@reusendrescher Nein, ich reduziere die SZ nicht auf ihren Kulturteil. Aber bei Themen rund ums Auto traue ich anderen Medien mehr Kompetenz zu, der Auto, Motor & Sport zum Beispiel. Aber das ist ja symptomatisch für diese E-Auto-Diskussion. Plötzlich schwingt sich jeder, unabhängig von seiner eigenen Qualifikation, zum Wegweiser einer durchaus prosperierenden Industrie auf. Da hat z.B. Cem Özdemir mal in einem Interview gesagt, dass es in Zukunft wohl keine deutsche Automobilindustrie mehr geben wird, wenn diese nicht zeitnah und vollumfänglich aufs E-Auto umstellt. Ob der das jetzt echt besser weiß, als die Konzerne mit ihren Marktforschungsabteillungen? Der Typ hat Sozialpädagogik studiert...
Ich bin prinzipiell auch offen für moderne Technologien. Aber genau da hakt es nun mal bei dieser E-Auto-Sache. Technologie-Offenheit ist einfach nicht gegeben. Das E-Auto wird ja von vielen gerade nicht als Alternative zu Benzin, Diesel und möglicherweise demnächst existierenden synthetischen Treibstoffen gesehen. Es soll eine etablierte und bestens funktionierende Technik abgeschafft werden, um Platz für neues zu machen. Ob der Verbraucher das will, oder nicht.
Achso, und Automatikgetriebe: Stufenlose Automatikgetriebe gibt es auch, aber die sind halt ineffizienter, als solche mit Zahnrädern. Außerdem hat es da auch immer wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit gegeben. Audis Multitronic war z.B. nie so langlebig, wie die herkömmlichen Lösungen. Eine Automatik mit 7 oder 9 Gängen macht schon Sinn. Die alten 4- und 5-Gang-Automaten haben ja gerne mal zu einem höheren Verbrauch und schlechteren Fahrleistungen geführt. Das ist heute anders. Automatik-Autos beschleunigen schneller und verbrauchen weniger, als solche mit Schaltgetriebe.