Grundsätzlich kaufe ich am liebsten offline. Weil ich gerne bar zahle, weil ich die Dinge anprobieren/in die Hand nehmen möchte, ehe ich sie mir nach Hause hole, und weil mir kleine, individuelle Geschäfte lieber sind, als irgendwelche aufdringlichen Internetriesen.
Ich sehe allerdings nicht ein, deswegen Läden zu alimentieren, die es nicht gebacken kriegen, vernünftige Preise zu machen. Wenn ein Paar Adidas Samba online ~45 Euro kostet, im Sportgeschäft in der Innenstadt dagegen fast 70, dann stimmt das Verhältnis einfach nicht. Ich bin gerne bereit, einen kleinen Mehrpreis zu zahlen. Aber 55%? Das ist zu viel.
Genauso mit Rollerteilen. Als ich mit dem Vespa-Kram angefangen habe, habe ich die Ersatzteile echt noch im Piaggio-Center gekauft. Aber gelohnt hat sich das nicht. Der mürrische alte Sack, der den Laden betrieben hat, hat sich null Mühe gegeben. Alles, was exotischer war, als ein 10-Zoll-Reifen, musste bestellt werden, und das hat teils mehrere Wochen gedauert. Die Preise waren jenseits von gut und böse, eine Rechnung gab es nur auf mehrfache Nachfrage. Bin dann ziemlich schnell Scooter-Center-Kunde geworden.
Und so richtig Mittelstand ist in den Zentren der Großstädte ja eh nicht mehr. Da reiht sich Peek & Cloppenburg an H&M, Mediamarkt an Saturn, Deichmann an Tchibo. Das ganze zusammen mit Starbucks, BürgerKrieg und Nordsee im ECE-Einkaufszentrum untergebracht. Ob das jetzt so wirklich unterstützenswert ist?