Episode 3
Auf geht´s ans verzinnen. Ich hab ne Menge Erklärbär-Videos dazu gesehen und mir ein paar Beschreibungen durchgelesen. Das Set vom KSD (Werbung-unbezahlt) war schnell besorgt und munter ging es an die erste kleine Stelle. Ich hab mich entschieden, dass erstmal in einem Bereich zu üben, den man nicht sieht. Der alte Rahmen hatte mal einen Spoiler und da waren noch die 2 Bohrungen vorhanden. Die hatte ich schon zugeschweißt – im übrigen geht das top mit so nem Unterlegmetall aus Kupfer bzw. Messing – und glatt geschruppt. Also ran da…erst Blank machen mit ner Drahtbürste und danach nochmal mit Schleifpapier rüber.
Dann das Flussmittel aufgetragen und mit dem Brenner rüber. Ging einfacher als erwartet (jedenfalls an der Stelle – die späteren waren echt ein Graus) und mit Sodawasser und nochmal mit klarem Wasser ablöschen. Wer das mal probieren möchte, den kann ich MOBYLAS (Werbung – unbezahlt) empfehlen. Also weiter und den Brenner drauf und glatt geschmiert und anschließend runter gehobelt.
Ging super und voller Freude hab ich mich der großen Stelle in der Mitte zugetan. Alles mit der Drahtbürste blank gemacht und voll TOLL….Schweißnaht sah mist aus und das Beste daran….das Schweißgerät ist gerade wieder zurück gegeben. Ich hätt echt kotzen können.
Und was macht man dann, wenn´s dumm läuft und man noch einen Auftrag hat?
Mit dem Hammer erstmal die Beule für den Vergaser schlagen.
Ich war allerdings nicht so sauer, dass ich gleich mit dem großen Hammer angefangen habe. Erstmal mit dem kleinen Hammer drauf rumgedängelt…nix…mit dem großen ein wenig mehr drauf rumgedängelt…ging…aber nicht wirklich so richtig gut.
Dann hab ich mir ein alten Mauermeißel genommen. Der war durch´s drauf einprügeln hinten schon ziemlich rund gekloppt. Das also mit der runden Seite auf den Rahmen gehalten und von oben auf die Meißelspitze gekloppt. Das ging wunderbar und die Beule ließ sich schön runterformen, fast wie malen. Kann ich nur weiterempfehlen:
Und dann ans Trittblech und da weiter dran rumgezinnt. Auf der geraden Fläche geht das ziemlich gut, weil das Zinn nicht weglaufen bzw. runterbröckeln kann. Nur das Hobeln geht da völlig bescheiden, weil immer irgendwas oder irgendeine Kante im Weg ist. Schlussendlich hab ich es mit 40er Schleifpapier in eine Holzleiste runtergefeilt. Den Rest hat der Deltaschleifer gemacht. Danach hab ich mir erstmal ne Lackiermaske bestellt, weil die tollen FFP2 Masken das überhaupt nicht abhalten. Ich hatte 2 Tage das Gefühl, als wenn ich auf Alufolie rumkaue oder vergessen hab, dass Kaugummi auszupacken.
Wie man das hinbekommt, dass es nicht wie eine Landkarte aussieht, konnte mir allerdings auch keiner erklären. Ich hab echt alles versucht, aber fast jede Stelle sieht so aus. Die Kanten waren zwar mal besser, mal schlechter, aber man sieht immer einen Übergang.
Danach ging es an den Arsch. Ich hab mal da versucht, anstatt den Brenner einen Heizluftföhn zu benutzen. Das geht auf nicht horizontalen Stellen viel besser, weil man (viel viel) mehr Zeit hat und das nicht Zinn nicht sofort flüssig oder runterbröckelt. Da kann man das wirklich draufdrücken und draufschmieren. Zum Verstreichen hab ich dazu noch in der Küchenschublade gewildert und mir einen Plastikpfannenwender ausgeborgt…geht auch gut und klebt nicht. Gehobelt und anschließend noch mit dem Exenter drüber. Schleifen geht aber nur draußen, weil der Kram echt nicht für meinen Organismus gemacht ist oder andersrum….
Motivation!!!!
Für´s verzinnen der Blechnase hab ich den Rahmen dann auf den Hintern gestellt, sodass ich annähernd ne horizontale Fläche neben der Blechnase hab. Das ging auch viel besser und das Zinn bröckelt nicht ab. Das verzinnen der Flächen neben der Nase hat allerdings viel mehr Zeit gebraucht, als ich erwartet hätte und man musste immer mal wieder Zinn nachtragen oder hatte viel zu viel drauf. Hobeln ging auch eher bescheiden da, weil ich immer Angst hatte, etwas von dem Blech der Nase wegzuhobeln. Bilder hab ich bei all dem Eifer natürlich völlig vergessen….
Und dann noch ab zum Schweißgerät fahren und Snow-welding machen. Die Löcher müssen ja zu und ich bin ja gerade so in Zinn-Laune.
Zum Schluss noch die Blinkerlöcher übergezinnt, alles runtergehobelt und Landkarten-Technisch glattgestrichen. Übrigens keine Ahnung, wie man die von innen auch glatt machen soll. Man trägt ja von außen eine Schicht Zinn auf und wenn man das Blech von innen wieder heiß machen muss, damit das Flußmittel verläuft, verläuft auch gleich die schöne Fläche außen.
Kein Plan wie das gehen soll? Ich hab mich für einen Tot entschieden….Außen glatt….Innen nicht.
Vorher schon mal meine Spachtelkünste neben der Blechnase getestet. So ganz ohne Spachtel wollte ich dann doch nicht. Dazu sind meine Zinn-Künste nicht ausreichend.
Damit hat sich auch das Konzept - Blaaank muss er - erledigt. Wäre ne coole Sache gewesen, aber dafür musste ich doch zu viel verzinnen und die Landkarten sehen jetzt auch nicht so dolle aus…Pusteblume halt.
Nächste Schritte: Garage von dem ganzen Zinnmist und Staub befreien und den Rahmen in den Keller schleppen, damit ich Oxiblock draufschmieren kann und spachteln darf. Ein Hochgenuss. Ich hasse alles was mit Spachteln, Malen usw. zu tun hat.