal anhalten zum pissen oder für seine Fluppe. 10 Stunden hin, bißchen gegondelt. Zwei Tage am Meer, Mädchen, Sonne, Urlaub, Liebe und Roller. 6 Stunden und ein paar Minuten zurück und gefreut über den Rekord. Erinnerungen die mich noch heute kurz melancholisch werden lassen. Tolle Zeit. (damals gab es noch Grenzkontrollen, Beamten mit Maschinenpistolen, Schulferien und Jungfrauen in meinem Alter!) Von daher würde ich mich sofort melden, wenn es um eine entstresste Überlandfahrt nach Liedolsheim geht. Gerne auch mit Stöckchen statt Feuerzeug, manchmal ist das einfach geiler. Klar, heute geht vieles schnell, automatisch, auf Knopfdruck, sofort und meist eh nicht, wenn man es braucht. Daher sehe ich durchaus den Reiz einer Gondelfahrt, wo vielleicht der Weg das Ziel ist und nicht der Druck des "ich gucke in mein Internet Handy und die ersten sind schon an der Theke ich muß dahin Zwangs", der die ganze Tour zur Qual werden lässt, weil irgendeine schlecht gewartete Blinbling Karre das 15. Mal den Vergaser aus dem Gummi rappelt. Noch heute erzählt man sich Geschichten von Leuten, die unterwegs die Auspuffanlage verloren und irgendwo von irgendwem mit Händen und Füßen vermittelt das schweißen/tapen/rödelverdraten/löten ließen um dann, nach 15 Stunden morgens um drei, auf dem Run in XY an zu kommen. Dagegen klingt "Kupplungszug gerissen, mit dem ADAC zum Run" ziemlich neumodisch und langweilig. Ich verstehe den RT5 und wünsche mir manchmal die alte Zeit zurück. Und mit ein wenig Vorbereitung ließe sich sowas nochmal organisieren. Und man sollte bedenken, wir um die dreißig Jahre Alten sind eher "medium"... das Personal, was "well done" ist lacht sich wahrscheinlich kaputt über uns. Ich will keinen anspucken, der da mit dem Auto runter will. Aber für mich kommt das nicht in Frage, außer im Falle eines finalen Schadens auf dem Weg oder etwas vergleichbarem. Genug der Moralpredigt, Zeit wirklich Heia zu machen. Nachtrag: eine kleine Bosch Flex hält bei mir 12 bis 16 Monate... niemals länger.